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bei Luther und späteren norddeutschen Schriftstellern:
arme und füsze wie ein gluu erz Dan. 10, 6 mit der
Glosse gluu, hell, klar, polirt: das sie glw und vein
wie cin spiegel glenzen Werke 5, 26147; — glühend:
dic augen rot und glw funkeln Ausleg. der Epist. 1514;
der ofen ist sluh Bürger neuseeländ. Schlachtlied; cin
feuerbrand vom waldbaum gluh Freiligrath 2, 232;
im dichten staub und pulverrauch, wo gluh und aschig
jeder hauch Droste 415. — glühen, in Glut siehen
und setzen, gemeingermanisches, nur gothisch nicht bezeugtes
Wort ohne sichere Urverwandte, altnord. gloa,
altengl. glöwan, ahd. gluoen, cluojen, mhd. gluen,
gluejen; 1) intrauf., von Feuer durchdrungen, in höchster
Hitze sein: diu kraft des fiures gat in den stein, dazg
er rehte gluegende wirt Myst. 1, 296; daz wan gluend
gluot mit des poumes aschen bedecket Megenberg
325, 22; eine gluende kole Jes. 6, 6; messing, das im
olen gluet Offenb. 1, 15; in den gluenden olen geworsen
Dan. 3, 6; gluhender brand, gluehend eisen
Henisch; zu asche gluhn die flammen Geibel 1, 60;
kochend wie aus ofens rachen gluhn die lufte (bei
einer Feuersbrunst) Schiller Glocke 199; es gluhte
der mittag Stolberg 1, 91; bildlich von leuchtenden
Farben: das morgenrot, abendrot gluht; vo. im
dunkeln laub die goldorangen gluhn Goethe W. Meister
3, 1; von Körperteilen in Empfindung, Erregung, Krankheit:
gluhende ungen, wangen, gesichter, hände; die
vollen ndern gluhn Laune des Verliebten 8; die gluhende
wange der freude zu bleichen Schiller Kab. 3, 4; sanft
gluhten die bethauten wangen Künstler 207; zum tauben
himmel fleht ihr gluhend angesicht Zerst. Trojas 71;
ihre blicke gluhn zusammen Heyse 3, 133; ihre stirnen
gluhn Freiligrath 2, 130; von dem Sitz der Emfindung
und dieser selbst: er solde heim ze der Gwegen
heimucike, dar sin gedanc ie gluete Servatius 1626;
hütte meine scele nicht gegluht (vor Zorn) Goethe
Tasso 2, 4; un dieser gluhenden brust soll mein berz
wieder erwarmen Schiller Fiesko 1, 10; (daß) zürtlich
noch die herzen gluhn Klage der Ceres; aus allem,
was ich von ihm gelesen habe, gluht einc warme scele
heraus JMosen Brief 1837; dann will ich, dasz in
glohnden rausch Scheherezade dich versetzt Freiligrath
1, 169; ein gluhendes luslgefuhl Wildenbruch
Nov. 76; vom Menschen selbst: so gluhet fröhlich
heute Goethe Bundeslied; fantasie gluhender poeten
Schiller 2, 341; wie du jetet gluhst: WHauf
10, 38; mit Augabe des Grundes oder Zweckes einer
solchen Empfindung: er gluht vor eifer, begeisterung:;
sein volles auge gluhte von mutb und hoffnung Goethe
Iphig. 1, 4; dic heiszen lippen gluhten nach mehr
(Küssen) Laune des Verliebten 8; (ein Herz) gluht four
der ahnen gesetze Schiller Spaz. 77; mein herz gluht,
an dem seinigen zu schlagen Jungfr. 1, 2; dafür dichterisch
mit Acc.: sein auge gluht zorn, mut; da kömnn
er. . Eluht heitre freude Lessing Nath. 3, 7. 2) tranf.,
glühend machen: gluejen .. muoz eg (das Eisen) sich
läzen Barl. 211, 26; eisen, silber glüben bei Schmieden
Adelung; vgl. durchglumen. — In Zusammensetzungen:
Gübbserct, n. nur glühendes Feuer, unterschieden
vom tlammenscucr. — Glühhitze, k. aize eines
Körpers, daß er glüht; eisen in gluhbitze; bildlich:
die gluhbitze ihres hasses Döllinger acad. Vorträge
1, 339. — Glühofcn, m. Ofen zum Glühen von Körpern.
— Glühwein, m. gewürzter heißer Wein, der den
Körper durchglühen soll. — Glühwurm, m. Leuchtwurm.
Glummen, für glimmen (s. d.): glimmen, glummen,
tunkel leichten Henisch; ein glummend tocht Luther
von der Winkelmesse 1531; mit Umlaut: das glumende
tocht Matth. 12, 20. Dazu als Iterativ glumscu, schwach
fortglimmen: gewurz welches auf ein wenig kolen glumsct
B. d. Liebe 1914 (auch: von dem glunsenden feuwer 185,);
noch jetzt in gewöhnlicher Rede: das feuer glumst nur.
glühen — glumsen.
