Full text : Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1879. (56)

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8.  7.

Ein  an  einer  ansteckenden  Krankheit  gefallenes  oder  wegen  einer  solchen  getödtetes
Thier  darf  nur  unter  polizeilicher  Aufsicht  beseitigt  und  das  Abledern  und  die  Verwendung
  einzelner  Ueberreste  desselben,  soweit  solche  die  Viehschau  überhaupt  als  zulässig
erklärt,  unter  Beobachtung  der  in  den  nachstehenden  88.  8  bis  20  aufgeführten  Vorsichtsmaßregeln
  gestattet  werden.  88

Die  Leichen  von  Thieren,  welche  an  Milzbrand,  an  Wuth  oder  an  Rotz  und  Wurm
gelitten  haben,  sind  bis  zu  ihrer  unschädlichen  Beseitigung  so  aufzubewahren,  zu  bedecken
(mit  Stroh,  Erde  und  dergleichen)  und  zu  bewachen,  daß  eine  Berührung  derselben  durch
andere  Thiere,  insbesondere  auch  durch  Fliegen  und  sonstige  Insekten  möglichst  verhindert

wird.
8.  9

Thiere,  welche  mit  dem  Milzbrand  oder  mit  der  Wuth  behaftet  gefallen  sind  oder
getödtet  wurden,  müssen  mit  Haut  und  Haar  auf  dem  öffentlichen  Wasenplatz,  nachdem
die  Haut  kreuzweise  in  unbrauchbare  Theile  zerschnitten  worden  ist,  eingegraben  werden
(vergl.  §.  20.).

Jede  Verwerthung  dieser  Thierleichen  oder  einzelner  Theile  derselben  ist  verboten.

8.  10.

Das  Abledern  der  Cadaver  rotziger  und  wurmiger  Pferde  ist  gestattet,  hat  jedoch
auf  der  öffentlichen  Abdeckerei  (§.  21.  Abs.  2)  durch  den  Kleemeister  oder  unter  dessen
Aufsicht  durch  mit  diesem  Geschäft  vertraute  Personen,  mit  unverletzten  und  mit  Oel
oder  Fett  bestrichenen  Händen  zu  geschehen,  die  Haut  aber  muß  auf  die  Dauer  von  vierundzwanzig
  Stunden  in  scharfe  Kalklauge  gelegt  und  dann  dem  Gerber  übergeben,  oder
auf  der  Abdeckerei  oder  an  einem  sonstigen  abgelegenen  luftigen  Orte  getrocknet  werden.

Die  Ueberreste  sind,  wenn  sie  nicht  in  nahe  gelegenen  chemischen  Anstalten,  Leimsiedereien
  u.  s.  w.,  in  welchen  ihre  rasche  Verarbeitung  gesichert  ist,  verwendet  werden
können,  zu  verscharren  (vergl.  §.  20).  Jede  anderweitige  Verwendung,  insbesondere  auch
die  Benützung  des  Fleisches  als  Futter  für  Thiere  (Hunde,  Schweine  2c.)  ist  verboten.

S.  11.

Schafe,  welche  an  der  Pockenseuche  gefallen  oder  wegen  dieser  Krankheit  getödtet

worden  sind,  dürfen  auf  der  öffentlichen  Abdeckerei  abgehäutet  werden;  es  müssen  jedoch