Full text : Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1880. (57)

 

Unmmer  #19

Rofenheimer  Anzeiger

Sonntag,  23.  Mlai  1615

 

chende  Gegenma'  regeln  getroffen  wurden.  Auch
ist  es  nicht  erklärlich,  weshakb  der  russische  Rachrichtendiem#
  #st  anscheinend  versagte.  Die  Hauptlache
  ist  jetzt  die  Erhaltumg  der  Vereinigung
der  ru#ischen  Armeen  und  der  Integrität  ihrer
ganze'  Linie.  (.3.)

Im  irüschen  Kugelregen.

Lonson,  21.  Mai.  Ashmead  Barlett  berichtet
  in  Londoner  Blättern  über  die  Gefechte
ausf  Gallipoli  vom  6.  bis  8.  Mai:

Nichts  ist  bemerkenswerter  als  die  Art,  wie
die  Türken  ##n  verstanden,  ihre  Stellungen  zu
verbergen.  Die  türkische  Infamterie  wurde  durch
unser  furchtdares  Geschützfeuer  nicht  erschütteit.
Unsere  Geschütze  konnten  nur  geringen  Schaden
an  ihren  gut  angelegten  Schützengräben  anrichten.
  Da  die  Türlen  am  6.  Mai  ihr  Feuer
einsteltten,  glaubten  wir,  daß  sie  zurückgingen
oder  keine  Munition  mehr  hätten.  Aber  als  am
7.  Ma  die  Brigaden  87  und  88  gegen  Krithia
vorgingen,  eröffneten  die  Türken  ein  surchtbares
  Feuer  aus  verborgenen  Gräben,  deren
Lage  nicht  ermittelt  werden  konnte  und  deren
Dasein  nicht  vermutet  worden  war.  Eines  un:
serer  Regimenter  zuußte  sich  unter  einem  schrecklichen
  Hagel  von  Gewehr=  und  Maschinengemehrkugeln
  zurücdziellen.  Auf  dem  rechten  Flügel
überschütteten  die  Türlen  die  Franzosen  mit
einem  gewaltigen  Feucr.  Die  Linie  wankte.
brach  und  kam  flüchtend  den  Abhang  herunter.
Ein  Teil  der  Flüchtlinge  brach  direkt  durch  die

Linie  der  Navaldivision.  Das  türkische  Feuer
war  unerträglich.  Es  war  nicht  möglich,  ihre
Batlerien  zu  ermitteln.

Alle  Berichte  von  der  Front  erwiesen  die
außerordentlich  große  Sc#wierigkeit,  die  feindliche
  Stellung,  festzustellen  und  anzugreifen.  Die
Schühengräben  und  Maschinengewehre,  die  in
dichtem  Gestrüpp  und  in  Schluchten  verborgen
sind,  konnten  auch  durch  das  schwerste  Geschütz
nicht  beschädigt  werden.  Jeder  Mann  mußie
einzeln  durch  unsere  Infanterie  angegriffenu  wereen.
  Es  war  deutlich,  daß  die  Moral  des  Feindes
  durch  unser  Geschützfeuer,  so“  beftig  es  auch
war,  nicht  erschüitert  werden  lonnte.  Die  Tür—
ken  fochten  mit  äußerster  Tapferkeit  und  Ent—
schlossenheit,  ihre  Artillerie  arbeitete  mefsterhaft.
  Sie  schoß  nur,  wenn  es  unbedingt  nötig
war,  um  das  weitere  Vorrücken  der  Franzosen
auf  unserem  rechten  Flügel  oder  unser  eigenes
Vorrücken  zu  verhindern.  Entweder  hatten  sie
nicht  viel  Munttion  oder  sie  fürchteten,  ihre
Stellungen  unseren  Schiffsgeschügen  zu  verraten.


