Aummer 75
er
Rosen#elmer Anzelger
WMiltwoch, 3JI. März 1915
der Ossiziersmangel in der russischen Armee
immer mehr fühlbar wird, hat das Oberkommando
angeordnet, daß die Regimentslommandeure
besonders intelligente Leute, die sich während
des Krieges bereits ausgezeichnet haben,
ohne weiteres zu Offizieren ernennen können.
Bedingung ist nur, daß sie außer der Elementarschule
noch eine andere höhere Schule besucht
haben und möglichst die deutsche Sprache beherrschen.
(3Z.)
Noen den 38eri. Sriegsschanmäher.
Der amtliche österr. Bericht.
WTB. Wien, 29. März. Amtlich wird verlautbart:
Die Kämpfe in den Karpathen dauern
fort. Ein gestern durchgeführter russischer
Angriff auf die Höhen westllich von Banyavoeigy
wurde na#ch mehrstündigem Kampfe unter
großen Verlusten füc den Feind zurüdgeschlagen.
Die Regimenter der vierten Kavallerietruppendioision
haben sich, wie in den vorangegangenen
Gefechten die Truppen der ersten
Landsturm= Infanterie Brigade, beispielgebend
geschlagen. Wiederholte überlegene feindliche
Vorstöstee wurden von ihnen blultig abgewiesen.
Nördlich des Uzoler- Passes scheiterten Nachlangrisse
der Russen im wirksamsten Feuer unserer
Slellungen. An der Front in Südostgalizien
(eschützlampf. Russische Kräste. die östlich
von Jallefzezrcli über den Dujeitr vor—
slieten, wurven nach bestigem Kampf über den
Fluß zuruckgeworfen. In Russisch-Polen und
Westgalizien Nelienwe ise Geschützlampf. Ein
russischer Rachtangrisff an der Losesina in Polen
scheiterte volllommen.
Das Rin,gen in den Karpalhen.
Wien, 29. Marz. Die Nat#richten von den
Karpathen lauten nicht ungünflig. Der Gegner
stlött bei seinen Verichen, vori zürinnen. überall
auf vorbereite#c Findernisse, wmobei er. um
nur in ihre Näl.e zu kommen, furchtare Opfer
bringen muß. Einige Kilomeler Vordringens
losiezren ihm merrere Taufend Leute im Odavatal.
worauf er wieder zurück mußte in der Ertenninis,
in eine vordereirele Stellung geraten
zu sein. Die Wiederaufnahme des Kampfes
am Tuilaeinschnilt ist in kürzester Jeit zu er—
warlen, da der Gegner neue Verftärtungen
herannolt. Auch beim Uzfoler Paß dürsie die
endgültige Abwei#ung russischer Durchbruchs-Zeit
benöligen. In Ost-=Lalinen
streisen die österreichis ungalischen
Truppen bereits den Dujefir aufwärts und
dringen vor, trondem der (begner ein ganz neucs
Heer an Veritärkungen heranzog. S scheint,
daß die Russen Geilungsoesfahnugen der Linie
Brest-Litomslt abwäris in den Karpalhen ein.
setzen, um die Entscheidung zu erzwingen. (3.)
veriuche noch einige
Die russische Massc.
Berlin, 29. März. Der militärische Mitarbeiter
des Berliner Tageblaties, Major Morath,
draltet aus dem öflerreichisch-ungarischen
Kriegspresseguartier: „Die gewaliige Defensive
Oesterreich-Ungarns, an der sich Rußlands
Riesenheere bislang erichöpft, i#lt unseren Verbündeten
aufgezwungen worden, nachdem sie
wiederholt den Angriff auf galizischen und polnischen
Voden vorgetragen haiten. Ein stilles
Heldentum ringl seit geraumer „eit in den
Karpathen gemen eine furchibare Uedermachi.
Es iünt, wie ich hier hervorheden will., der Oeffenilichieit
no nich: allgemem belannt, daß im
ersten Stadi### #Krieges der weitaus überwiegende
Tou der 103 russischen Infanterie-Der
neue Bankdirektor.
