11. November Elftes Kapitel 387
würden, was beiläufig ganz richtig ist, aber nicht von der Rue de
Provence ausgeht. Hoff sei der Sohn eines hervorragenden badischen
Abgeordneten und der Bruder des Düsseldorfer Malers. Er habe
auch in die Hamburger Nachrichten sowie in die Augsburger All—
gemeine Zeitung geschrieben, und schon seit 1864 in patriotischem
Sinne. Der Großherzog von Baden, an den er sich gewandt,
oder dessen Umgebung habe erklärt, nichts für ihn thun zu können,
und so hätte der Arme sich mit Schande bedroht geglaubt und
nicht mehr leben mögen, zumal da er mit der Ausweisung auch den
Verlust seiner Korrespondenzen vor sich gesehen habe.
Der Chef bemerkte, als ich ihm den Fall mitteilte: „Das ist
doch recht schade, aber er ist ein Hansnarr; wenn er sich an mich
gewandt hätte, so wäre ihm die Sache erspart worden.“
Beim Thee wurde Hoff von Hatzfeldt und Bismarck-Bohlen
ebenfalls lebhaft bedauert, da auch Graf Solms ihn gegen sie als
einen wohlgesinnten und uns nützlichen Menschen gelobt hatte.
Bohlen knüpfte dann an diese Ausweisungsgeschichte näheres über
die des honorabeln O'Sullivan. Der Chef hätte, als er neulich
beim Kronprinzen speiste, neben dem Amerikaner gesessen und sich
mit ihm unterhalten, dabei aber hätte sich seiner das bestimmte
Gefühl bemächtigt, daß der Herr mit dem irischen Namen ein
politischer Schwindler sei. Nach Tische hätte er infolge dessen mit
dem Kronprinzen gesprochen und ihn gefragt, wer ihm den empfohlen
habe. — Der Herzog von Koburg, wäre die Antwort gewesen. —
„Nun, Sie nehmens mir wohl nicht übel, Königliche Hoheit, wenn
ich ihn verhaften oder wegschaffen lasse?“ hätte darauf der Chef
gesagt. „Er macht mir den Eindruck, ein Spion und Schwindler
zu sein.“ — „Ganz und gar nicht,“ hätte der Kronprinz erwidert,
und darauf sei Stieber beauftragt worden, sich näher nach dem
Herrn zu erkundigen. Dies sei geschehen, und die Folge sei ge—
wesen, daß O'Sullivan durch Blumenthal-z zu sofortiger Abreise aufgefordert
und diese Weisung, obwohl seine Frau behauptete, er sei
krank, aufrecht erhalten worden sei.
Bohlen, der heute besonders mitteilsam gestimmt schien, erzählte
dann noch verschiedne anmutige Geschichtchen von den Herrschaften
im Hotel des Reservoirs und zuletzt eine Anekdote von unserm
Minister, die wir notieren wollen, obschon anzunehmen ist, daß bei
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