Unmmer #19
Rofenheimer Anzeiger
Sonntag, 23. Mlai 1615
chende Gegenma' regeln getroffen wurden. Auch
ist es nicht erklärlich, weshakb der russische Rachrichtendiem#
#st anscheinend versagte. Die Hauptlache
ist jetzt die Erhaltumg der Vereinigung
der ru#ischen Armeen und der Integrität ihrer
ganze' Linie. (.3.)
Im irüschen Kugelregen.
Lonson, 21. Mai. Ashmead Barlett berichtet
in Londoner Blättern über die Gefechte
ausf Gallipoli vom 6. bis 8. Mai:
Nichts ist bemerkenswerter als die Art, wie
die Türken ##n verstanden, ihre Stellungen zu
verbergen. Die türkische Infamterie wurde durch
unser furchtdares Geschützfeuer nicht erschütteit.
Unsere Geschütze konnten nur geringen Schaden
an ihren gut angelegten Schützengräben anrichten.
Da die Türlen am 6. Mai ihr Feuer
einsteltten, glaubten wir, daß sie zurückgingen
oder keine Munition mehr hätten. Aber als am
7. Ma die Brigaden 87 und 88 gegen Krithia
vorgingen, eröffneten die Türken ein surchtbares
Feuer aus verborgenen Gräben, deren
Lage nicht ermittelt werden konnte und deren
Dasein nicht vermutet worden war. Eines un:
serer Regimenter zuußte sich unter einem schrecklichen
Hagel von Gewehr= und Maschinengemehrkugeln
zurücdziellen. Auf dem rechten Flügel
überschütteten die Türlen die Franzosen mit
einem gewaltigen Feucr. Die Linie wankte.
brach und kam flüchtend den Abhang herunter.
Ein Teil der Flüchtlinge brach direkt durch die
Linie der Navaldivision. Das türkische Feuer
war unerträglich. Es war nicht möglich, ihre
Batlerien zu ermitteln.
Alle Berichte von der Front erwiesen die
außerordentlich große Sc#wierigkeit, die feindliche
Stellung, festzustellen und anzugreifen. Die
Schühengräben und Maschinengewehre, die in
dichtem Gestrüpp und in Schluchten verborgen
sind, konnten auch durch das schwerste Geschütz
nicht beschädigt werden. Jeder Mann mußie
einzeln durch unsere Infanterie angegriffenu wereen.
Es war deutlich, daß die Moral des Feindes
durch unser Geschützfeuer, so“ beftig es auch
war, nicht erschüitert werden lonnte. Die Tür—
ken fochten mit äußerster Tapferkeit und Ent—
schlossenheit, ihre Artillerie arbeitete mefsterhaft.
Sie schoß nur, wenn es unbedingt nötig
war, um das weitere Vorrücken der Franzosen
auf unserem rechten Flügel oder unser eigenes
Vorrücken zu verhindern. Entweder hatten sie
nicht viel Munttion oder sie fürchteten, ihre
Stellungen unseren Schiffsgeschügen zu verraten.
Am 8. Mai wollten unsere Truppen, obwohl
durch Anstrengungen ermattet, eine Entscheidung
herbeiführen. Der Kampf begann mit
einem unerhörten Feuer aus den Schiffsgeschützen;
dann erfolgte ein Angriff der Insanterie.
Aber der Feind war bereit. So bald
unsere Soldaten ihre Deckung verließen, erhob
sich ein Sturm von Gewehr= und Maschinengewehrfeuer
aus den Gräben, dem Gestrüpp
und den Schluchten. Die Artillerie versuchte
vergebens, dieses Feuer niederzuhalten. Die
Truppen schmolzen unter dem schrecklichen Kugelregen
weg. Es wurde ein beträchtiiches Vorrücken
gegen Krithia erreicht; aber schließlich
war man an einem Punkte angelangt, wo es
unmöglich war, vorwärts zu kommen. Die Hoffnung
mußtie aufgegeben werden, Krithia un-ä
mitleltar zu erstürmen. Die Franzosen hatten
die gleiche Erfahrung gemacht. Schließlich setzle
die Dunkelleit dem Kampfe ein Ende. Wir
hatten überail ein wenig Boden gewonnen, aber
das Ziel des RKar#te ses nicht erreicht. (3Z.)
Näüchener Nevipteilen.
München. 21. Mai. Im TFier: art Hellabrunn
ist das Nilpferd nunmehr i.1 d große
Wasserbecken übergesiedelt, in welchem es schne
Schwimmkunft besser als in dem kleinen Becken
zeigen kann. An warmen Tagen wird es wie
auch der Elefant im Außengehege zu sehen sein.
Leider aber müssen die prächtigen Rappenantilopen
u. die Reiseantilope, welche die Tierhandlung
Ruhe dem Tierpark geliehen hat, in
den ersten Tagen des Monats Juni München
wieder verlassen. Für Pfingstsonntag ist billiger
Tag angesetzt (Eintrittspreis: Erwachsene
30 Pfg., Kinder unter 12 Jahren 10
Pfg.). Am Pfingstsonntag und „Montag konzertiert
nachmittags die Kapelle Schmidt.
