Kosenheimer Anzeiger
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RNosenheimer r Tagblatt
Amtliches Publikalions--Organ
N###er 273 ###m##: Sohmn v. Rreuz
Freitag, 24. November 1916
rVl#n
Der Gesetzentwurf über die Zivildienstpflicht.
Einberusung des Reichstag s zum 25. November. —
Kaiser Karl von Oeft rrich an seine Völker. —
Die „Deutschland“
auf der Heimfahrt. — Fortschritte dei Orsova. — Ein euglisches Hespitalsch ff im A gäischen Meer gesunken. — Nocker ve rhaftet.
Zum Vormarsch in der Walechel.
Die sirlegslate.
Abendbericht vom 22. November.
WIB. Berlin, 22. November. (Amtlich.)
Abends.
Im Sommegebiet nichts von Bedeutung.
Bei Orsova Fortschritte.
Nordöftlich Monastir scheiterten Ententeangrisse
an der deutsch-bulgarischen Front.
# n n
WTB. Grohjes Hauptguartie r. den
2 3. November. Amtlich.
Westlicher Kriegsschauplat.
Front des General-Feldmarschalls
Kronprinzen Rupprecht v. Banern.
den Abendstunden nahm das seindliche
. uueriefeuer beiderseits der Ancre und im
Sailly-Abschnitt zu. Teilangriffe der Engländer
nördlich von Guendecourt, der Frangosen
gegen den Nordwestrand des St. Pierre-Vaasl=Waldes
scheiterten.
" Me#fiKriegsf##u#la.
Heeresfront es Generalfeldmar-=lsealls
Prinzen Leopold p. Bayern.
Südlich von Smorgon nach flarker Feuervor.
bereitung vorgehende russische Patrouillen wurden
vertrieben. Aufklärendes Welter rief an
eschiedenen Stellen der Front zwischen Ostsee
mnd Waldkarpathen regere Artillerietätigkeit
2½ 4 ·
Front des Generalobersten
frzherzogs Joseph.
Am Ostrande von Siebenbürgen Gefechie
von Aufklärungsabteilungen. Die Russen rersllällten
sich dort. In der Walachei hat sich
die Lage nicht verändert. Bei Trafova# sielen
neben anderer Beute 300 Eisenbahnwagen in
unsere Hand. 1
Balkan-Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe d
eneralseldnschalls v. —
In der Dobrudscha und an der Donan an
nehreren Punkten Artilleriefeuer.
Mazebonische Front.
Die Gefeckte östlich des Ochrida. Sees endeten
mit hem Mückzug des Gegners. Auf der deutschbulgaruschen
Front zwischen dem Prelpa. See
und dem östlichen Cerna-Lauf wurden mehr.
lache Teilvorstöße und aouf den Höhen ölthch.
von Paralovo slarke Angriffe der Franzosen
S###ngeschlagen.
Mer erste Generalquartierme heri
—
——
R. Großes Hauptquartfer, 22
##milic, wird verlautbart:
November.
75
Oeslicher Kriegsschanplaz.
Crajowa ist nach kurzem Kampf genommen
worden. Beiderseits des Alt-Flusses wichen die
Rumänen weiter zurück.
Nördlich von Kampolung blieben alle An.
stiengungen des Feindes, durch erbitterte Angriffe
Erfolge zu erzielen, abermals ergebnislos.
Sonfst an der Oslfront nichts von Belang.
" ""
WIB8 Wien, 23. Nov. Amtlich wird verlautar#t:
S##e##ih 1ieschenpss.
Sceresfront des Generalobersten
Erzherzogs Joseph.
Un der unteren Cerna haben wir auf dem
rinken Ufer Fuß gefaßt. Sonst aus der Walachei
nichts zu melden. An der ungarischen Ostgrenze
und in den Waldkarpathen war oie rtillerietätigkeit
reger. n
Heeresfront
des HKeneralseldmarschalls
#Arinzen Leopold von Bayern,
Stellenweise gesteigerter Geschützkampf.
