Full text : Rosenheimer Anzeiger. 63. Jahrngang (63)

 

 

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tDlen-tas,  22,  Marz  i612

 

Die  rassische  Revolnkon.

-  Der  Zar.
Berlin,  25.  März.  Aus  —lr  kamen
  heute  alarmierende  Gerüchte  über  den  Ja-#ren.

  Darnach  sollte  er  aus  *  geflüchtet
  sein.  In  den  Zügen  in  Finnland  würde
süch  ihm  gesucht.  Ferner  sollte  der  Gouverneur
von  Uleaborg  telegraphisch  einen  hinter  dem  Za.
ren  erlassenen  Steckbrief  erhalten  haben.  All
bese  WMeldungen  scheinen  auf  Ti  n  7
eruhen.  Denn  unter  dem  25  miset
—  kussisce  .  W  Alle  oe
rüchte,  daß  der  Zar  geflohen  ist,  sind  frei  erfun.
den.

Rußland  Republik?:

Petersburg,  25.  März.  (Reutermel.
dung.)  Der  Zentralausschuß  und  die  parlamen
tarische  Fraktion  der  konstilutionellen  demokratischen
  Partei  entschied  sich  in  einer  Beratung
über  die  einzuführende  Regierungsform  für  die
demokratische  Nepublik.  In  der  allgemeinen  Versammlung
  des  Parteitages  in  Petersburg  am  7.
April  wird  ein  in  diesem  Sime  abgefaßter  Be
richt  vorgelegt  werden.

Ein  Revolutionstribunal.

Genf,  25.  März.  Dem  „Pelit  Parisien““
wird  aus  Pelersburg  gedrahtet:  Die  provisorische
  Regierung  beabsichtigt,  ein  Revolutionstribunal
  zu  errichten,  das  über  das  Schicksal  aller
unter  der  Anklage  des  „Volksverrats“  stehenden
Minister  und  Personen  entscheiden  soll.  Dem
Tribunal  gehören  hervorragende  Nechlsanwalte
sowie  Mitglieder  der  Duma  an.

Großfürst  Nikolai  abgesetzzt.

Petersburg,  25.  März.  (Reuler.)  Großfürst
  Nikolaus  ist  seines  Postens  als  Oberbefehlshaber
  enthoben  worden.  Alerejew  hat  bis  zur
Ernennung  eines  Nachfolgers  die  Stelle  übernommen.


Ein  Revolutionsprinz  kaltgestellt.

Bern,  24.  März.  Nach  einer  Meldung  des
„Erpreß  de  Lyon“  aus  Petersburg  legte  Groh
jurst  Kyrill  das  Kommando  der  Marinegarde
nieder.

Eine  Kontrollkommission.

Stockholm,  24.  März.  Eine  englische  Mililtärmission,
  an  deren  Spitze  eine  dem  englischen
Königshaus  nahestehende  Persönlichkeit  steht,
wird  demnächst  in  1  tersburg  erwartet.  Die
Entsendung  der  Mission  sieht  im  engsten  Zusam.
menhang  mit  der  geplanien  russischen  Offensive,
da  in  England  befurchtet  wird,  daß  infolge  der
Umwälzung  in  Rußland  die  sauf  der  Petersburger
  Konferenz  gefaßten  Beschlusse  nicht  durchgeführt
  würden.

Die  Opfer  des  Umsturzes.

Stockholm,  25.  März.  Eine  große  Schar
von  Ausländern  hat  jetzt  Rußland  verlassen.  Es
steht  fest,  daß  bei  den  Petersburger  Unruhen  68
Engländer  und  ein  Dane  erschossen  worden  sind.
Die  Zahl  der  Getotelen  wird  auf  mindestens
20  000  geschätzt.  Die  amtlichen  Angaben  von
20/  werden  als  ganz  unzukreffend  bezeichnet.

&  Dhas  Ballan-Uulernehmen.

Schwere  feindliche  Verluste  bei
Monastir.

