— 262 —
ist, so erscheint es als folgerichtig, wenn dieselbe in dem Verhältnis verteilt
wird, in welchem die Beteiligten zu diesem Ergebnis mitgewirkt
haben. Die militärische Leistung aber wird am richtigsten dargestellt
durch den durchschnittlichen Bestand der von jedem Teile gestellten
Mannschaften und Pferde, und zwar sowohl derjenigen, welche sich auf
dem Kriegsschauplatze befanden, als auch derjenigen, welche in der
Heimat zum Schutze der Küsten, zur Bewachung der Gefangenen und
zum Garnisondienste verwendet wurden“.
Nach dem Maßstab der militärischen Leistungen ergeben sich für
den vormaligen Norddeutschen Bund 107,679,125 Teile,
Bayrrn I.,538,825 „
Württemberg... . . ... 4,345,15½ „
Baden .. 30)768,459 „
Südhessen .. 1,869,975 „
Inzwischen bedarf der angegebene Maßstab nach zwei Seiten hin
einer Berichtigung.
Zunächst reicht er nicht aus, um allen militärischen, für die gemeinsame
Kriegführung unentbehrlichen Leistungen vollständig gerecht zu
werden. Die Kriegführung hat gewisse Ausgaben notwendig gemacht,
zu welchen einzelne Beteiligte weit über das Verhältnis ihres Standes
an Mannschaften und Pferden hinaus beigetragen haben.
Der angegebene Maßstab reicht aber ferner insofern nicht aus,
als er keineswegs den gesamten von den Beteiligten gemachten Aufwand,
insbesondere nicht die indirekten Schäden zur Geltung bringt.
Die Erwägung dieses Umstandes führt dahin, bei der Verteilung neben
dem Maßstabe der militärischen Leistung auch denjenigen in Anwendung
zu bringen, nach welchem die Lasten im Reiche getragen werden, den
Maßstab der Bevölkerungszahl.
Die preußische Regierung hat diesen Grundsatz bei der Beratung
der von den süddeutschen Regierungen gestellten Anträge im Bundesrate
aus Rücksichten der Billigkeit und zur Vermeidung jedes Anscheins
von Beeinträchtigung der süddeutschen Reichsgenossen bereitwillig
und unter voller Zustimmung der Regierungen des früheren
Norddeutschen Bundes zur Geltung gebracht. Seitens der Vertreter der
süddeutschen Staaten im Bundesrate wurde demzufolge den Gesinnungen
freudiger Anerkennung für diese loyale Berücksichtigung der Verhältnisse
und Wünsche der Süddeutschen Ausdruck gegeben und hinzugefügt,
daß diese Art der Erledigung des Gegenstandes nur dazu beitragen
könne, die Festigkeit des nationalen Bandes in dem Maße zu stärken,