Itallenischer Kriegsschauplanz.
und
Sflbsstlicher Kriegsschauplatz.
ilnwerändert.
Der Hiellvertreter des Thefs des Generalstabs:
vo# Hofer, Gelmmarschallentnamt.
S
Die Slollbienfipflicht.
Berlin, 22. Nov. Der Hesetzentwurf uber
den valerländischen Hilfsdienst lautet:
§ 1. Jeder männliche Deutsche vom vollendeten
17. bis zum vollendeten 50. Lebensjahre,
soweit er nicht zum Dienste in der bewaffneten
Macht einberufen ist, ist zum raterländishen.
Hilfsdienst während des RKrieges verpslich“ t.
§8 2. Als vaterländischer Hilfsdienst gilt außer
dem Dienst bei Behörden und behördlichen Einrichtungen
insbesondere die Arbeit in der Kriegsindustrie,
in der Landwirtschaft, in der Rrantenofluge
und in den kriegswirtschaftlichen Organisalionen
jeder Art, sowie in sonstigen Betrieen,
für Zwecke der Kriegfuhrung oder der
Volksversorgung unmittelbar oder mitteloar ron
Bedeutung ind. V Leitung des vaterländicchen
rlo
*2
dienstes obliegt beim königlich preußischen
kriegeministerium dem errichteten Kriegzumt.
#§ 3. Der Bundesrat erläßt zur Ausfuhrung
dieses Gesetzes die erforderlichen Bestimmunden.
Er kann Juwiderhandlungen mit Gefängnis
bis zu einem Jahre und mit Gelostrafe bis
zu 10 000 Mark oder mit einer dieser Strasen
dder mit Haft bedrohen.
* 4. Das Gesetz tritt mit dem Tage der
Verlündung in Kraft. Der Bundesrat bestimmt
den Zeitpunkt des Außerkrafttrelens.
* *
Dem Gesetzentwurf ist eine längere Beqründung
beigegeben, in der es heißt: Um den Sieg
zu erringen, ist geboten, die Kraft des gesamien
Volkes in den Dienst des Vaterlandes zu stellen.
Zu desem Zwecke ilt die gesamte, nicht zum
Zeeresdienjte herangezogene Bevölkerung in der
Heimat zu erfassen. Dies ist die Aufgabe des
Kriegsamtes. Wer irgendwie arbeiten kann.
hat in dieser großen, schweren Zeit kein Recht
mehr, müßig zu sein. Durch das Gesech soli eine
gesetziiche Verpflichtung zum vaterländischen
Oils= dienst geschaffen werden. Wie im Deeres,
dienst darf dabei keine Rücksicht auf ioziule Unterschiede
gelten. Fur den vaterländischen Hilfsdienst,
welcher Art er auch sei, kann es nur
Sl#atebürger, aber nicht Schichten und Klassen
geben. Bei der Ueberweisung zur Beschäfti gung
wird, soweit das vaterländische Interesse dies
geflattet, auf Lebensalter, Familienverhä#tnisse,
Wohnort, Gesundheit und lieherig Tätigkeit
der Hilfsdienstpflichtigen gebührende Rücksicht
zu nehmen sein. Streitigkeiten sollen von militarischen
Schlich tungsstellen entschieden werden.
Den gleichen Zwang für Frauen auszusprechen.
scheint entbehrlich in Erwägung desien, daß im
Krieg die bisher so bewährte Arbeitskcaft der
deutsch n Frau auch ohne besonderen Antrich
in rer * 5 Maße wird bereitgestellt werden kon.
nen. Die Heranziehung erfolgt in der Regel
znuächst durch eine Aufforderung zur freimliigen
Meldung. Soweit dieser Aufforderung nicht
in ausreichendem Maße entsprochen wird. erfolgt
die Heranziehung durch schriftliche Aufsorderung.
Jeder, der eine Aufforderung bekommt,
hat bei einer der in Frage kommenden
Stellen Arbeit zu suchen.
Einberufung des Reichstags.