Budapest,  25.  März.  Der  Berichterstatter
des  „Az  Est“  meldet:  Die  Angriffskraft  der
Franzosen  und  J#aliener  in  Westmazedonien  sei
endgültig  und  vollständig  gebrochen.  Sie  hatlen
  in  den  10  Tagen  ihrer  Angriffe  an  Toten
und  Verwundeten  50  (X00  Mann  eingebüßt.

 

 

bie  Rämpfe  an  der  Ancre.

Aus  dem  Großen  Hauptauartier  wird  uns  geschrieben:


Nur  langsam  und  zögernd  haiten  die  Eng.
lander  sich  entschlossen,  unseren  Truppen  in  das
Oovlände  zu  folgen,  welches  wir  ihnen  seit  dem
W.  Februar  uberlassen  hatten.  Das  energische

“  0  unserer  Nachhuten  und  unserer  Artillerie

ließ  sie  stutzen  und  m  achte  ihnen  jeden  Schritt  Bodens
  streitig.  Wenn  unsere  Verschleierungsmaßregeln
  alsdann  ihren  Zweck  erfüllt  hatten  und
ein  weilerer  (Geländeabschnitt  von  uns  freigege
ben  wurde,  so  kundigten  die  englischen  Heeres
berichte  das  als  „Siege“  und  „Eroberungen“  u

„Befreiungen“  an.

Erst  seit  dem  28.  Februar  rafften  die  Angrei.
ser  sich  zu  kräftigerem  Nachdringen  auf,  und  nun.
mehr  entspannen  sich  im  Vorfeld  unserer  neuen
Stellungen  drei  Gruppen  von  Kämpfen,  die  eine
eingehendere  Schilderung  rechtfertigen.  Stellen
he  doch  dem  Geist  unserer  Unterführer  und  un
serer  Truppe  ein  glänzendes  Zeugnis  aus.

1.

Den  äußersten  Vorsprung,  mit  welchem  der
don  uns  nunmehr  aufgegebene  Geländestreifen
z  die  feindlichen  Linien  hineinragte,  bildele  om
Dorf  (bommecourt.  Alle  Angriffe  der  Franzo.
sen  wie  der  Engländer  gegen  diesen  Punkt  waren
gescheitert,  auch  schon  vor  der  Sommeschlacht.  Bei
Beginn  der  letzteren  hatte  der  Gegner  nach  der
bekannten  einwöchigen  Artillerievorbereitung  am

Juli  1916  das  Dorf  mit  starken  Kräften  an.

egriffen,  war  aber  nur  an  einigen  Stellen  in
die  Gräben  eingedrungen  und  schon  am  Abend

besselben  Tages  nach  Werkusk  von  aa  enen  VGesangenen
  und  sehr  vieler  Toten  wieder  hi

len  worden.  Seitdem  ba#te  mur  uunch  Irenlr  n.
lerie,  diese  aber  sehr  stark,  im  Laufe  der  acht
Monate  sett  Beginn  der  Schlacht  auf  den  Ort
gewirkt  und  ihn  völlig  zusammengeschossen;  auch
das  prächtige  Schloß  mit  seinem  wundervollen
alten  Park  war,  wie  soviele  andere  im  Somme

urbiet,  durch  1  und  englisches  *
feuer  vertilgt  wo#“  Sehr

g  —E  enan  elen
fehl  von  oben  Folge  zu  leisten,  derr  inen  die
Räumung  der  ihnen  nachgerade  ans  Herz  gewachsenen
  Gräben  und  der  unterirdischen  Behausungen
  auferlegte,  in  denen  sie  unter  unsagbar
  schwierigen  Verhältnissen  während  der
endlosen  Schlachtmonate  dem  feindlichen  Feuer
Trotz  geboten  hatten.  Als  der  Feind  eine  Reihe
von  Tagen  nach  der  Räumung  es  endlich
wagt  hatte,  sich  in  dem  Dorfe  mit  starteren
trouillen  festzusetzen,  drangen  unsere  Nachhuten
aus  e#igenem  Antrieb  nochmals  in  den  Oru  ein,
warfen  den  Feind  wieder  hinaus,  besetzten  das
„Kermwerk“  unserer  verlassenen  Stellung,  das
scon  in  Kämpfen  des  1.  Juli  den  Rüclhalt  un
seres  Widerstandes  gebildet  hatte,  aufs  neue  und
holten  sich  so  die  Heimsttaize  langer  schwerer  Monate
  noch  einmal  zurück.  Es  bedurfte  eines  neuen
asdgücklichen  Befehls,  um  sie  zur  Räumung,
ihrer  alten  Kampfstätte  zu  veranlassen.