Am  8.  Mai  wollten  unsere  Truppen,  obwohl
durch  Anstrengungen  ermattet,  eine  Entscheidung
  herbeiführen.  Der  Kampf  begann  mit
einem  unerhörten  Feuer  aus  den  Schiffsgeschützen;
  dann  erfolgte  ein  Angriff  der  Insanterie.
  Aber  der  Feind  war  bereit.  So  bald
unsere  Soldaten  ihre  Deckung  verließen,  erhob
sich  ein  Sturm  von  Gewehr=  und  Maschinengewehrfeuer
  aus  den  Gräben,  dem  Gestrüpp
und  den  Schluchten.  Die  Artillerie  versuchte
vergebens,  dieses  Feuer  niederzuhalten.  Die
Truppen  schmolzen  unter  dem  schrecklichen  Kugelregen
  weg.  Es  wurde  ein  beträchtiiches  Vorrücken
  gegen  Krithia  erreicht;  aber  schließlich
war  man  an  einem  Punkte  angelangt,  wo  es
unmöglich  war,  vorwärts  zu  kommen.  Die  Hoffnung
  mußtie  aufgegeben  werden,  Krithia  un-ä
mitleltar  zu  erstürmen.  Die  Franzosen  hatten
die  gleiche  Erfahrung  gemacht.  Schließlich  setzle
die  Dunkelleit  dem  Kampfe  ein  Ende.  Wir
hatten  überail  ein  wenig  Boden  gewonnen,  aber
das  Ziel  des  RKar#te  ses  nicht  erreicht.  (3Z.)

Näüchener  Nevipteilen.

München.  21.  Mai.  Im  TFier:  art  Hellabrunn
  ist  das  Nilpferd  nunmehr  i.1  d  große
Wasserbecken  übergesiedelt,  in  welchem  es  schne
Schwimmkunft  besser  als  in  dem  kleinen  Becken
zeigen  kann.  An  warmen  Tagen  wird  es  wie
auch  der  Elefant  im  Außengehege  zu  sehen  sein.
Leider  aber  müssen  die  prächtigen  Rappenantilopen
  u.  die  Reiseantilope,  welche  die  Tierhandlung
  Ruhe  dem  Tierpark  geliehen  hat,  in
den  ersten  Tagen  des  Monats  Juni  München
wieder  verlassen.  Für  Pfingstsonntag  ist  billiger
  Tag  angesetzt  (Eintrittspreis:  Erwachsene
  30  Pfg.,  Kinder  unter  12  Jahren  10
Pfg.).  Am  Pfingstsonntag  und  „Montag  konzertiert
  nachmittags  die  Kapelle  Schmidt.

Banerische  Aurichten.

!Memmingen,  21.  Mai.  Als  die  Forstmartsfrau
  Maier  in  Holdau  nach  dem  Gottesdienst
  nach  Hause  ging,  hörte  sie  einen  Schuß
kracken.  In  der  Wohnung  fand  sie  ihr  dreijähriges
  Söbchen  mit  einer  Schußwunde  in  der
Bauckgegend  in  den  letzten  Zügen.  Der  12  jährige
  Sohn  Paul  hatte  mit  seinen  Geschwistern
während  der  Abresenheit  seiner  Eltern  „Soldaten“
  gespielt  und  unglücklicherweise  das  Gewehr
  seines  Vaters  erwischt.

Altenmarkt,  21.  Mai.  Tragisch  verunglückt
  ist  der  Gütler  Georg  Dietl  von  Arbing.
Als  er  aufs  Feld  hinausfuhr,  gingen  ihm  seine
Tiere,  welche  scheu  geworden  waren,  durch  und
rannten  mit  dem  Fuhrwerk  in  die  Donau,  wo

 

 

 

 

Dietl  in  den  Wellen  verschwand.  Er  konnte

nur  mehr  als  Leiche  geborgen  werden.  Auch
eines  der  beiden  Tiere  ging  ein.  Von  der  Familie
  des  Verunglückten  stehen  zurzeit  drei  Söhne
im  Feld.

hauerilches  Oderinns

Kolbermoor,  21.  Mai.  Die  hier  wohnenden
  Italiener  sind  gestern  früh  von  hier  Kabgereist.
  (die  meisten  trennten  sich  schwer  von
ihrer  neuen  Heimat,  wo  sie  bereits  länger  alr
20  Jahre  zufrieden  wohnten  und  schafften.

Holzkirchen,  21.  Mai.  Das  Gut  Heigenkam
des  Kammersängers  Burgstaller  ging  käuflich
an  Riltmeister  Gustav  Michaelsen  über.  Die
Uebernahme  erfolgt  am  1.  Juli.  .