#### ven Reinboll Orimansz.
1n Machb# verhenn.)
Es war ohne Suoruel ein aufruhiger Ausdruck
seiner Geimalec, aber er wirtee auf Donna
Maria durchaus nuht.
„Genug von eilfen Auzeinandersepungen!“
sogte sie aweisen weniger Worte
solche Dinge ilne turrde u. desto besser in es
für ihr Gelingden. Sorge nut daß Nodewaldt
morgen unfkere Tertullz lcht — für heute
hat er sich ju leiei dere: ¾5r entichuloigt —,
und laß daun alles übrige meine Sorge sein!
Auch diesen Pedro Alvare; nehme ich zunachst
auf mich. Ich werde noc) vor dem Essen zu
dem Prastdenten fabren, um den Haftbesehl zu
erwirken
Manuel del Vasco wollte antworten, aber
in dem nämlichen Moment öffnete sich die Tür,
und Fsabellas Geftalt wurde zwichen den Vorhungen
sichtbar. Sie kam eben zurecht, um zu
seoen, wie #yr Bater seiner Gemahlin voll ritlerlicher
Aruigleit di 8 Hand lüszte, aber das spöttische
Ktunjeln ihrer Oberlinne verriet, daß es nicht
gerade ehrerdieige Empfsindungen waren, welche
dieser Anblick in ihrem bkindlichen Derzen wachrief.
11. Kapitel.
Die heutige Tertulia, zu der Sennor Manuel
del Vasco den Bantoirektor jo dringend
eingeladen hatte, daß eine zlolehnung sast unmoglich
gewesen ware, war eine von jenen
glänzenden Gesellschaften, waie 46 nur ingrößeren
Zwischenraumen an die e der gewohnten
zwanglosen Zusammenkänf * greien Wieder
war in den prachtigen Naumen eine aroße
ernichtung vornahm,
geil, selbst der Hölle zu entrinnen.
Divisionen und 39 Kavallerie Divisionen auf
die österreichisch-ungarischen 40 Infanterie= und
11 Kavallerie-Divisionen sich warf, um sich
(io war wenigstes der russische Plan) nach,
deren Zermalmung dann geien Dentschland zu
wenden. In zaieer TLapserk#eil, unier den allerschwierigsten
Voinnundge. der Kriegsührung,
haben die Tio#en uunserer Verlündeten ihr
Blut stronmmeise vergassen. Aber sie haben diese
im großen Nanen dr ölllichen Kriegführung
ihnen zugesaln:
den Feind w#nrend acht Monaten ausgehalten.
Ebenso wie in Galizien, zeigt sich auf dem
en Kricgeschuplan ein Wechnördlichen
d. u#l#
sel der am isssweisen und desensiven Kriegführung,
unerussische
Mar##r,
deutschen Al#ause
wels
ZUrudnut.“
4 #
Ptgemusl.
rgaug der Festung
Przemyusl.
Wien, 20. Mär:. Rea Noda schreibt in
der „N. Fr. Pr.“ über den Untergang der
Festung Przemust: Die Vorgänge der Früh,
lingenacht von Sonnag, den 21. auf Moning.
den 2. Marl, in ihrer antliten Größe haben
ihresgleichen in der Sage, cter nicht in der
Ceschichte. An- alicn vier Winden ders Him
mels torte dus runsisene W. rürr. der russische
Sturm, alie vier Fronen jolugen ihn ab.
Bäche Blufes rannen von den eleet ven Pri:
musl. Das ginn bis Schlag 5 Uhr *P (Flo.i
junf geschah, was Kusmanel besodlle: 1..
