Metadata : Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1876. (53)

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und  dem  Verkäufer  in  dieser  Hinsicht  vollkommen  bekannt  sind.  Wo  letzteres  nicht  zutrifft,
  hat  sich  der  Käufer  über  seine  Befugniß  zur  Erwerbung  von  Gift  durch  ein  Zeugniß
  der  Ortspolizeibehörde  auszuweisen.

Das  Feilhalten  und  der  Verkauf  der  zum  Zweck  der  Vergiftung  von  lästigen  oder
schädlichen  Thieren  (Mäusen,  Ratten,  Wanzen,  Motten  2c.)  dienenden  giftigen  Zubereitungen
  ist  nur  in  Apotheken  gestattet.

Die  Apotheker  dürfen  diese  Gifte  nur  an  ihnen  persönlich  bekannte  Personen  abgeben,
  wenn  dieselben  unter  unverdächtigen  Umständen  verlangt  werden.

Jedem  Empfänger  ist  überdem  eine  kurze  gedruckte  Belehrung  über  die  beim  Gebrauch
  der  Gifte  anzuwendende  Vorsicht  einzuhändigen.

§.  4.

Die  beim  Verkauf  von  Giftwaaren  in  Verwendung  kommenden  Geräthschaften,

wie  Waagen,  Löffel  u.  s.  w.  dürfen  nur  zu  diesem  Zwecke  gebraucht  werden.

S.  5.

Wer  sich  mit  dem  Verkauf  von  Giftwaaren  befaßt,  ist  verpflichtet,  über  die  abgegebenen
  Gifte  ein  Tagbuch  mit  den  aus  der  Anlage  II.  ersichtlichen  Columnen  zu
führen  und  solches  mit  Seitenzahlen  und  unter  jeder  Seitenzahl  mit  dem  Stempel  des
Oberamts  versehen  zu  lassen.

In  das  Giftbuch  muß  jede  Abgabe  von  Giftwaaren,  welche  an  andere  Personen,
als  Handelsleute  und  Apotheker,  geschieht,  eingetragen  und  der  Empfang  vom  Käufer
oder  Abnehmer  bescheint  werden;  geschieht  die  Bescheinigung  nicht  im  Giftbuche  selbst,
so  muß  eine  besondere  Bescheinigung  beigebracht  und  letztere  unter  Beifügung  der  fortlaufenden
  Nummer  dem  Burche  beigelegt  werden.

Das  Giftbuch  muß  nebst  den  Bescheinigungen  zwanzig  Jahre  lang,  nachdem  seine
fernere  Benützung  aufgehört  hat,  aufbewahrt,  oder,  wenn  sich  der  Führer  desselben  früher
entledigen  will,  beim  Oberamt  deponirt  werden.

S.  6.

Wer  Giftwaaren  zur  Selbstverwendung  erworben  hat,  solche  aber  nicht  vollständig
verbraucht,  ist  verpflichtet,  den  Ueberrest  an  einen  Giftwaarenhändler  zurückzugeben  oder
solchen  in  unschädlicher  Weise  zu  vernichten.

Die  Ueberlassung  an  Dritte  ist  verboten.