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Befuͤrchtung. Selbst den muthvollesten des Clerus und der
Buͤrgerschaft, fuͤr die es schon hoher Triumph zu seyn schien,
den Reichsrath und Adel auch nur so weit, als man jetzt
endlich war, getrieben zu haben, konnte es doch nicht entfallen,
welch ein ungewisses und höchst gefährliches Spiel es
sey, wenn's bis zum allgemeinen Waffenergreifen und bis zum
Blutvergießen komme.
Schon Vormittags neun Uhr wurden alle Thore von
Coppenhages geschlossen; weder zu Lande noch auf einem Fahrzeuge
sollte irgend jemand hinwegkommen; herein in die Stadt
wurde jeder gelassen. Bürger= und Soldatenwachen überall
auf den großen Plätzen der Stadt, unter den Thoren und
auf dem Walle verskärkt; zugleich aber auch bei bffentlichem
Trommielschlage verkündet, daß jeder seine Geschäfte ruhig
und furchtlos verrichten könne. Der Stadthauptmann Thuresen
ließ es auf koniglichen Befehl bekannt machen.
Weil sie auch bei Hofe nicht wissen konnten, ob nicht der
Reichsrath und Adel, während er sich zu Coppenhagen unter
den Zumuthungen des Clerus und des Böürgerstandes höchst
unbehaglich fühlte, durch seinen Anhang und seine Clienten auf
dem Land und in den entfernten Provinzen Unruhen errege,
so ergiengen heimlich an eben demselben Tage gemessene kdnigliche
Befehle an die Chefs einiger der besten Regimenter in
den Provinzen und an die Commandanten in den wichtigsten
Festungen, daß sie wahrschauen sollten. Erhaltung der Ruhe
und Beförderung oder Beobachtung des Interesse des Kdnigs
und seines Hauses wurde allen zur Pflicht gemacht.
Die Reichsräthe und der Adel sprachen überdies immer so
viel, wie sehr auch die Nachbarn, und namentlich Schweden bei
einer solchen Regierungsveränderung interessirt sey. Also auch
um der Auswärtigen willen war überall Vorsicht nothwendig.