Die Infanterie schoß ihre Magazine aus, rer
ließ die Bruilwehren und lief zurück in 5%
Intervalle. An zwölf Siellen bar## die Erde.
molf Flammenberge sliegen.
von Przemysl lagen in Schull. Man hatte
sämtliche modernen Geschütze schon am Abend
aus den vorteren itien genommen und zur
Sprengung ergerichtei. Der Ariillerielamf der
letzten Nacht wurde hur mit 1861 er Kanonen
gefüllrl. Die Gürielwerte waren mit je l###
Kücgraium Elrasit unterminiert. Man hatte
für so viele Objielte nickht Züundichmüre geung
und mußte die einzelne lutz bemessen; wer die
halie nur drei Minuten
Die Sappeure
meldeien sich freiwillig zu der lebensgesährlichen
Arbeit. Die vier Siodaschen Drei-(.hi.in
Der Unte
tiger Mörker wurden mil Pulversack und Bombe 1!
geladen, das Rohr mit Ekrasik nachgefüllt und
sest mit Erde verdämmi. Man löste den Schuß
lei Null Grad Elevation und alles flog in
Adome. Nohr, Lafeite und Betting, Haubitzen.
Sch nellseue rlanonen, Munition, Autos, Aero—
plauc. Scheinwerier, Ferurohre was dem
Feind nur irgend dienen konnte, wurde vernichlel.
Die Onsanterie sching sogar ihre Gewehre
ktrumm. Als der Gürtel mit aller Ar—
mierung zermalmt war, näherte sich das Vernichtungswer!
der Siadt. Die drei Brücken
flogen in die Lust. Die Depots und Magazine
brannten. Die Leitungen hingen zerrissen, die
BVahnstation“ mit allen Einrichlungen, die militärischen
Galr iken und Veiriebe wurden zertrümmert.
Die Polizei hatle die Einwohner
aus den gesährdeten Bezirlen weg in Sicherheit
gebrach!t. standen in Scharen auf dem
Tatarenhügel und blicklen angstgelahmt in den
jüngiten Tag der Festulig. Die rusisischen Gejangenen
standen unter Komm: ando eines Po-Sie
Schlohterg, darunter ein Nezimemsar und
fünf Offiziere; zwei von ihnen, deren Helden-Anahl
bedeurenver Persömichleiten versammen,
und auf den ersien Blick hatte der Eintretende
wohl den Eindruck gemimnen müässen, daß die
allgemeine Slimmung die einer sorglosen Heiterleil
sei.
Bei näherer Beobachtung aber mußte man
doch wahrneymen, daß heute hier nicht alles
sei wie sonn. Eine gewisse Unruhe, eine erwarkungsvolle
Spannung schien auf der ganzen
Geseilschaft zu liegen. und nur um einen einzigen
Gegenstand schien sich in all den verschiedenen
Gruppen das Gespräch zu bewegen.
Hier in leisem, behutsamem Flüsterton, dort
mit echt südlicher Lebhaftigkeit wurde die herausfordernde
Haltung erorlert, welche die dem
Pröstdenten seindlich gesinnte Presse in den
letzen Tagen angenommen hatte, und man
konnte die verichiedenartiasten Vermutungen
über die unmittelbar bevorstehenden Ereigulsse
ren.
Der Präsident war heute nicht anwesend,
und auch von den Ministern hatte sich nur ein
einziger eingesunden, ein stattlicher Herr in
Generalöunisorm und mit einem unveränderlichen
überlegenen Lächeln auf dem wohlgenährten
Antlig. Er nahm die Gefahr, von der
die Regierung nach der Meinung eines großen
Teiles der Anwesenden bedroht war, offenbar
nicht ernst.
Auf alle Fragen nach den Maßregeln, die
man getroffen bade, um einem etwalgen Aufstande
wirksam zu begegnen, hatte er immer
dieselbe, zursrichc klingende Antwort. daß
man imstande sel, jeden Versuch einer Revolution
schon im Keime zu ersticken, und daß die
Widersacher Seiner Exzellens geradezu r—
witzig sein müßten, wenn sie es überhauynt
zu einem für sie völlig Cublicklosen unfn
vr ur befsondere Ausgabe erfülit und
jedesmal ist es auch dort die
die hoffnungsvolliten
Die Gürtelsorts
mut man dadurch anerkannte, trugen ihre Wafsen.