Verlin. 22. Nev. Der Reichstag wird durch
Kaiserlick: VUerordnung Lerufen, am 25. Norember
in Berlin zusammentreten.
Mcgemeines vom Kries.
Vertrauensvolle Zusammenarbeik.
Berlin, 22. Novr. Di: „Nordd. Allgem.
Itg.“ schteibtn unter der Ueberich. rift „Einheit des
Handelns“: Das erste Erforderni? 4% reider
Aucgfuhrung ist Cinbeit de: Fandel##s, au
auf der inneren Front. Der Krieg ö5: #nicht nur
e in Kampf der Wassen, sondern auch ein Kampf
der Wirtschaft. Die Erzeugung der Krigobedarses
und die Vollsversorqung sind für den
Kriegsausgang von cer al# ch, :MWichtigkeit,
wie die eigentlichen Kriegehandlungen. In allen
diesen Dingen brauchen uir das enaste Zusammenwirken
aller Beteiliglen. Dieses Zusammenwirken
herzustellen und aufrechtzuerhalnen it
die oberste Aufgabe der leitenden Siellen. In
der Frage des raterlandischen ei
ihre gemeinsame Arbeit eine neue Probe abieg#en.
Wenn es eines schlagenden Beweises für dieses
vertrauensrolle Zusammenwirken beourft hatte.
so Cärc der Beweis erbracht durch den Brief
Hindenburgs an den Reichslanzier vom E#. Serlember
und die Folge, die der Kar iürdr dem
Briefe gab. Offen und jreimutig teilt der Feldmarickall
dem Kanzler eine Sorgen und
Wunsche mit. Offen und sirimun bringt der
Kanzler mit einem warmen Appeil den Brief zur
Kenntnis der Bundesregierungen. in deren
Hand die Ausfuhrung auf dein Gebicte der
Volisernahrung liegt: deen ##r sieht in dem
Schreiben des Feldmarschalls die benar werr.
vollsic Unterstunung leiner cigenen Beltrebun.
gen. Leider unterblieb der Veiuch nichl. den
Brief und seine Weilergade däaich den Nanzler
als ein Zeugnis vertrauensroller Zusammenurbeil
in das Gegentei. um 10 ran Hätte der
Kanzler Grund gehabl. Krütk und Eimischung
zu sehen, wo weriwolle Mitarbeit 192 boten war,
lo hätte er den Brief wohl under- behandet:.
L er ihn selb't verbreiteic. zrugt nicht nur
von vertrauensvoller Einheit des Denkens und
HLandelns an den leitencen Sellen, sondein
auch davon. daß licine Gesinnung dott leinen
NRaum hatl.
Wiede: eine Spenvte.
Berlin. 22. Nov. Auf den Brief Hindenburgs
hin beschloifen die Land# irid in Ka.,
tenkirchen in dem bolsteinuschen K# c sscgebetg
in einer großen Versammlung einttunng, von
ledem im Hauchalt geschlachteten Schwein 17
bes gewonnenen Schmalzes sreiwillig gegen ein
Enigelt von 2.50 Mk. pro Pfd. ferner von der
dem Selbstversorger zusichenden Butter 50)
Gramm pro Kopf und Woche zum Tag#preis
alaungeden. Dieser Beschluzz wurde dem Rriegscrnahrungsamt
mitgeteilt mit der Bitte, der
Gemeinde einen bestimmten Mictungskreis zuzuweisen,
damit die Fettmengen den Verbrau.
chern direkt übersandt werden lonnen.
Dae polnische Heer.
Berlin, 22. Nov. Wie aus Warschau gemeldet
wird, ist der Sig des Kommandeurs der
polnischen Legionen nach Warschau vrrlegt wor.
den. GEleichzeitig erfolgt die Distozierung eines
Legionsregimentes nach Warschau und der übrigen
Regimenter nach groheren Städten des
Königreichs. Die Leitung der Werbeektion für
die polnische Armec wind 11½.10, 155 1# Offitiec#
der polnischen Legion erte.n ## b. u.