E.

das  Gefühl  der  unbedie  Ue
Feldklriege  Ub#er  den  rsn  —
kompf  gegentftbergetretenen  Gegner  unerschütter.
lich  befestigt.
2.

Wie  die  Ecke  bei  (Sommecwurt  weit  nach  Wesien,
  so  stieß  nach  Sudwestemn  die  Zacke  bei  Grand.
court  um  tiefsten  im  die  feindliche  Stellung  hinein
und  sah  sich  gleich  jener  dem  sie  aus  Front  und
Flaule  lonenm###n  fassenden  Feuer  ausgesegzt.
Dies  machie  sich  um  so  mehr  geltend,  als  diese
zweile  „windige  Ecke“  zudem  eine  größere  Anzahl
  von  weiteren  Dôrfern  umfaßte:  nämlich
Serre,  Puisieur,  Miraumont,  Irles  und  Pys.
Zwar  waren  alle  diese  schönen  französischen  Ort.
schaften  durch  das  Feuer  der  Bundesgenossen
der  Franzosen  längst  in  völlig  gestaltlose  Trümmerhaufen
  verwandelt  und  unterschieden  sich
kaum  mehr  von  den  sie  ehemals  umgebenden
Ackergebreiten,  die  ebensalls  nur  noch  einen  Wust
von  Granatwichtern  darstellten.  Namentlich  das
die  westliche  Ecke  dieses  Abschnitts  bildende  Dorf
Serre  war  buchttablich  vom  Erdboden  wegralierl.
  Die  „Befreiung“  dieser  Dörfer,  welche  von
den  seindlichen  Heeresberichten  mit  komodiankischer
  Begeisterung  hervorgehoben  wird,  kommt  zu
spät,  um  in  ihren  ehemaligen  Bewohnern  andere
Gesühle  als  die  einer  recht  platonischen  Genug.- 



ltuung  auszulösen.  Trot  ihres  an  menschliche

 

daß
daß
daß
daß

verlangen  kann;

versügen  kann;

da
daß
daß

##

Quittung  für

Während  der  nun  schärfer  einsetzenden  Nach.
huktämpfe  leisteten  die  Verteidiger  dem  allmählich
  und  zaghaft  nachrückenden  Feinde  zähen  Widerstand,
  stießen  immer  wieder  aufs  neue  vor
und  verhinderten  so  das  Nachrücken  des  Feindes
in  das  planmäßig  aufgegebene  Gelände  weit
über  den  im  voraus  angenommenen  Zeitraum
hinaus.  In  diesen  Kämpfen  zeigte  sich  aufs  deut.
lichste  die  Freude  unserer  Leule,  wieder  in  einen
Kampf  hineinzukommen,  der  an  den  Bewegungs
krieg  wenigstens  erinnerte.  Das  fröhliche  Drauf.
gangertum  der  Unterführer,  die  Lust  des  ge
meinen  Mannes  am  Abenteuer,  an  persönlicher
Gsobrund  Bewährung  traten  in  einem  Maßzsta.
de  hervor,  der  bewies,  dab  die  eninervenden
Einflüss  edes  langen  Grabenkrieges  den  Geist  der
Truppe  in  keiner  Weise  beeinträchtigt  hatten.
Was  in  diesen  Kämpfen  an  einzelnen  Mannes.
taten  geleistet  worden  ist,  muß  der  Regiments
geschccheschreibung  vortehalten  bleiben,  in  der
die  Kämpfe  dieser  Ta  ge  eine  ehrenvolle  Rolle
spielen  werden.  Zu  einer  besonders  lebhaften
Kampfhandlung  lam  es  am  27.  Februar  früh  bei
einem  stärkeren  Angriff  der  Engläuder  auf  das
hinter  der  bisherigen  deutschen  Linie  gelegene
Waldchen  bei  Höhe  125.  Hier  lat  sich  ein  Re.
serveregiment,  das  sich  schon  im  ganzen  Feldzuge
hervorragend  bewährt  hatte  in  erbiltertem  Nah
ampfe  besonders  hervor.  Die  Erreichung  einer
wesentli  chigünftigeren  Stellung  hat  die  Trup.
pen  des  Nordwest.  Flügels  unserer  neuen  From#
ebenso  günftig  beeinflußt,  wie  der  Verlauf  der
Kämpfe  ihre  Stimmung  und  ihr  Selbstver- 



