46 Schlacht bei Wörth.
aus noch einen letzten verzweifelten Versuch, durch wüthende Kavalle—
rieangriffe die Deutschen wieder in das Thal hinabzuwerfen, aber die
stolzen Panzerreiter sanken wie die Halme des Feldes unter dem ver—
nichtenden Feuer der deutschen Batterien. Kurz nach 3 Uhr wurde
Fröschweiler vom 5., 11. Korps und den Würtembergern zugleich ge—
stürmt, Tausende von den niebesiegten Franzosen wurden gefangen,
und der berühmte Herzog von Magenta eilte mit den Resten seines
Heeres in wilder Flucht nach Reichshofen.
Doch auch hier jagte ihn preußische und würtembergische Kavallerie
wieder auf, und große Beute wurde von den flinken Reitern gemacht.
Das Zelt des Marschalls, seine Orden, die Kriegskasse mit einer
Viertelmillion fiel in ihre Hände.
Die Deutschen bezahlten den herrlichen Sieg mit einem Verlust
von 3500 Todten und Verwundeten, die Franzosen verloren das
Doppelte, und außerdem 10000 Gefangene. Einige vierzig Geschütze,
6 Mitrailleusen und zwei Adler fielen in die Hände der Sieger.
Das ganze Korps des Marschalls war völlig zersprengt, kaum
8000 Mann brachte er wieder zusammen, und erst in Chalons sam—
melten sich die Reste dieser algerischen Kerntruppen, mit welchen Napoleon
seinen Spaziergang nach Berlin hatte unternehmen wollen.
Das ganze Elsaß lag zu den Füßen des Siegers, und mit
Jubelruf marschirte König Wilhelms tapferer Fritz weiter, immer
tieser in das Herz des stolzen, gedemüthigten Frankreich hinein.
Doch nicht für den Kronprinzen allein war der 6. August ein
leuchtender Ehrentag, auch andre preußische Regimenter hatten an
demselben Tage sich mit herrlichem Ruhme bedeckt, und zwar an demselben
Orte, wo vier Tage früher der Kaiser Napoleon zu Ehren
seines Jungen jenes elende Theaterspiel hatte aufführen lassen, welches
jedem Sachkundigen nur ein verächtliches Achselzucken abgewinnen
konnte. «
Die Stadt Saarbrücken war, wie schon oben gesagt, von Preu—
ßen nur schwach besetzt gewesen, weil man noch nicht genug Truppen
zur Hand hatte, um starken französischen Abtheilungen mit Erfolg die
Spitze bieten zu können. In der Zeit vom 2. bis 4. August vollzog
sich jedoch der Aufmarsch unserer 1. und 2. Armee in großartigem