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Senätes.. 2. Jafluck 1912
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1.
Zu dem Artikel „Das Prinzip der Nationalitälen.“
Einz, 26. Jannar. Der Bistuof von Lim
hat an die oberosterreichischen Bauern einen
Aufruf gerichtet, Lebenemittel sur arme Kamilien
von Linz und llrsahr # penden. Der
Aufruf hatte einen vollen Ersolg. Aus 384
Gemeinden wurden einzeschidt: 322 Kilogramm
A#rärderteBSawei.winisch, 1317 Kilogramm
Butier, 490 Kilogramm Schmalz, 77 175 Kilogramm
Nüben. 12 93 Kilogramm Aeyfel,
1207 Kilogramm Dorrobst, 618 Kilogr. Mehl,
9 724 Eier und vieles andere. Unter Zugrundelegung
der amtlichen Marktpreise haben die
Spenden einen Wert von über 100 000 Kronen.
In einem allgemeinen Dankschreiben teilt
der Bisckof den Spendern mit, daß er für sie
*0 hl. Messen lesen werde.
Saverliere oberlend
Dogtarcuth, 26. Januar. Das Oekonomie.
gut des Herrn Sankljohannser ging in den Be,
sin eines Herrn aus Leipzig über.
Bad Aibling, 26. Januar. Ein Gauner
hat die Schallgutlerin Marie Weber in Oberbeufeld
um eine bekträchtliche Summe geprellt.
Ein etwa 16jähr. Bursche aus Norddeutschland,
der über keinerlei Ausweispapiere verjügte,
war bei ihr in Dienst. Sie schickte ihn
mit einem Jiehschlitren, zwei Pferdededen und
einer Wolfshündin nach Aibling, um dort Kartoffel
zu holen. Der Bursche kehrte aber nicht
mehr zurück, und es stellte sich heraus, daß er
bei einem Aiblinger Metzger 600 Mark für
eine von der Schallgütlerin verkaufte Kuh einkassiert
hatte. Schlitten, Decken und Hund hat
er ebenfalls veräußert. lleber seinen derzeitigen
Aufenthalt fehlt noch jeder Anhaltspunlt.
„Laufen a. S., 26. Januar. Die ien längerer
Jeit kränkliche, geisuig nioht mehr normale Be.
sitzerin oes Marrengutes, Frau Vitlorta Dirs.
berger, eine allseits geachtete Frau, hat sich
nachts heimiich aus ihrer Wohnung entjernt
und den Tod in der Saluch gesucht. Die
Leiche wurde am anderen Mor#en gesunden.
Von ihren beiden Söhnen, welche im Felde
stehen, befand sich der eine bereits auf Ur.
laub zu Hause, währeno der anoete eden an.
lam, als sich das erschütlernde Drama abgesbiell
hatte.
Abschiedsseier in Großholzhausen.
Großtholzhausen, 26. Januar. Am vergangenen
Mittwoch fand abende im Kreclschen
Gasthause die Abschiedsfeier für HH. Pfarter
Arnold Beilhack statt. Eine geradezu unglaub
lich große Menschenmenge halte sich dazu eingesunden,
um ihrem geliebten und hochverehrten
Pfarrvorstande ein letztes Lebewohl zu sagen.
Mit einem schwungvollen Marsch eröffnete
die hiesige Musiklapelle unter Leitung ihres
altbewährten Musikmeisters, Herrn Jos. Obermayer,
die Feier. Herr Höfer sprach dann im
Namen der Kirchenverwaltung Brannenburg in
seiner herzlichen, humorvoll urwüchsigen Art
den Dank und die polle Anerlennung aus, die
die Kirchengemeinde Bramenburg dem Scheidenden
im Hinblick auf seine verdienstvolle
Wicksamkeit gerne darzubringen sich verpflichtet
fühlt, und übermittolte ihm zugleich Brannenburgs
Glückwunsch zu seinem neuen Wirlungskreis
in Oberaudorf. çl
Damn solgte die Abschiederede, gehalten von
dem hiesigen Lehrer, Herrn August Beer. Er
führte zunächst aus, wie leid es der ganzen
Pfarrgemeinde sei. ihren geliebten Pfarcherrn
verlieren zu mussen, wies diesen hin auf
so manche schönen Stunden., die ihm im Laufe
seines Hierseins bescklieden waren, inbesonnere
auf sein vorjähriges silbernes Priesterjubiläum,
ging dann naher ein auf sein überaus.
ersprießliches Wirken, insbesondere auf jenen
Charakterzug, der seinem ganzen Schafsen oie
Richtlinte und seinem Tun die innere Weihe
gibt: seine nie versiegende aufopfernde Liede
und Fursorge für die Armen und Kranken.
Herzlich dankte er ihm auch fur sein Wirlen
an der hiesigen Schule, wo er mit seltenem Interesse
und Verständnis an= Werk gegangen, u.
