Full text : Der Mündliche Vortrag. Dritter Teil. Schönheit des Vortrags. (3)

Vortrag  des  Lyrischen.

Die  gift'ge  Viper  dir  die  Ferse  stechen.

Entschlummre  sanft  in  lauer  Nacht,  beim  Klange

Verbuhlter  Lauten  —  und  der  Wand  entkreucht

Der  Skorpion,  die  tückische  Tarantel.

Der  Sonne  Glutstrahl  brütet  Seuchen  aus

Und  schlägt  den  Leib  mit  Aussatz  und  Geschwür.

Der  Boden  selbst,  auf  dem  du  fußen  willst,

Ist  trügerisch.  —  da  drunten  gärt  die  Hölle,

Der  Abgrund  reißt  sich  auf  und  speiet  Flammen,

Die  Erde  bebt  und  über  deinem  Haupte

Bricht  das  Gewölb'  zusammen,  stürzt  der  Turm!
(Hoffnungslos.)

An  jeder  Ecke  lauert  Meuchelmord;

Der  Weiber  brennend  Auge  zehrt  das  Mark

Der  Helden  auf,  der  Freundesbecher  ist

Vergiftet.  —

O  Priester  Zeus',  hast  du  den  Raben  auch,
Der  Sieg  mir  zu  verkünden  schien,  verstanden?
Hier  war  ein  Rabe,  der  mir  prophezeit,

Und  seine  heisre  Stimme  sprach:  das  Grab.

Geisterstimme,  hohl,  sehr  krüftig  und  hart.)

Du  Wütrich  teuflischer  Natur,

Frech  gegen  Mensch  und  Gott  und  Tier,
Das  Ach  und  Weh  der  Kreatur

Und  deine  Missethat  an  ihr

Hat  laut  dich  vor  Gericht  gefodert,

Wo  hoch  der  Rache  Fackel  lodert!

Fleuch,  Unhold,  fleuch,  und  werde  jetzt,
Von  nun  an  bis  in  Ewigkeit,

Von  Höll'  und  Teufel  selbst  gehetzt,
Zum  Schreck  der  Fürsten  jederzeit,

Die,  um  verruchter  Lust  zu  fronen,

Nicht  Schöpfer  noch  Geschöpf  verschonen.

Sie  geht  von  a  bis  i.  (S.  §  26.)

Das  Joch  soll  stehen,  das  uns  zwingen  sollte  12
Auf,  reißt  es  nieder!  T

Venedix,  Die  Schönheit  des  Vortrags.  4.  Aufl.  11

ülferufen  vor.
orte  aushallen.  Das

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§  79.  Die  dumpfe  Tonart  hat  zu  ihrem  Gegensatz  die
In  der  Mitte  zwischen
beiden  Tonarten  liegt  die  Tonart  a.  In  ihr  kommt  namentlich
das  Rufen,  das  Ausrufen,  das
Tonfarbe  rufend  ist  laut,  läßt  die
Zeitmaß  belebt,  aber  nicht  zu  schnell.

Die