Die schanderhaften Explosionen ließen die
russischen Stürme süllstehen, sogar die Artilteriebeschießung
stodte zum großen Teil. Nur im
südwestlichen Seitor versuchlen die Russen den!
Angriff weilerzurranen. Doch kaum waren die,
Trümmer der Gürtelforts hoch aus den Eruplionswollen
herabge fürzt. da erschienen basserliche
Ossiziere mit weisten Fahnen auf dem
Schutilegeln und erllärten: Exzellenz Kusmanek.
lönne Przemno! nicht länger hallen und überlasse
alles Fernere der Nitterlichkeit seiner
Feinde. Das Wort gebol den Stürmen Einhalt.
Die Russen senilen grüßend die Säbel.,
In anderthalb Stunden war die Katastrophe.
von Przemysl vollendet. Rittmeiĩter v. Lehpiann
halte sie mitangelehen und stieg nun im!
Flugzen auf. Er wurde von den Russen nicht
schossen. DSie# Sonne war aufgegangen und!
beleuchtete unzählige Rauchfäulen, die bis zu-#
Meter Höhe aus dem bPrennenden Ilion.
wallten.
—
Die Behandlung der Besatzung von
Przemyol.
Maila und, 23. März. Der Vertreter des
Blatlee „Sera“ meldel, daß der russische Generalissimus
besohlen habe, die Besagung von
Pr. emnel besender ehrenvoll zu behandeln. Die.
gesangenen OÖssiziere solllen nicht in die öfllichen
Gouvernements abgescholen werden, sonder
in Mitteirutzland Unierkunst sinden. Auch
sollen sie Eisn#er nicht geilattele Vergünstigungen
erhalten. schätzt die russischen Verluste
der beiden Belagerungen von Przemysl auf drei
Armcelorte, all#o aus ungefähr 120000 Mann.
Schmuhige silberne Kugeln
Ei: Brief des englischen Admirals Peare.
dreu T###li von Smyrna, der im „Tanin“
Fressentlie- wurde, macht begreifliches Auf
feln 28 eionder= übel wirlt eine Sielle, wo“
Velagerer den türlischen Statthalapostrophiert
und zu bestechen
versuckhl. der ihin ale- lungtür: ischer Führer persoulich
*n im ist. Dieses erhebt den Brief zu
einem bnczieniscken Dolumen von bistori
sschem Werie. Die halbamtliche türlische „Agence
Mili“ stellt als Talsachen fefl:
Am 9. März sandte Pears an den Gouver
neur von Smyrna eine Aufforderung zur
Uebergabe, worin er ausführte, daß, da die
Forts zum Schweigen gebracht worden seien,
sämtliche Vesefligungen und Balierien ihm be
dingungslos ausgeliefert werden müßien und
daß die Fahrrinne, die den Zutritt zum Ha
seneingang ermögliche, von Torped und Mi
nen gesäubert werden soll. Der Admiral wies
darauf hin, daß die Verbündcten in dem
Wunsche, unnühes Blulvergießen zu vermeiden,
und der Sladt die Kriegsgrenel zu ersparen, an
die Menschlichteitsgesühle des Wali appellierten,
um so die Annahme ihrer Vorschläge her
beizuführen, ohne zu milttarsche Operationen
greisen zu müssen. Die Aufforderung verwier
sodann darauf, 606I| Enver Pascha und seine
Anhänger, verführt von Deutschland, das von
leinem freundlichen Gedanken gegen die Türkei
beseelt sei, das Land in die jetzige verzweiselte
Lage hineingezogen hätten, daß die osmanische
Regierung unter dem Einfluß salscher Freunde
sich von England und dessen Verbündelen ent.
fernt und Jahrhunderte alie Freundschafts.
bande zerrissen, und daß dies das Unglüd über
die Tuürlei gebracht habe. Die Russen ruck
ten siegreich im Kaulafus vor, die klürkischen
Operationen in Aegypten seien gescheilert, und
Koustantinopel selbst che ror dem Fall, turz:
der Sieg wende lich den Verbündeten zu, den
einzigen wahren Freunden des Islams. Nach
kampfe kommen ließen.
