Full text : Lehrbuch des Deutschen Staatsrechts.

Vorwort.  V

Vorwort  zur  siebenten  Auflage.

 

Georg  Meyers  Lehrbuch  des  deutschen  Staatsrechts  wird  hiermit
  zum  siebenten  Male  in  einer  neuen  Auflage  der  Öffentlichkeit
übergeben.  Die  erste  und  selbstverständliche  Aufgabe  des  Herausgebers
  bestand  auch  diesmal  darin,  die  durch  die  fortschreitende
Entwicklung  des  Rechts,  der  Rechtsanwendung  und  der  Rechtswissenschaft
  bedingten  Änderungen  vorzunehmen.  Solche  Anderungen
  sind  nicht  besonders  kenntlich  gemacht.  Weiterhin  aber
habe  ich  mich  diesmal,  im  Unterschied  von  der  Vorauflage,  entschlossen,
  in  ziemlich  erheblichem  Umtange  Korrekturen  und  Zusätze
  im  Text  wie  in  den  Anmerkungen  anzubringen,  um  solche
Ansichten  des  Verfassers,  die  mir  nach  dem  jetzigen  Stande  der
Wissenschäft  nicht  mehr  haltbar  erschienen,  durch  die  meines  Erachtens
  richtigen  Meinungen  zu  ersetzen.  Hier  war,  im  Interesse
der  Klarstellung  der  Autorschaft,  eine  äußerliche  Kennzeichnung
geboten.  Diejenigen  Partien  und  einzelnen  Sätze  des  Buches,
welche  ich  als  mein  geistiges  Eigentum,  als  Ausdruck  meiner  von
G.  Meyer  abweichenden  Ansichten  aufgefaßt  zu  wissen  wünsche,
sind  in  eckige  Klammern  gesetzt,  die  ganz  von  mir  herrührenden
Anmerkungen  mit  kleinen  Buchstaben  bezeichnet.

Das  Buch  wird  in  drei  Teilen  ausgegeben  werden,  die  zusammen
  einen  Band  bilden.

Die  mühevolle  Arbeit,  Text  und  Anmerkungen  auch  in  bezug
auf  das  Recht  der  deutschen  Einzelstaaten,  die  kleinen  und  kleinsten
nicht  ausgenommen,  richtigzustellen,  ist  mir  in  weitem  Maße  durch
Herrn  Dr.  jur.  et  phil.  F.  W.  von  Rauchhaupt  in  Berlin  freundlichst
  abgenommen  worden,  der  auch  die  Korrektur  des  Buches
mitgelesen  hat.  Die  mir  hierdurch  geleistete  Hilfe  war  so  wertvoll,
  daß  es  mir  Bedürfnis  ist,  ihrer  auch  an  dieser  Stelle  dankbar
zu  gedenken.

Berlin-Grunewald,  Juni  1914.
Gerbard  Anschütz.