trauen.  Bei  Infanterie  und  Artillerie  hat  sich

ssen  andere  Wer

 
     

n

———n.

Zeichnet
die  sechste  Kriegsanleihe  und  wißt:
unser  unerschöpfliches  Nationalvermögen  Ener  Darlehen
an  den  Siaai  vielfach  sichert;
der  hohe  Ziussatz  vom  Reich  vor  dem  Jahre  1024  nicht
berabgesetzt  werden  kann  und  dors;
der  Inhaber  dann  Zurückzahlung

zum  vollen  Reunwert

jeder  Zeichner  durch  Verkaus  ober  Beleihung,  wann  und  wo
er  will,  über  das  angelegle  Geld  ganz  oder  leilweise  wieder

jede  Zeichnungsslelle  verpflichset  ist,  über  die  Höhe  der
einzelnen  Jeichnungen  Stillschweigen  zu  bewahren;
auch  der  zeichnen  lann,  der  lein  bores  Geld  hal,  weil  ihm  die

1  O.
99  #-.

Zinssußbeleihen;

ein  günsüges  Auleihe  ·  Ergebnis  IIIII
Hoffnung  rauben  muß,  uns  nieberzwingen  zu  können.

Gebt  unsern  Feinden  die

das  abgelehnte

Friedensangebot!

Zeichnet  mit  allem,  was  Ihr  ausbringen  könnt,  Kriegsanleihe!

     
  

5

#

 

Wohnstätten  auch  nicht  im  entferntesten  mehr  gemanenden
  Zustandes  übten  indessen  diese  nur
noch  auf  den  Karten  unterscheidbaren  geogranhi-.
schen  Punkte  auf  die  feindliche  Artillerie  noch
immer  eine  besondere  Anziehungskraft  aus.
Nimmt  man  hinzu,  daß  dieser  nachgerade  recht
unwirllich  geworden.  Abschnitt  der  deutschen
Stellung  durch  den  nererach  und  die  beiden
sumpfigen  Oberläufe  durchströmt  wird,  aus  dr

nen  er  innerhalb  des  Dorfes  Miraumont  zusammeminnt,
  so  erhellt,  daß  gerade  hier  der  Besehl,
  diese  Stellung  mit  einer  weiter  bergwärts
gelegenen  zu  verlauschen,  mit  besonderer  Freude
begrüßt  wurde.

Democh  haben  auch  hier  die  zur  Deckung  der
Zurücknahme  der  Front  bestimmten  Truppen  es
ihrem  Gegner  nicht  leicht  gemacht,  auf  dem  preis
gegebenen  Gelände  Fuß  zu  fassen.  Ihre  Patrouillen
  und  Nachhuten  im  Zusammenwirken
mit  der  über  die  Geländeverhältnisse  natürlich
genauestens  unterrichteten  Artillerie  hielten  den
Gegner  unter  so  wirksamem  Feuer,  daß  er  nur
sehr  langsam  sich  entschloß,  die  zerschossenen,
verschlammten  und  durch  die  deutschen  Spren
gungen  bis  zum  letzten  Rest  zerstörten  Andeu.
tungen  ehemaliger  Graben  zu  besetzen,  welche
die  Trümmerwüsten  durchzogen,  die  einmol  Pui
sieur  oder  Miraumont  geheißen  hatien.  Nur
ganz  langsam  räunnen  die  hier  tätigen  Sicherungsabteilungen,
  dem  allgemein  erteilten  Be-8
  gemäß,  vor  den  gegen  den  28.  Februar  allmählich
  sich  zusammenziehenden  stärkeren  Ab
teilungen  des  Feindes  die  aufzugebenden  Ge- 