 

 

Vugfammelftelleillkciebeggaheu

Nathaus,  Zimmer  Nr.  16).

In  dieser  Woche  sind  50  Liebesgabenpakete
im  Werte  von  4000  Mark  für  unsere  Krieger  im
Felde  angefertigt  worden.  Den  Spendern,  die
sich  daran  beteiligt  haben,  herzlichen  Dank.  Diese
Viebesgaben  bringen  sicherlich  den  tapferen  Soldaten,
  die  sonst  leine  Pakele  von  zuhause  erhalten,
  einen  lieben  Grust  aus  der  Heimat.

An  unserer  Ortssammelstelle  sind  Fähnchen.
chen,  Postkarten,  Zündhölzer  und  Vivatbänder
Fn  verkaufen,  falls  sich  Liebhaber  dafür  interessieren.


Geand-  und  hausbesitzer-Verein
RNofenbeim.

Rosenheim,  22.  Mai.

Der  Grund=  und  Hausbesitzerverein  Rosenheim
  hielt  am  Freitagabend  seine  Jahresversammlung
  ab.  Der  dabei  von  der  Vorstandschaft
  erstaltete  Jahresbericht  brachte  bemerlenswerte
  Mitteilungen.

Gleich  dem  Vorjahre  wurde  dem  Wohnungsmarkte
  besondere  Aufmerksamkeit  gewidmet.  Der
Austausch  des  Wohnungsanzeigers  geschieht  allmonatlich
  mit  München,  Landshut  und  Kempten,
  sowie  durch  Anzeige  in  sechs  auswärtigen
Jeitungen,  Das  Wohnungsangebot  war  HPierorts
  :  2  Wohnungen  mit  sieben  Zimmern,  2
mit  sechs,  5  mit  fünf,  9  mit  vier,  33  mit  drei,
36  mit  zwei  und  3  mit  einem  Zimmer.  Für
Wobh  zunsinsernte  wurden  insgesamt  155  Mk.
ausgegeben.  Infolge  des  Krieges  steht  eine
große  Anzahl  Wohbnungen,  namentlich  größere,
leer,  wodurch  die  Hausbesitzer  ethebliche  Mietausfälle
  erleiden.  Die  Vorstandschaft  will  versuchen,
  durch  Umfragen  einigermaßen  ein  Bild
über  den  Umfang  des  Mietsverlustes  zu  erhalten.
  Diese  Feststellungen  sind  namentlich  für
die  neue  Steuerfatierung  von  Wert.  Die  Veargünstigungsverträge
  für  Haftpflicht  und  Glasversicherung
  kommen  34  bzw.  39  Mitgliedern
zu  statten.

Der  Mitgliederstand  des  Vereins  ist  normal
geblieben.  Am  Schlusse  des  Geschäftsjahres
waren  148  Mitglieder  zu  zählen  gegen  147  im
vorigen  Jahre.  Neu  ausgenommen  wurden  11
Mitglieder,  während  10  ausgeschieden  sind.

Im  Schlußwort  sagt  der  Bericht:  Das  Berichtsjahr
  steht  im  Zeichen  des  Krieges,  der
das  ganze  Wirtschaftsleben  in  seinen  Grundsesten
  zu  erschüttern  drohte.  Doch  die  wirtschaftlichen
  Rüstungen  trugen  ihre  Früchte.  Der
lei  Beginn  des  Krieges  eingetretcne  lähmende
Geschäftsverkehr  kam  bald  wieder  in  seine  alten
Bahnen.  Die  Bedürfnisse  insbesondere  der  Heeresverwaltung
  brachten  einigermaßen  geschäftlichen
  Ausgleich  und  damit  wieder  eine  hoffnungsvollere
  Lage.

