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aufnimmt, mit den reinen Erkenntnisformen, die er vermöge subjektiver
Aussichschöpfung unabhängig von aller Erfahrung erzeugt, zu einer
synthetischen Einheit zusammen fügt.
In der idealistischen Philosophie kommt man erkenntnistheoretisch
zu einem Ding an sich, daß man die Anschauungswelt in Subjektives
und Objektives unterscheidet. D. h. bei der Wahrnehmung eines Gegenstandes
durch die Sinne kommen wir mit dem Objekt selbst nicht in
unmittelbare Berührung, sondern wir nehmen das Objekt nur an der
Veränderung unseres eigenen Zustandes wahr. Wenn wir beispielsweise
einen Gegenstand mit unseren Augen wahrnehmen, so nehmen
wir unmittelbar nur die Wirkung der Lichtstrahlen auf unseren Körper
wahr. Das Erkenntnisvermögen liegt also ausschließlich im Subjekt
und das scheinbar objektive Erkenntnisvermögen ist nur in das Objekt
hineingelegte Subjektivität. Nimmt man diese dem Objekt, so bleibt
der unserer Erkenntnis nicht weiter zugöngliche Träger der objektivierten
Subjektivität als das Ding an sich übrig.
Da dieser Punkt ebenso wichtig, wie schwer verständlich ist, will
ich ihn noch an einem Beispiel weiter erläutern. Rehme ich z. B. einen
roten Würfel als Objekt und mich als Subjekt, so geschieht die Wahrnehmung
in der Weise, daß das weiße Licht, das aus verschiedenen
gesärbten Lichtstrahlen zusammengesetzt ist, auf den Würfel fällt. Von
diesen Strahlen werden die roten vom Würfel aufgesogen und die
anderen zurückgeworfen, wodurch er uns rot erscheint. Das Zurück--werfen
der Strahlen geschieht unter demselben Winkel, unter dem sie
auffallen, hierdurch wird nun sowohl der Treffpunkt des Auges bestimmt
als auch die starke oder schwache Wirkung auf dieses. Die objektiven
Faktoren bei einer Wahrnehmung mit den Augen sind also das Aufsaugen
und Abstoßen der Lichtstrahlen vom Objekt überhaupt sowie die
Art des Abstoßens und die dadurch bedingte starke oder schwache Wirkung
auf unser Auge. ,
Vom Auge ab kommen nur die subjektiven Faktoren in Frage,
die darin bestehen, daß die Wirkung nach dem Gehirn als dem Nervenzentrum
fortgepflanzt wird und hier aus den objektiven Elementen ein
Körper von Länge, Breite und Tiefe, d. h. von drei Dimensionen konstruiert
und als solcher wahrgenommen wird. Die subjektiven Faktoren
werden uns noch verständlicher, wenn wir einen gemalten roten Würfel
nehmen: trotzdem dieser mit der Leinwand oder dem Papier nur eine
Fläche bildet, wirken die Lichtstrahlen genau wie bei einem wirklichen
Würfel. Hierbei muß es uns ohne weiteres klar werden, daß die Konstruktion
eines Würfels wie eines Körpers überhaupt aus seinen
Flächenelementen ein subjektiver Faktor ist, d. h. aus den einzelnen
Empfindungen der Sinne macht der Verstand ein Objekt. Also genau ge-