ländeabschnitte.  Am  genannten  Tage  fand  der

 

Feind  en#lich  den  Mut  zu  größrren  Angrifi#t-=handlungen,
  die  oher  bereiw.  im  Feuer  der  Nachuten
  und  der  Artilleru  zusammenbrachen

E  Betschledene  Aattichlen.  V

Berlin,  25.  März,  Tie  Famtie  des
Staatssekretar“  im  Reichemarineamt  v.  Capelle
ist  von  einem  neuen  schweren  Schlag  betroffen
worden.  Wie  bereits  mitgeteilt,  ist  die  Tochter
des  Staatssetretäre  Frau  v.  Saldern.  in  Japan
einem  Raubmord  zum  SE  pfer  gefallen.  Ihr  iit
mun  auch  ihr  Gatte.  Kaplianleutnant  v.  Saldern,
  in  den  Tod  gesolgt.  Kapitänleutnam  v.
Saldern  der  bei  Kriegsausbruch  sich  in  Is#
lau  befand,  wurde  als  Kriegsgefangener  nach
Fukuako  gebracht,  wohin  ihn  seine  Gainn  begleitete.
  Als  er  von  dem  traurigen  Schicksal
seiner  Gattin  erfuhr,  hat  er  aue  Schmer  uber
diesen  Verlust  Hand  an  sich  geleg:.

Prag,  25.  März.  Bei  Pardubitz  ereigneie
sich  ein  schweres  Boolsungluck.  Eine  Getreide
lommission  der  Regierung,  beitehend  aus  einem
Gutsbesitzer,  einem  Lehrer  und  funf  Soldaien.
wollie  von  Paroubig  nach  Pscheloutsch  über  die
Elte  seyen,  die  infolge  der  iftarlen  Schneesall-Hochwassen
  führte.  In  der  Mitte  des  Stromes.
auf  dem  große  Eisschollen  trieben,  kenterte  der
Kahn  und  alle  Insassen  nurzien  in  die  Elbe.
Nur  der  Kahnführer  konnte  dao  User  schwim
mend  erreichen  und  sein  Leben  rent##en.  De  sie
den  Mitglieder  der  Getreidekommission  fanden
den  Tod  in  den  Wellen.

Zuürich,  25.  Marz.
derahat  die  Einfuhrurg
gelehnt.

Brwersche  Nachelchten.

Ingolstadt,  25.  März.  Die  Brauerei  Am
berger  in  Kösching  (bei  Ingolstadt)  bringt  schon
seit  zwei  Monaten  Dunndier  in  den  Vertehr,  oas
von  der  Landbevolkerung  gut  ausgenommen
wird.  Der  Literpreis  beträgl  beim  Ausschank
20  Pfg.  Es  ist  ebenso  gut  wie  manch  anderes
Bier,  das  zum  Preise  von  32  Pfg.  verkauft  wird
und  ehedem  33  Pfa.  kostete.  Wenn  es  dieier
Kleinbrauerei  möglich  ift,  Dunndier  zu  20  U'g.
in  den  Ausschank  zu  bringen,  w##um  sollte  die-Oroßbrauereien
  nich  auch  möglich  sein-Deidesheim,

  5.  Marz.  Reichsrat  Buhl  fif
tete  je  100  000  *  für  den  Fond=  für  Kriegs
hinterbliebene  und  für  die  Bayerische  Invalidenfürsorge.