Schwer  zu  leiden  hat  der  Hausbesitz  durch  die
größeren  Mietsverluste.  Besonders  Wohnungen
über  vier  Zimmer  stehen  seit  Monaten  leer,  da
wegen  Einberufungen  die  zurüllgebliebenen
Frauen  zumeist  ihre  Wohnungsbedürfnisse  einschränken.
  Der  Zuzug  von  auswärts  ist  bedeutend
  geringer  wie  in  normalen  Jahren.  Auch
sind  für  kleinere  Wohnungen  erhebliche  Mietnachlasse
  gewuhrt  worden.  Je  länger  der  Krieg
dauert,  desto  schwerer  wird  es  für  den  einzelnen
Hausbesitzer,  der  nicht  über  Barreserven  verfügt,
da  die  Zahlung  der  Hypothekenzinsen  und  der
anderen  Lasten  eingehalten  werden  muß.  Dieprompte
  Zahlung  der  letzteren  ist  für  den  Hausbesitz
  geradezu  eine  Lebensfrage.

Hier  einmgreifen  und  zu  helfen  ist  Pflicht  und
Sache  der  Behörden,  denen  eigentlich  von  Rechts
wegen  die  Obdachpflicht  für  zahlungsunfähige
Mieter  zukommt.  Dem  Hausbesitzer  müssen  wie
jedem  anderen  Erwerbsstande  Geldmittel  gegen
mäßi  gen  Zins  und  auf  eine  Reihe  von  Jahren
zur  Verfügung  gestellt  werden,  die  er  in  Naten
wieder  zurückzahlen  kann.  Nach  dieser  Richtung
müssen  die  Stadtverwaltungen  mit  den  wirkschaftlichen
  Vereinigungen  zufammenarbeiten,  um
die  nötigen  Mittel  aufzubringen.

Durch  den  Krieg  wurde  auch  die  vom  Landesverbande
  brabsichtigte  Gründung  einer  Banl
ka  zweite  Hypotheken  vorübergehend  zum  Stilland

  gebracht,  gläicswoht  brrec-  dieser  Hründun
volle  Sympathie  gewidmel  bleiben.  Die  Mitglieder
  werden  daher  um  Würdigung  des  Nund- 



 

schreibens  ersucht,  damit  die  welteren  Mahnahmen
  getroffen  werden  können.

Schließlich  spricht  der  Bericht  dem  Landesverband
  und  allen  Förderern  der  Unternehmungen
  des  Vereins  seinen  Dank  aus  und  verknüpft
  damit  den  Wunsch,  daß  uns  recht  bald
ein  glorreicher  Sieg  beschieden  sein  möge,  der
die  friedliche  Entwicklung  von  Grund  und  Voden
  fördert,  damit  alle  sich  lange  Jahre  des
friedlichen  Besitzes  der  heimatlichen  Scholle  erfreuen
  lönnen.

Keicinshechten.
Pflagsten  1915.

Wie  oft  haben  wir  Pfingsten  gefeiert  als  das
Fest  des  Blühens  da  draußen  wie  in  unserem
Innern,  als  das  schöne  Fest  der  neu  erwachten
  Erde  und  des  neuerlebten  Glaubens!  Und
heute?  Wohl  keimt  und  sproßt  alles  in  Gottes
freier  Natur,  aber  die  Herzen  sind  ernster  geworden.
  Wir  hatten  von  einem  Frieden  geträumt,
  wenn  die  Erde  sich  mit  neuem  Grün
schmücken  würde.  Es  ist  anders  gekommen.  Der
mämnermordende  Krieg  denkt  nicht  an  unsere
Wünsche  und  Hoffnungen,  er  setzt  sein  grausiges
Spiel  fort,  vielleicht  noch  in  schlimmerem  Umsange.
  Geras:  deshalb  aber  ist  unser  Herz  in
diesem  Jahre  geneigter  denn  je,  das  Pfingstsest
  in  seinem  eigentlichen  Wesen  zu  feiern:  als
das  Kommen  des  Heiligen  Geistes  und  sein
Wirken  in  uns.  Aus  den  gewaltigen  Ereignissen,
  die  sich  um  uns  her  abspielen,  vernehmen
wir  seinen  Sturmesruf.  Die  große  Zeit,  deren
staunende  Zeugen  wir  sind,  macht  uns  wieder
fähig,  das  Wehen  und  Walten  dieses  Geistes
zu  spüren.  Wir  nehmen  ihn  in  uns  auf  und
lassen  ihn  in  uns  wirken.  Unsere  tapferen  Soldaten
  vernehmen  draußen  im  Donner  der  Geschütze
  diesen  Gottesgeist,  und  gar  mancher  von
ihnen  wird  still  und  nachdenklich.  Und  wir
drinnen  werden  auch  erfaßt  von  dem  großen
Ceist.  der  jetzt  durch  die  Erde  zieht.  Er  lehrt
uns  lapfer  durchhalten,  draußen  und  drinnen.
Und  wenn  dann  feierliches  Elockengeläute  Siea
und  Freude  kündet  nach  all  den  Opfern,  die
gebracht  sind,  dann  feiern  wir  mit  dehmütiger
und  frohmütiger  Seele  Pfingsten  in  christlich  er
Wahrbeit.

