Machtspruch Zimmer zu verlangen, gingen die Deutschen ganz
bescheiden ins Hotel Littoral, das ihnen bis unters Dach zur
Berfügung gestellt wurde. Später zeigte sich, daß der Tausch für
fie ein Glück wurde. Die Landoffiziere waren weniger nachgiebig
gewesen und hatten sich ohne weiteres im Hotel Majestic eingerichtet,
wo Küche und Bedienung bald in vollem Gange waren.
Der Fregattenkapitän Tägert, ein vornehmer, gewissenhafter
Mann, gab Befehl, mir das letzte freie Zimmer zur Verfügung
zu stellen. Ich nahm es sofort in Besitz. Vom Korridor des
zweiten Stocks kam man in die Zimmer, die nach dem Meere
zu lagen, und deren Türen die Namen der Marineoffiziere
trugen. Die Glastüren nach außen führten auf einen Balkon
mit bequemen Korbstühlen; von dort hatte man freie Aussicht
übers Meer, auf das englische Geschwader und seine kriegerischen
Unternehmungen.
Von meinem herrlichen Aussichtspunkt aus genoß ich einen
ungewöhnlich prachtvollen Sonnenuntergang. Im Westen glühte
die Sonne in einem eigentümlich hellen Ton mit einem Sitich
ins Gelbe. Die Wolken in ihrer Nähe waren mit goldgelben
Rändern geschmückt, und der Widerschein glänzte auf dem Meere.
Im übrigen war der ganze Himmel mit Wolken bedeckt, und ab
und zu ging obendrein ein feiner Staubregen nieder, aber die
Fensterscheiben nach der Strandpromenade glühten, als ob es in
den Häusern brenne. Gerade dort, wo der blendende Sonnenglanz
das Meer vergoldet, liegt das englische Geschwader. Den
ganzen Tag hat es auf die deutschen Stellungen geschossen, ich
sehe die Blitze der englischen Schiffskanonen und höre nach einer
Weile das Donnern des Geschosses. Jetzt, 5 Uhr 20 nach
deutscher Zeit, donnerten die Kanonen so heftig und rasch hintereinander,
daß die Fenster des Kursaals rasselten und klirrien.
Eine halbe Stunde später hörte das Feuer auf. Man glaubte,
das Geschwader gehe nach Norden, um Munition zu holen. Das
Gold über dem Meer verblich, die Dämmerung fiel herein, und
ein paar Bojen mit Blinklicht wurden sichtbar.
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