III. Kurfürst Friedrich III. 301
neben dem Oberkämmerer Kolbe von Wartenberg sein eifrigster
Gegner, Danckelmann die lange ersehnte Entlassung, die in
gnädigen Ausdrücken gefaßt und von der Gewährung einer
reichlichen Pension begleitet war. Aber persönlich zu danken
wurde ihm wegen der Erregbarkeit des Herrn nicht gestattet.
Man fürchtete also auch jetzt noch den Einfluß, den er, Auge
in Auge ihm gegenübergestellt, auf Friedrich ausüben konnte.
Dem folgte die Weisung, Berlin zu verlassen, wenn Friedrich
dorthin käme, einige Tage später seine Verhaftung in Neustadt,
die Abführung nach Spandau und die Instruktion eines Verfahrens,
für das die nötige Basis zu gewinnen zu Dennnziationen
förmlich aufgefordert wurde. Sein Vermögen wurde konfieziert.
Denn gemeine Habgier, die Sucht, sich auf Kosten des
reich gewordenen Danckelmann zu bereichern, war bei vielen
der sich nun vordrängenden Ankläger das Hauptmotiv. Auch
Sophie Charlotte war davon nicht frei. Die geistreiche Freundin
Leibniz', die den Sturz des verhaßten Mannes schon den
Tag, ehe er erfolgte, als bevorstehend nach Hannover melden
konnte, äußerte um Weihnachten ebendorthin ihr Bedauern
darüber, daß man sich der Dauckelmann abzunehmenden Beute
noch nicht erfreuen könne, obgleich schon ausgesagt sei, er müsse
sich aus der Münze widerrechtlich bereichert haben: alles das
von ihm und seinen Mitschuldigen ihm vorenthaltene Geld
dürfe der Kurfürst nun zurückzuerhalten hoffen; ohne Danckelmanns
schlechte Wirtschaft müßten Millionen vorhanden sein,
während der Krieg nichts als Schulden ergeben habe. Doch
hat Danckelmann keine von den wider ihn erhobenen Anschuldigungen
so entschieden zurückgewiesen wie die, daß er die eingerissene
finanzielle Unordnung verschuldet habe, und während
er sonst stets bemüht gewesen ist, seine Verteidigung nicht zur
Anklage gegen den Kurfürsten werden zu lassen, hat er in diesem
Punkte eine deutlichere Sprache geführt und freimütig konstatiert,
trotz aller seiner Erinnerungen dagegen hätten die
Ausgaben zugenommen und an Kleinodien, Güterkauf, Bauten
seien nicht Tausende, sondern Tonnen Goldes verwendet. Und
ähnlich stand es mit der ganzen Anklage. Von ihren 290 Artikeln
bezeugte der Hoffiskal, auch nachdem der Kurfürst die unhalt-