&  —  *
i#  Geenende.
Kufstein,  23.  Marz.  Da#  Ende  des  Breres
naht  heran.  Tie  Heranziehung  der  Mehrzahl
der  fur  die  Erzeugung  des  Bieres  benötigten
Nostoffe  zur  menschlicken  Ernährung  har  auto
matisch  zur  fländigen  Verringerung  der  Bierpro
duktion  geführt.  Von  den  1010  Brauereien
Oesterreichs  sind  annadhernd  60/  Brauereien  still
gelegt.  Diese  Ziffer  erhöht  sich  aber  jetzt  tag.
lich.  Die  noch  arbeitenden  Verriebe  strecken  ihre
geringen  Materialvorrate  nach  Kräften.  Wie
lange  die  technischen  Möglichkeiten,  insbesondere
die  Beistellung  von  Kohle,  dies  geftatten  wer
den,  iit  noch  nicht  voraus  zusehen,  doch  ist,  wie
schon  kurz  gemeldet,  in  der  Zeit  zwischen  Jun
und  September  dieses  Jahres  die  ganzlicke  Still
legung  der  Brauindustrie  zu  erwarien,  da  die
österreichischen  Brauereien  auf  eine  weitere  Zu
weisung  von  Gerite  nicht  mehr  rechnen  dürfen.
Angesichts  dieseo  Umkandes  hat  die  Brauer
zentrale  beschlossen,  eine  Notftandsamion  einzm
leiten,  die  den  kleineren  und  mittleren  Brauereien
das  Ueberdauern  der  Krife  ermoglichen  soll.  Das
Grundprinzip  dieser  Notstandsaktion  i#l,  das.
man  die  Kontingeme  bewerten  will.  Die  Komin
gente  bilden  Werte  und  diese  Werie  können  dann
in  Friedenszeiten  von  den  betriebsfähigen
Brauereien  gegen  eine  emsprechende  Entichadi
gung  übernommen  werden.

Kufstein,  25.  Marz.
werden  in  der  Fack  zeitschrift

 

Der  schwetzeriscze  Bur
der  Sommerzeil  ab

 

 

Bedenkliche  (beschafte.
„Die  Seise  der

Oel  und  Feltzemrale  in  Wien  zum  Vorwurf
gemacht.  Die  Firma  Fridolin  Wegmann  (Laad!

in  Kufstein  teilt  darin  mit,  daß  sie  im  Sextember
1916  durch  die  Firma  Andreas  Hofer.  Kufstein.

von  der  Firma  C.  W.  Vundam.  Rotterdam.
einen  Waggon  (1001/7,20  Kilon  à„  Frzenlige

Stangenfseife  erhiell,  der  jedoch  von  der  Zen
trale  uit  der  Begründung  eines  Einfuhrverbotes
beschlagnahmt  wurde.  Der  Waggon  mußke  an
die  Apollowerle  in  Wien  gesandt  werden  und
kostetie  der  Firma  Weamann  einschließlich  Un
kosten  47278.17  Kr.  Die  Oel  und  Feliuzenwate
bezahlte  hiefür  iedoch  nur  26  957,15  Kr.  mit  der
Begründung,  dass  sie  nur  zu  e  Zahlung  ver
Dlich:et  sei,  und  zua  durch  eine  Ab-  machung  mit
der  deutschen  und  ungarischen  zentrale,  ein
Mehranfpruch  jedoch  nicht  gellend  gemad  #  wer
den  lonne.  Die  Firma  Weam  zun  erln  hiedurch
einen  Schaden  von  20  321,002  Kr,  ginz  abge.
selhen  von  den  Zinsverluflen,  Klageloslen  usm.
Es  märe  nun  imer#  an:,  unt.r  Uuelte:  Bereich.
nung  und  zu  welchem  Preis  die  Le.  und  ZFellzentrale
  diesen  Waggon  algegeren  hat.  Diele
„Jeutralen“  werden  später  enmal  cn  saule#:es
Kapitel  in  der  Wirtschaftsgeichic  1  des  Welt.
krieges  bilden!