Achtes Kapitel.
Die übrigen Verhandlungsgegenstände und der Reichstagsabschied.
Während in der angegebenenWeise die wichtigste Angelegenheit,
mit welcher sich der Reichstag zu befassen hatte, zum Austrag.
gebracht wurde, hatten die Stände auch bereits begonnen, sich der
Erledigung der übrigen Aufgaben, welche ihnen vorlagen, zuzuwenden.
Schon mehrfach war davon die Rede; doch wird hier
der Ort sein, um im Zusammenhang, wenngleich mit der Kürze,
wie sie dem geringen Erfolg entspricht, den diese Festsetzungen
hatten, zu betrachten und darzustellen, was die versammelten
Reichsglieder auf den übrigen Gebieten verhandelt, versucht und
beschlossen haben.
Wir beginnen mit der Türkenhilfe.
Wie die Türkenfrage schon seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts
einen fast ständigen Platz auf den Tagesordnungen der
deutschen Reichstage behauptet hatte, so war sie auch bei den
letztvergangenen Reichsverhandlungen vielfach ventiliert worden.
Seit Jahren erwartete man einen nachdrücklichen Angriff der
Türken auf Ungarn. Schon hatte sich der Kaiser bereit erklärt,
dafs die ihm in Worms bewilligte Romzugshilfe des Reiches ganz
oder teilweise gegen die Türken verwandt würde, und es waren
daraufhin zuletzt in Nürnberg dem König von Ungarn zwei Viertel
dieser auf zwanzigtausend Mann zu Fufs verauschlagten Romzugshilfe
als „eilende‘ Hilfe zugesagt worden, welche ihm zuziehen
sollten, sobald es not thue. Ueber eine „beharrliche“ Hilfe für
Ungarn sollte der zu Nürnberg vereinbarte Speirer Tag sich schlüssig