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und Nasenkatarrhen auch häufig und können, besonders bei schlechter Beleuchtung,
mit bösartigen Belägen leicht verwechselt werden.
Das Mandelgeschwür, mit hellem Eiter, ganz wie Fig. 3 auf Tafel 18
zeigt, läßt sich durch Gurgeln und Räuspern nicht beseitigen, sondern bleibt
im Gegensatz zu lockeren Belägen konstant. Auch ist bei dieser Erkrankungsform
meist nur eine Mandel stark vergrößert und entzündet. Außerdem ist
sie die schmerzhafteste aller Halsentzündungen. Wir warnen daher auch
dringend vor Selbstbehandlung und raten die rasche Herbeiholung eines
Arztes an, wenn sich verdächtige Erscheinungen bei einem Kinde einstellen.
(Siehe Tafel 18 mit der dazugehörigen Erklärung). Fig. 340 lehrt uns die
Halsuntersuchung. Man sorge für genügenden Lichteinfall in den Mund und
lasse das Kind den Buchstaben 4 sagen, damit sich Zäpfchen und Gaumensegel
heben. Den Zungenrücken drückt man mit
einem silbernen Löffel nieder und gehe
rasch und geschickt vor, damit die Kinder
nicht zu viel Brechreiz bekommen. Die
Pflege Diphtheriekranker ist eine oft sehr
schwere und erfordert Hingebung und
Verständnis. Jede Pflegerin gurgle selbst
täglich mehrmals mit Zitronenwasser,
mache Klistiere, nehme öfter ein warmes
· Vollbad und reinige stets ihre Hände mit
Fig. 340. Untersuchung des Halses. Lysol, wenn sie das Krankenzimmer verläßt.
Die Darmentleerungen des Kranken sind
sogleich mit Chlorkalk zu versetzen, die oft gewechselte Leib- und Bettwäsche
in eine Karbollösung zu legen.
Behandlung. Bei Fieber und Halsentzündung mache man sofort
kalte Halsumschläge und Rumpfpackung, die man je nach dem Hitzegrad halboder
einstündlich wechselt. Den Darm entleere man durch große Klistiere
mehrere Tage nacheinander und als Nahrung reiche man nur frische Früchte (Apfel
und Apfelsinen), keine Milch, nicht dicke Mehlgerichte. Zu Beginn der Krankheit
sind heiße Sitzbäder, auch Sitzdampf mit nachfolgender Abkühlung
angezeigt, später Bettdampfbäder mit Schweißerzeugung. Näheres muß
der erfahrene Arzt je nach dem Fall entscheiden. Wird nichts ausgehustet,
oder tritt Erstickungsgefahr ein, dann dient kaltes Wasser vorzüglich, indem
es den Organismus zu größeren Anstrengungen anpeitscht und durch Reizung
gewisser Nervenpartien kräftigen Husten auslöst. So bei kurzen, kalten Rückengüssen
von 14° R. oder geringeren Graden. Wie bei Krupp (Croup) das
Aushusten der Häute aus dem Kehlkopf Rettung bringt, so ist es auch bei
Diphtherie, wenn sie bereits in die unteren Halsteile gedrungen ist. Also
scheue man das kalte Wasser nicht, wenn man ein Kind in Atemnot sieht. Bei
Herzschwäche und nervöser Reizbarkeit benetze man die Brust vorher mit kaltem