Ubermittelte ihm den letzten Abschiedegruß seiner
lieben Pfarrlinder. Im Anschlusse daran
dankte er ihm im Namen der ganzen Gemeinde
fur all die viele Müh' und Plage, die
er als Leiter der verschiedenen Aemter, insbesondere
der Lobkalschulinspektion und des Armenrates
auf sich zu nehmen hatte, und denen
er mit erstaunlicher Umsicht und Schafsenskraft
vorgestanden,
er möge recht oft und gerne zurückkehren in sein
liebes, schönes Großholzhausen und schloß mit
den Worlen: „Ihr Tagwerk hier, es ist vollbracht!
Träumen Sie die Nacht von all den
vielen und schönen Stunden reinen Gluckes u.
edler Freud', die Sie hier erlebt, und nach dem
Traum da mogen Sie schaufn ein herrlich, glückverheißend
Morgenrot im schönsten aller Inntaldorschen,
in Ihrem neuen lieben Oberaudorf!“
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Im Anschluß an die Abschiederede überreichte
Herr Bürgermeister Auer unter hezlichen
Glück= und Segenswünschen das Ehrengeschenk
der Gemeinde, eine prächtige, sinnvolle Erinnerungstafel.
Nun nahm OH. Benefiziat Burgstaller
in Brannenburg das Wort; seine überzeugenden,
gewählten Worte galten dem geitlichen
Schaffen des scheidenden Pfarrherrn.
Er ging näher darauf ein, welch schweren Pflichten
in seelsorgerischer Hinsicht gerade eine
Pfarrstelle in Großholzhausen mit sich bringt,
mit dem ja Brannenburg organisch zu einer
Pfarrgemeinde verbunden ist, wie es aber dem
Pfarrvorstand dank seinem entschlossenen, energilchen
Charakter und seinem organisatorischen
Talente gelungen sei, seine Aufgabe glänzend
zu lösen.
Für den unterhaltenden Teil der Feier war
aufs reichlichste gesorgt. H H. Benefiziat Burgstaller
erfreute alle mit einem Vortrag auf der
Violine; drei Sängerchöre hatten sich eingefunden:
Brannenburg, Großholzhausen und der
Männergesangverein Brannenburg. Den Liederreigen
eröffnete der Kirchenchor Großholzhausen
mit einem Chor von Nheinberger. Sein Leiter,
Herr Lehrer Beer, hat scheinbar seine Ehre dareingesetzt,
den Chor auf eine Stufe gesanglichen
Könnens zu bringen, von der aus er sich getrost
mit jedem Sangeschor in weitem Umkreis
messen kann.
Tief bewegt dankte HH. Pfarrer Beilhack
für die schöne Festveranstaltung, die ihm einen
herzinnigen und unzweideutigen Beweispon der
Liebe und Verehrung gegeden habe, die man
ihm hier allseits entgegenbringe. Es waren
goldene Worte, die er zum letzten Male an seine
bat ihn dann noch,
Pfarrgemeinde richtete. Man muß wahrlich
staunen, mit welchem Geschick von Beredsamkeit
er es versteht, die Herzen seiner Zuhörer zu
sesseln und zu gewinnen. Noch manchmal werden
wir uns gern rückerinnern an die cine oder
andere seiner herrlichen Predigten, die er hier
und in Brannenburg gehalten. Seinen neuen
Wirkungskreis können wir auch in dieser Hinsicht
nur auf das Beile beglückwünschen.
dle hosentracht der
Mlateisperllerinnen
MNosenheim, 27. Jan.
Das Sitellv. Generalkommando des 1. Armeekorps
teilt mil: „Das Auftreten mancher
Damen in Garmisch-Partenkirchen hat bei der
dorligen Bevölkerung lebhaften Unwillen und
Aergernis ertegt. Die Erbitterung richtet sich
insbesondere gegen jene Damen, nicht selten reiseren
Alters, die sich ohne sportliche Betätigung
in der Oeffemlichkeit sländig in Hosentracht zeigen.
Es ist vorgekommen, daß Damen in diesem
Aufzug während des Gottesdienstes oie
Kirche besuchten. Dem schlichten ernsten Sinn
der Bergbevölkerung ist ein solches Benehmem
ein Greuel und es iiüt infolgedessen schon zu
manchen unliebsamen Auftritien auf der Strae
gekommen. Behörden, Geistliche und Private
haben sich an das Stiellov. Generalkommando
mit der Bitte um Adhilfe gewandt.
Das Stellv. Generalkommando hat darauf das
K. Bezirksamt Garmisch ermächtigt, gegen diesen
Unfug energisch, nötigenfalls mit polizeilichen
Zwangsmitteln, vorzugehen.“
Dieser Erlaß des Stello. Generaltommandos
bekämpft einen Auswuchs, der sich nicht nur in
Garmisch-Partenkirchen aufdringlich zeigte, sondern
auch anderswo schon unlieb beobachtet
werden konme. Deshalb darf angenommen werden,
daß die neue Verfügung uberali dort angewendet
werden soll, wo derartige Uebertreibungen
sich geltend zu machen versuchen.