 

l  n  u
Rosenheim,  22.  Mai.

Auf  dem  Felde  der  Ehre  gefallen:
Blasius  Posch,  Erziehungssohn  des  Heinzelbauern
  in  Wurzach  bei  Rott  a.  J.,  zuletzt
Fuhrknecht  in  der  Flötzingerbrauerei,  Soldat
im  1.  Res.  Inf.-Neg.;  Josef  Rambold,  Bällermeister
  in  Hofsleiten,  Unteroffirier  im  3.  Marine-
  Inf.-Neg.;  Josef  Flötzinger,  Stumpfgütlerssohn
  von  Eventausen,  Gefr.  im  16.  Refs.=Inf.-Reg.;
  Joseph  Nigl,  Taglöhnerssohn  von
Schonstett,  Landsturmmann  im  18.  Nes.-Juf.
Reg.:  Georg  Lindlacher,  Ausbilfspostbote  aus
Staudach  (Traunstein),  Offijzierstellverltreter  im
16.  Res.-Inf.-Neg.:  Georg  Maier,  Huberrauerssohn
  von  Ebering  (Traunstein),  Solbat
im  16.  Res-  Inf.-Reg.;  Anton  Jahner,  Bizefeldwebel,
  Oekonomenssohn  zum  Preußen  in
Siglberg  (Traunstein),  Inhaber  des  Eisernen
Kreuz:s  und  der  Goldenen  Tapferkeilsmedaille;
Unterofsizier  Balthafar  Huber,  Setzmüller  von
Mühlthal  (Aibling);  Franz  Wagner,  Dienstlnecht
  in  Aßling,  Ers.-Res.  im  1.  NRes.-IJuf.
Reg.;  Martin  uganer,  **  3#  in  Westerham,
  Ers.-Res.  im  2.  Inf.-R

Wereulannln  ur“  Krieg
invaliden  fürsorge.  In  den  leßten  ###
gen  wurde  in  ganz  Bayern  eine  Sammlung
des  alten  Webzeugs  (Lumpen)  ähnlich  der
Reichswollwoche  vorgenommen.  In  Rosenheim
wird  von  einer  Haussammlung  abgesehen.  da
vom  Roten  Kreuz  die  „Weiße  Woche“  ansange
Juni  tamgesetzt  ist.  Familien,  die  nod  Wollbestände
  haben,  werden  ersucht,  sie  im  Nathaus
1.  Stock,  Zimmer  Nr.  16,  vom  25.  bis  29.
Mai  abzugeben.