Rodewaldt hatte diesen politischen Gesprächen
bie und de ein wenig gelauscht; da
er aber überall uir dieselben allgemeinen
Redenkarten vernahm, aus denen sich ein klares
ild der Sachlage ni.ßt gewinnen ließ, wurde
er des Geschwätzes überdrüssig und wandte sich
dem Musiksaale zu, der wie immer den Verlammiungsort
für die jüngeren Damen und
von den össentlichen Angelegenheiten minder
lenr in Anspruch genommenen Verehrer bildete.
Natüriich w##r Sennorita Isabella wieder
die schönfte Blute in dem reizenden Mädchenkranze
— ja. Werner hatte sie bisher kaum in
einem 6. verlührerischen Kostüm çgesehen wie an
diesem Abend. sich nicht sonderlich beeilt,
die Tochter des ho zu beprüßen: denn
er hielt sich nach den Erfahrungen der letzten
8 eines kühlen und Sleichgüreigen. Empkanges
wiß. Allein er war lebbast überrascht, als
* sie plötzlich — sie konnte seiner eben erst. an.
ichtig geworden sein — raschen Schrirtes auf
ich zukommen sah.
Sie begrüßte ihn so herzlich und liebene.
würdig, ols hötte sie niemals auch nur die
ringste Versämmung gegen ihn gehegt. Tra#bho
und munter, wie in den ersten Tagen dhirh
Klenmgsean, Plaubente sie von allen möglichen
Dingen, und keine taktlose Frage nach
den 1esachse seines häufigen Ausbleibens sehte
ihn m Berlesenhes
standen noch in angeregter Unterhaltung
Fäbisienen. als der größte Tell der Gesellschaft
in den Musiksaal eintrat, um dem von
Sennor del Vasco mit hochtonenden Worten
un ten th einer berlihmten Sängechen,
die sich heute unter den Gästen
#e al beite 4 wußte Isabella
Se#a“
—– — —
u
de
wür
dieser Einleitung sprach der Admiral den
Wunsch# (aus, daß der Wali seine Bedingungen
annehme, wodurch die Möglichleit geschaffen
b in weitere Verhandilungen einzukrelen,
und versprach, die Bevölkerung, die durch das
Bombardement gelitten habe, zu entschädigen.
Schlbehlich hieß es, daß der Admiral die Aut:
wort bis zum nächsten Morgen erwarie. Da
dieses Anerbieten von dem Gonverneur Nahmi
Bey formll abgelehnt wurde, machte der eng
lische Parlamentär, ein Beamter, der noch vor
lurzem als Inspektor in Dienslen der osmani:
schen negierun gestanden hatte, im Namen
des Alischen izeadmirals den Vorschlag, daß
der Wali das. Wiel abgeben solle, daß
Smyrna nicht als Flotienbasis von einer anderen
Macht benützt werde. Auch dieser Vorchlag
slief auf entschiedene Ablehnung.
Wir fügen, sagt die halbamtliche Stelle weiter,
diesem Dolument k#inen Kommentar hinzu
und bemerlen nur, daß die von englischer
Seite ausgestellte Behauptung, die Türlei sei
—
von ihren salschem Freunden in den Krieg hinneingezogen
worden und Handle unter dent
schem Einflusse, einer Aufllärung bedarf. Die
Türtkei, die sich Nechenschaft darüber gab. welcher
Animosilät sie von der Seite der Tripelentente
ausgesetzt war, hat mit ihren lapferen
Verbündeten, Deutschland und Oesterreich Ungarn,
gemeinsame Sache gemacht, um mit ihnen
für ihre bedrohte Erxistenz zu kämpfen. Was
die Behauptung betrifit, daß die Dreiverbands.
mächte die wahren Freunde des Islams seien,
so sind Aegypten, Marokto, Persien. Algerien
und Tunesien, sowie die von der russischen Ne
gierung verübten Greueltaten lebende Beispiele
dafür, um den Zynismus zu beurleilen, von
dem die englischen“ Behauptungen erfüllt ind.