Die „M. N. N.“ bemerken zum Frlaß: „In
svortlicher Hinsicht isl die Frage „NRock oder
Dose“ bereits seit Jahren, schon in Friedenszeiten,
gelöst worden. Die Lösung lautet „Nock
und Hose“. Daß die Hochalpinistin und die
alpine Skiläuferin ihren Sport nicht im Rock'
ausüben können, ist jedermann und insbesondere
jeder Dame klar. Umgekehrt wird es aber
auch jede wirkliche Dame vermeiden, sich an
offentlichen Onen in auffälliger Hosentracht
„sehen zu lassen“, die genau so zu verwerfen ist,
wie herausforderndes, unechtes Dirnollostm.
Sie weiß sich bei Sportbetätigung damit zu
belfen, daß sie in der Stadt, in der Bahn,
im Gebirgsort und aus dem Wege zum Sportgelände
über dem Hosenkostüm einen leichten
Inopfrock trägt, den sie, wenn sie zur Ausübung
ihres Sports an Ort und Stelle ongelangt
#st, ablnöpft und dem Nucksad einverleibt.
Der Dame von Takt, sei sie nun Sportlerin,
oder Gelegenheitstouristin, braucht naturlich
kein Generalkommando gute Art zu leh-
ren. Für die anderen aber mag das energische
Vorgehen dieser Stelle eine gute und
Lektion sein.“
—1
FEetalnachric##en.
Kaiserworte.
Kai#e! Was Du warst seit langen Jahren.
Bisl Du auch troß blut'gem Krieg geblieben.
Friedenskaiser: Mögen auck, die Feinde
J’'mer wieder Dir die Schuld zuschichen
Ernst und schwer, wie nur ein Donner rollt.
Klang Dein Wor:: „Ich hab es nicht gewollt
Sinnlos scheint mir all das viele Reden,
All das diplomatische Silbenstechen:
t,Wer fing an?“ und „Wer int schuld gewesen“
Brauck!! denn wirklich soviel Kopfzerbrechen?
Klar und schon, wie heller Sonnenschein:
Strahlt Dein Wort: „Vor Golt meiß ich mich
rein“
Ju s wahr. was ick erzählen hörte:
Daß Du einst auf blut gem Schlachtfeld standen,
Daß Du dort inmirien all der Toten
Schmerzerfüllt den Blick zum Himmel wandtest.
Daß Du schwurft, umsrrahlt vom Abendgold:
„Coftt, Du weißt es: Ich habs nicht gewolit:“
War das Lüge"? . Nein, der Toten Wunden
Hällen plönlich wieder dluten mussen.
War das Lüge= Nein, die blutge Erde
Dälle Dich in ihren Schlund gerissen!?
Nein, das war ein heilig Kaiserwort,
Tausend Deutler schaffen es nicht fort!
Kaiser! Was Du wart seit langen Jahren,
Wiri Du auch trotz blul gem Rriege bleiber:
Dir zum Ruhm im Buche der Geschichte
Wird man einn in gold'nen Lenern schreiben-Auch
im Schmuck der Siegeslorbeerreiser
Bliebst Du. Kriegeherr, dennoch Friedenskaiser:
A. Ludwig F. JI. in der „Kolnischen Vollszig.“
Rosenheim, 27.
Auf dem Felde der Ehre eiatlen.
Thomas Huber. Schreinermeiiterssohn aus Ber
portina, zuletzt in Großlarolinenfeld, Solda:
im Res.- Inf.-Reg.; Leonhard Weinberger.
Schreinermeifrerssohn aus Beyharting, Gefei
lei im 1. Re'. Inf.Reg.:; Joseph Hertlein au-Elendskirchen.
Soldat im 1. Res. Im#,Reg., In
laber des Militarverdienstkreuzes mu Schwe:
rltern und des Eisernen Kreuzes.
Mit dem Rönig Ludwig- RKreu:
wurden ferner ausgezeichnet im Bereich der
Finanzverwaltung: Finanzrat u Rentamtmann
Paul Veh in Rosenbeim: Seewart Ferdinand
Vierdichler iu Ueber ee; Rentamtssekretär Val.
Schmud in Burghausen:; Forstamteafsessor Cu
gen von Schelling in Ebersberg: im Bereich ber-Ve#minineriums:
Direktonsrat Wilhelm
Bentker i: Rosenbeim: die Oberbahnverwalter
Dohann Lindner in Traunein und Gg. jiehzu
Rosenheim:; die Bahnverwalter Matthias
Simmermann in Endorf; Friedrich Ott in Ro
wenkieim: Jos. Mader in Prien: Karl Schmid:
in Mühldorf: Friedrich Bär in Rosenheim u.
Ludwig Böhmer in Rosenheim; Oberbahnmei.
sier Johann Wich in Rosenheim; Eisenbahnse
kreiär Karl Rosenbeck in Miesbach; Oberwerk.
führer Chrift. Schneider in Rosenheim; Obergütöt
Joserh Dullinger in Ostermün.
n.
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