Full text : Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1876. (53)

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Beim  Nieder=  und  Mittelwaldbetrieb  sind  die  nächst  liegenden  10  Jahresschläge,  soweit
  es  nicht  bereits  geschehen  ist,  vermessen  und  kartiren  zu  lassen.

Die  Uebersichtskarte  ist  im  20,000theiligen  Maßstab  anzufertigen.  Bei  kleinerem
Waldbesitz  kann  die  Flurkarte  an  die  Stelle  einer  besonderen  Uebersichtskarte  treten.

Die  Fertigung  der  Uebersichtskarte,  die  Vornahme  geometrischer  Arbeiten  (Ausstecken
und  Eintrag  der  Abtheilungslinien  in  die  Flurkarten  und  die  Berechnung  der  Flächen)
ist  in  der  Regel  einem  öffentlichen  Feldmesser  zu  übertragen,  welcher  nach  Anleitung  und
unter  Aufsicht  des  Taxators  arbeitet.  Der  Eintrag  der  Waldeintheilung  und  sonstigen
Details  ist  Aufgabe  des  Taxators.

S.  6.
Der  allgemeine  Nutzungsplan.

Im  allgemeinen  Nutzungsplan  ist  der  durchschnittliche  jährliche  Nutzungsetat  für
die  nächst  liegende  zehnjährige  Nutzungsperiode  aufzustellen.

Gegenstand  der  Etatsbildung  ist  entweder  die  jährliche  Nutzungsfläche  oder  die
jährlich  zu  schlagende  Holzmasse,  letzteren  Falls  jedoch  mit  Beschränkung  auf  die  Derbholzmasse,
  wofern  nicht  aus  besonderen  Gründen  die  Ansdehnung  des  Etats  auf  die  Gesammtsumme
  des  Derbholzes  und  Reisigs  wünschenswerth  erscheint.  Der  Materialetat
ist  stets  in  Cubikmetern  fester  Holzmasse  (Festmetern)  auszudrücken.

Die  Nutzung  des  Nieder=  und  Mittelwalds  ist  auf  die  Jahresschlagfläche  zu  gründen.
  Insoweit  das  Oberholz  im  Mittelwald  einen  verhältnißmäßig  beträchtlichen  Nutzungsbestandtheil
  bildet,  ist  gleichzeitig  die  in  der  nächstliegenden  zehnjährigen  Periode  zu  nutzende
Oberholzmasse  zu  veranschlagen,  und  nach  Thunlichkeit  in  annähernd  gleiche  Jahresnutzungen
  zu  zerlegen.

Der  Nutzungsetat  der  Hochwaldungen  ist  nach  der  jährlich  zu  schlagenden  Holzmasse
zu  bestimmen.  Jedoch  kann  bei  regelmäßigen  Bestandesverhältnissen  der  Materialetat
auf  den  Haubarkeitsertrag  beschränkt  und  ein  abgesonderter  Etat  für  die  Zwischennutzung
nach  der  jährlichen  Nutzungsfläche  aufgestellt  werden.

Beim  Uebergang  zu  einer  Betriebsart  mit  geringerem  Holzvorrathskapital,  bei  Verkürzung
  der  Umtriebszeit  und  bei  sonstigen  Maßregeln,  welche  eine  vorübergehende  Erhöhung
  der  Nutzung  in  der  nächstliegenden  Nutzungsperiode  und  eine  Verminderung  derselben
  in  den  nachfolgenden  Perioden  zur  Folge  haben,  ist  am  Schluß  des  Nutzungsplans
  der  Unterschied  zwischen  der  Nutzung  der  nächstliegenden  Periode  und  demjenigen