r „Tanin“ Iragt zu dem Bestechungs
plan: Mit solchen Mitteln also in die große
englische Armada aus dem Mittelmeer aur.
gefahren, um Festungen zu erobern? Man muß
zugeben, daß die ottomanischen Fortogeschosse
ino besondere auf die Köpfe der seindlichen Ad
mirale eine Wirlung ausübten. Der Wali von
Smyrna hat den englicchen Admiral leiner
Antwort gewürdigt und dessen Angebot dem
Grohßwesir zur Kenntnis gebracht.
½
Der Kampf um die Dardunelien.
Die bloßgestellte
Meerengenpolitil Euglande.
Konstantinopel, 29. März. In einem
Artilel, der sich mit den Eragen besaßt. die
sich aus der Besehung von Tenedos, Imbros
und eines Teiles von Ler unos seitens England-,
ergeben, siellt der „Tanin“ fest, daß Griechenland,
ohnmächtig sich dem zu widersetzen, darin
eine ausgezeichnete Belehrung findel, die ihm
die Politik Englands enthüllt und das sich
dennoch als Beschützer der Neutralen ausspiel!.
Die Vesetzung der Infeln bilde den ersten Alt
eines von England in Szene gesetzten Theater.
slückes. Seitdem England gegen seinen Willen,
nur um Nußland, das gerade mitten im Kriege
mit dessen Einstellung drohte, zufrieden zuslellen,
zugestinunmt hatie an der Verwirkliczung
der russischen Aspirationen auf Konstantinopel
und die Meerengen mitzuarbeiten, beschlos, es
in Fortsetzung der seit Jahrhunderten befolgten
Poliik, die darauf gerichte ist, die russische Ausdehnung
nach Süden zu verhindern, gegen bie
Besitznahme der Meerengen durch Rußland retbtzeitige
Maßnahmen zu ltreffen, von denen die
erste die Besetzung der nicht sehr bedeutenden
Inseln Tenedos, Imbros und Lemnos in, das
durch seinen DOasen Mudros die Jnsel Malta
an Bedeutung weit kuurtrürnt Zehzt, da diese
Wahrheiten aufgedeckt sind, könnten die Neutralen
leine unlogischere Haltung einnehmen,
es einzurschten, daß sie mit Werner in die #1e
der 1 Patio hinausjührenden, we: sche-Sainekcnr
ean gettüe kan
ls der Begleiter Ver Söngerin, der wieder
ein Neger war, präludierend die erĩten Attoirde
anschlug, flüsterte sie dem Bankdirektor zu:
„Valsen Sie uns ein wornig binausgehen, jofern
Sie co über sich gewinnen lönnen, auf den
künstlerischen Genuß zu verzichten. Ich liebe
diese —l nicht und ich“ — sie zanderte
ein wenig — „#ch möchte auch ein baar Worte
unter vier * mit Ihnen sprechen.
Natürlich ließ sich gegen einen jolchen Vorschtes
kein Widerspruch erheben: Werner reichte
z den Arm, und sie traten in den halb dunklen,
angesehm kühlen Votio binaue, sicher, daß ihre
Entsernung nur von seör wenigen wahrgenommen
worden . Die letzten Worte JIsabellas
hatten Werner mit einer leisen Empfindung
des Unbehagens erfüllt; denn er hatte
das unbestimmte Gefühl, daß die Eesferuntrne.
welche sie ihm zu machen wünschte, ihn in eine
peinliche Lage verseten würden. Schweigeno
erwartete er, was sie ihm sagen würde, aber
auch Isabella schien "*6 jetzt nicht mehr sehr eilig
damit zu haben. Sie wandte sich der leise
plötschernden Vontäne emnttlen es gartenartigen
Hofraumes zu, und als sie dort angekommen
waren, ließ sie ihre Hand von Werners
Arm berabglelten, um sich behend auf den ziemlich
hohen marmornen Rand des Springbrunnens
hlinaufzuschwingen.
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