Glut — Gnade. 1214
Elnt, f. sehr hoher Grad von Hitze, ahd. mhd. gluot,
altengl. glẽd; in älterer Spr. gern bezogen auf die
Träger derselben, die glühenden Kohlen: sol einen napt
vol glut vom altur nemen 3. Mos. 16, 12; es schmidtt
einer das eisen in der zangen, erbeitet in der glut
Jes. 44, 12; eine glut .. dabei man sich werme 17, 14;
glut, gluhend kol Henisch; auch in neuer Spr. noch,
in der Haushaltung den topf auf dic glut setzen, kartoffeln
in der glut braten, bichterisch: du schurest gluth
auf gluth Goethe Tasso 2, 3; dasz ich .. dir die
kustanien aus den gluthen kratze Faust II 1; — den
Zustand bezeichnend: es brennet liechter lohe und beller
glut Luther von den Jüden 1543; zu neuer glut fachst
du die flammen an Grillparzer 3, 227; der sonne
glut; auf Empfindungen, und das was sie verrät, übertragen:
ir (der Liebe) glut ist fewrig Hohel. d, 6; scht
da die verse, die er schrieb und seine glut gesteht
Schiller Gang nach d. Eisenh.; dein auge (ist) gluth
Grillparzer 2, 11; der lippen fleberische gluth 56; dic
flammende gluth, die mir . die wangen bedeckt 4, 87;
einen in glut bringen, setzen, eincs glut anfachen; die
heilige glut der begeisterung; im Plur.: von der lust,
die drückend schwer, stehn die wangen ihr in glulen
Keller Werke 10, 86. — Zusammensetzungen: glutheiß,
klühend heiß: mit des danks gluthheiszer khrüne
Hofleist Käthchen v. Heilbr. 5, 11. — Glutpsanne, k.
Pfanne mit glühenden Kohlen. — gintrot, rot wie Glut
oder Glühendcs. Z„
Gnade, k. Neigung, Herablaung im Gothischen
und Altenglischen nicht vorhandenes Wort, altnord. nãd,
Plur. nähir Gnade und Ruhe, altsächs. näba und ginäha
Hilse, Huld, ahd. ginäda, auch schon gnäda, mhd. genüde
und gnäde; zum Verbum goth. nipan beisthen gestellt,
als dessen sinnliche Bed. neigen, sich nicderbeugen augenommen
wird, weil im Subst., nicht nur im Nordischen,
sondern auch mhd. der Begriff auch der Nuhe sich zeigt,
in Wendungen wie: daz si (die Menschen) an dem
sunnen tage gräde unt reste haben Geunesis in den
Fundgr. 2, 16; unz ich den nicht vunden hän, 8so
muog ich gnäde und ruowe län Iwein 5946; namentlich
in der Formel din sunne get ze genüdeen (= zur
Ruhe, unter,, die sich noch im älteren Nhd. vielfach fortsetzt:
alsbuld die sonn zu gnaden gangen war B. d. Liebe
125 ; nun, schau. die sonn zu gnaden gent Spee
Trutn. 143. Sonst ist die Bed. in der neueren Spr.
mehr als in der älteren verengt, — herablassende Gewogenheit:
1) Gottes gegen Menschen: zumene gotliche
gnade Die.; ich wil singen von der gnade ics herrn
ewiglich Ps. 99, 2; in verengtem theologischem Sinne:
das gnade eigentlich heiszet gottes hulde oder gunst,
die er zu uns treget bei sich selbs, aus welcher er geneiget
wird, Christum und den geist mit seinen guben
in uns zu gieszen Luther Vorrede auf die Epistel an
die Römer; gottes gnade war bei jm Lunc. 2, 40; die
ghade unsers herrn Ihesu Cbristi Röm. 16, 20; es is!
das heil uns kommen her aus gnad und lauler gule
Wackernagel Kirchenl. 3, 31; der dem solche Gabe zu
teil geworden, ist, stcht in der gnade, bei ihm ist die
gnade zum durchbruch gekommen; stand, zeit, reieh
der gnade, u. a. 2) des Menschen gegen Menschen, in
älterer Spr. auch des Glcichen gegen Gleichen, Gunst:
sit nieman min genäde büt Walther 55, 7; balten
genade bei dem ganzen volk Ap. Gesch. 2, 17; auf gnade
arbeiten, bei Handwerlsgesellen, gegen das was ihm
der Meister zutwillg gibt Adelung; im Mhd. das
einfache ge#näcle als Bitt= oder Danksormel, vgl. guaden;
— besonders aber, wie jetzt allein, des Höheren gegen
den Niederen: nieman denne got und die herren gnäde
tün mogen Kulmer Recht 3, 56; der fursten gnade misbrauchen
Stücke in Esther 6, 2; sein (des Königs) gnade
ist wie ein abhendregen Spr. Sal. 16, 15; es heißt um
gnade, gnade bitten (Jer. 14, 11. 1. Macc. 13, 15), gnade