Voneinemnachahmenswerten  Beispiel
  können  wir  heute  aus  Kolbermoor  berichten.
  Das  nteresse  für  —————-hunde,
  die  so  treffliche  Dienste  im  Felde  keisten,
gewinnt  immer  weitere  Kreise.
Sammlung,  welche  Herr  Kapellmeister  Anderl,
Inhaber  des  Plakatinstitutes  Kolbermvor,  auf
Grund  der  Aufrufe  im  „Nosenheimer  Anzeiger“
in  die  Wege  leitete.  Er  konnte  einen  Betrag  von
20,95  Mark  zusammenbringen,  der  sich  kediglich
aus  kleinen  Gaben  von  10  Pfg.  bis  böchstens
1  Mi.  zusammensetzt.  Ehre  dieser  eifrigen  Sammeltätigleit,
  Ehre  und  Anerkennung  aber  auch
jener  nicht  begüterten  Spendern,  welche  von
berem  Wenigen  gern  beisteuerten.  So  3.  B.
ist  eine  Frau  dabei,  deren  Mann  ve  t  wird,
während  sie  selbst  für  eine  scht  geringe  Kinder:
schar  zu  sorgen  hat.  Sie  ist  arm,  schreckte  aber
nicht  davor  zurück,  30  Pfennige  für  die  Sanitätshunde
  zu  spenden.  Insc  oanmt.  sind  es  64
Spender,  welche  zusammen  den  Betrag  oden.
fast  21  Mk.  aufgebracht  haben.
lieren  wir  darüber  und  halten  dieses  Vrrgihen
anderen  Orten  als  gutes  Beispiel  vor  Augen.
Auch  der  NreusVerein  Kiefersfelden  er-Felte
  einen  Betrag  von  an  sieht:
Jielbewußtes  Arbeiten  b1  5cn  Möge  es
überall  so  gehandhabt  werden!

Das  Figt  einc.

 

tes  Kreuz  Kiefersselden.  Der
An  im  „Rosenheimer  Anzeiger“  betreff
Sammlung  für  die  Sache  der  Sanitätehunde
hat  unseren  Verein  veranlaßt,  rasch  eine  eine
Sammlung  in  Kiefersfelden  und  Mühlbach
veranstalten,  welche  es  innerhalb  zwei  A##in
##ichte,  dem  Rosenheimer  Sammelkomitce
155  zu  Überweisen.  Es  soll  durch  diese
5  nicht  nur  all  unseren  bereitwilligen
Spendern  herrlicher  Dank  gesagt,  sondern  auch
die  Anregung  gegeben  werden,  die  anderen  Vereine
  möchten  ebenfalls  ihr  Scherflein  für  diese
äußerst  wichtige  Sache  zusammentragen,  damit
ein  jedes,  und  wenm  auch  mit  der  lleinsten
  Gabe,  das  schreckliche  Wort  „vermißt“  so
weit  es  möglich  ist,  lindern  helfen  kann.  A.  Kr.
Pfingstverkehr.  Die  Bahnverwaltung
hat,  da  nach  den  derzeiligen  Umständen  ohnehin
reichliche  Beförderungsgelegenheiten  bestehen,  in
der  Hauptsache  zu  den  fahrplanmäßigen  Zügen
Vor-üge  und  außerdem  einzelne  Züge  nach  Bedarf
  vorgesehen.  Lediglich  am  Pfingstmontag
verkehrt  ein  Sonderzug:  Kufstein  ab  7  Uhr
28  Min.  abends;  Kiesersfelden  ab  7  Uhr  37
Min.;  Oberaudorf  ab  7  Uhr  43  Min.;  Brannenburg
  ab  7  Uhr  59  Min.:  Nosenheim  an
8  Uhr  12  Min.,  ab  8  Uhr  15  Min.  abends:
München-Ost  an  9  Uhr  13  Min.,  ab  9  Uhr
15  Min.;  München-Hbhf.  an  9  Uhr  30  Min.
shir
Städt.  Grundstücksverkauf.  Das  von
der  Stadtgemeinde  anläßlich  der  Zwangever
sieigerung  des  Freund-Anwesens  erworbene
Grundstück  Griesholz  wird  jetzt  dem  Verlauf
unterstellt.  Wir  machen  auf  die  Belanntmachung
  des  Stadtmagistrats  hierüber  aufmerlsam.

Kicchliche  Nochrichken.

Gottesdienst  in  der  Kapuzinerkirche
  während  der  Psfingstfeiertage:  Sonntag
  und  Montag  von  126  bis  17  Uhr  wie
gewöhnlich:  9  Ulhr  letzter  Golttesdienst.  4  Uhr
nachmittags  Maiandacht.

4  2

Kriegsmaiandacht  vom  23.  bis  29.
Mai.  Segenslied  Nr.  65,  1  bzw.  2  Str.  Marienlied:
  Dienstag  und  Samstag  Nr.  86;
Mittwoch  Nr.  78;  Donnerstag  Nr.  82;  Frei
tag  Nr.  80  je  3  Strophen.

Maclibetichle.

