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Empfindungswörter
sind in den meisten Sprachen sich ähnlich, wie ah, o etc.;
wir wollen nur anführen, dass- von dem Empfindungslaut vze
— Goth. und Fränk. vei, weh — bei uns noch andere Wörter
gebildet werden, wie Wehmuth — Wehen etc., im Latein
aber das Wort vereinzelt dasteht.
Ausser diesen Wörtern hat die gemeine Volkssprache
eine grosse Menge Ausdrücke, welche dem Latein verwandt
sind, und die man als ausländische nicht zu schreiben wagt.
Allein man begreift es nicht, wie diese Wörter grade zu dem
gemeinen Mann gedrungen sein und in nördlichen Ländern
sich allgemein verbreitet haben: sollen. Andere Wörter finden
sich in einzelnen Provinzen, und gewiss würde man,
wenn die Provinzialismen und die gemeine Volkssprache mehr
beachtet würden, manche wichtige Resultate für die Verwandschaft
der Völker machen können. Bei vielen Ausdrükken
wird man bemerken, dass im Latein eine höhere, geistigere,
im Deutschen eine mehr sinnliche Bedeutung Statt
findet. Nun ist aber die sinnliche Bedeutung immer die frühere,
die geistige die spätere, wie tausend Wörter in allen
Sprachen — Begriff, Verstand, Vernunft, Einsicht — von
greiffen, stehen, nehmen, sehen — ’dies zeigen, und es ist
also dann wohl keine Frage, welcher Sprache das Wort zuerst
angehört hat. So sagt man Sorte ganz. allgemein, statt
Gattung, bei uns und im Dänischen. Im Deutschen ist das
Wort ganz sinnlich, eine Sorte Getraide, Leinwand 'ete.; —
im Latein ist Sers — Sort das besondere Geschick — Loos,
welches jemand zu Theil wird. j
Art — gleichfalls als Gattung, hat auch bei uns den
Nebenbegriff von Kunst, wie das lateinische ars. Er spielt,
dass es eine Art ist; — artig — unartig; also wohl mit dem
Lateinischen verwandt, aber nicht von dort stammend.