München.  20.  Mai.  Der  Münchener
Schlachtviehmarkt  am  Mittwoch,  den  10.  Mai,
hatie  ein  Gesamtangebot  von  5459  Schlacht:
lieren,  und  war:  71  Ocksen.  1117  Bullen,  360
Kühen,  69  Jungrikdern.  1835  Kälbern,  2829
Schweinen,  144  S#tasfen  und  51  Lämmern  sowie
  Kitge.  Der  Großviehmartt  war  der  Zall
nach  um  rund  80  Stücke  besser  beschit  als  am
Mittwoch  der  vorigen  Woche,  jedoch  beschräult
sich  dieses  „Mehr“  ausschliehlich  auf  Kühe.  Die
Durchschnittsbeschaffenheil  der  Ware  war  eine
elwas  leichlere,  denn  vom  bayerischen  Vich  waren
  nur  22  Ochsen  und  98  Kühe  gute,  81/1  Stücke
ganz  mindere,  alle  übrigen  Tiere  mittlere  Ware-Die
  außerbanerischen  Inlandsochsen,  welche  aus
Halle  stammten,  waren  insgesamt  guter  Veschaffenheit.
  Der  Handel  setzle  schon  von  Ansang
  an  ziemlich  lebhaft  ein,  da  bereits  heule
schon  der  Rindfleischbedarf  für  die  bevorstehenden
  Pfingstfeiertage  in  der  Hauptsache  zu  delken
  war.  Auch  für  Fleischkonservierung  auf
Rechnung  des  Stadtmagistrates  sowie  für  den
Bedarf  des  Gesangenenlagere  Puchheim  wurden
  erhebliche  Viehankäufe  unternommen.  Die
hohen  Preise  der  letzten  Markttage  vermochten
sich  nicht  bloß  durchwegs  zu  hallen,  sondern
es  machte  sich  sogar  neuerlich  eine  teilweise
steigende  Tendenz  bemerlbar.  In  der  Haupt:
sache  galten  der  Zentner  Lebendgewicht:  bayecrische
  Kiiien  58  74  Mk.,  norddeutsche  Ocsen
70  76  Mk.,  Bullen  45  —56  Mk.,  Kühe  sowie
Kalbimmen  32.—63  Mk.  und  Jungpvieh  33ä  bis

Mk.  Der  Kälbermarkt  hatte  der  Zahl  nach
gute  Zufuhr.  Der  Beschaffenheit  nach  waren
etwa  300  Stücke  gute,  900  Stücke  mittlere
und  der  Rest  mindere  Ware.  Da  das  Vorhandensein
  des  größeren  Vorrats  auch  hier  von
den  Metz  ern  entsprechend  ausgenützt  wurde,
um  den  Pfingstbedarf  wenigstens  teilweise  zu
deden,  gestaltele  sich  auch  hier  die  Kauflust  sehr
lebhaft,  so  daß  die  hohen  Preise  der  vorausgegangenen
  Markttage  gehalten  werden  lonnben.
  #  der  Hauptsache  galten  lebende  Tierc

2  Mk.  der  Zentner.  Der  Schweinemarkt
*  für  einen  Wochenhauptmarkt  sehr  schwaches
  Angebot.  Vom  Gesamtvorrat  waren  etwa
400  Stücke  Feltschweine,  1500  Stücke  mittelschwere,
  alle  übrigen  jungen  Tiere  unter  120
Pfund  Lebendgewicht.  Die  Handelzgeschäfte
wickelten  sich  etwas  schleppend  ab,  weil  die  Verkäufer
  abermals  ihre  Preisforderungen  wesentlich
  erhöhten,  so  daß,  insbesondere  bei  geschlachteter
  Ware,  in  guten  Qualitäten  auch  über
nachstehende  Notiz  gelauft  werden  mußte.  In

der  uptsache  galten  lebende  Tiere  94  110
Mark,  hschlacheße  100—126  Mk.  Beie  We#e
insbefondere  Fettschweine,  erzielten  l  8  bis
zu  113  Mk.,  geschlachtet  130  Mi.  x.  Jentner.

Wetterbericht  für  Sonntag,  den  23.  Mai:
Vorwiegend  heiter,  Gewitterneigung.