Banerische Aurichten.
!Memmingen, 21. Mai. Als die Forstmartsfrau
Maier in Holdau nach dem Gottesdienst
nach Hause ging, hörte sie einen Schuß
kracken. In der Wohnung fand sie ihr dreijähriges
Söbchen mit einer Schußwunde in der
Bauckgegend in den letzten Zügen. Der 12 jährige
Sohn Paul hatte mit seinen Geschwistern
während der Abresenheit seiner Eltern „Soldaten“
gespielt und unglücklicherweise das Gewehr
seines Vaters erwischt.
Altenmarkt, 21. Mai. Tragisch verunglückt
ist der Gütler Georg Dietl von Arbing.
Als er aufs Feld hinausfuhr, gingen ihm seine
Tiere, welche scheu geworden waren, durch und
rannten mit dem Fuhrwerk in die Donau, wo
Dietl in den Wellen verschwand. Er konnte
nur mehr als Leiche geborgen werden. Auch
eines der beiden Tiere ging ein. Von der Familie
des Verunglückten stehen zurzeit drei Söhne
im Feld.
hauerilches Oderinns
Kolbermoor, 21. Mai. Die hier wohnenden
Italiener sind gestern früh von hier Kabgereist.
(die meisten trennten sich schwer von
ihrer neuen Heimat, wo sie bereits länger alr
20 Jahre zufrieden wohnten und schafften.
Holzkirchen, 21. Mai. Das Gut Heigenkam
des Kammersängers Burgstaller ging käuflich
an Riltmeister Gustav Michaelsen über. Die
Uebernahme erfolgt am 1. Juli. .
Vugfammelftelleillkciebeggaheu
Nathaus, Zimmer Nr. 16).
In dieser Woche sind 50 Liebesgabenpakete
im Werte von 4000 Mark für unsere Krieger im
Felde angefertigt worden. Den Spendern, die
sich daran beteiligt haben, herzlichen Dank. Diese
Viebesgaben bringen sicherlich den tapferen Soldaten,
die sonst leine Pakele von zuhause erhalten,
einen lieben Grust aus der Heimat.
An unserer Ortssammelstelle sind Fähnchen.
chen, Postkarten, Zündhölzer und Vivatbänder
Fn verkaufen, falls sich Liebhaber dafür interessieren.
Geand- und hausbesitzer-Verein
RNofenbeim.
Rosenheim, 22. Mai.
Der Grund= und Hausbesitzerverein Rosenheim
hielt am Freitagabend seine Jahresversammlung
ab. Der dabei von der Vorstandschaft
erstaltete Jahresbericht brachte bemerlenswerte
Mitteilungen.
Gleich dem Vorjahre wurde dem Wohnungsmarkte
besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Der
Austausch des Wohnungsanzeigers geschieht allmonatlich
mit München, Landshut und Kempten,
sowie durch Anzeige in sechs auswärtigen
Jeitungen, Das Wohnungsangebot war HPierorts
: 2 Wohnungen mit sieben Zimmern, 2
mit sechs, 5 mit fünf, 9 mit vier, 33 mit drei,
36 mit zwei und 3 mit einem Zimmer. Für
Wobh zunsinsernte wurden insgesamt 155 Mk.
ausgegeben. Infolge des Krieges steht eine
große Anzahl Wohbnungen, namentlich größere,
leer, wodurch die Hausbesitzer ethebliche Mietausfälle
erleiden. Die Vorstandschaft will versuchen,
durch Umfragen einigermaßen ein Bild
über den Umfang des Mietsverlustes zu erhalten.
Diese Feststellungen sind namentlich für
die neue Steuerfatierung von Wert. Die Veargünstigungsverträge
für Haftpflicht und Glasversicherung
kommen 34 bzw. 39 Mitgliedern
zu statten.
Der Mitgliederstand des Vereins ist normal
geblieben. Am Schlusse des Geschäftsjahres
waren 148 Mitglieder zu zählen gegen 147 im
vorigen Jahre. Neu ausgenommen wurden 11
Mitglieder, während 10 ausgeschieden sind.
Im Schlußwort sagt der Bericht: Das Berichtsjahr
steht im Zeichen des Krieges, der
das ganze Wirtschaftsleben in seinen Grundsesten
zu erschüttern drohte. Doch die wirtschaftlichen
Rüstungen trugen ihre Früchte. Der
lei Beginn des Krieges eingetretcne lähmende
Geschäftsverkehr kam bald wieder in seine alten
Bahnen. Die Bedürfnisse insbesondere der Heeresverwaltung
brachten einigermaßen geschäftlichen
Ausgleich und damit wieder eine hoffnungsvollere
Lage.
Schwer zu leiden hat der Hausbesitz durch die
größeren Mietsverluste. Besonders Wohnungen
über vier Zimmer stehen seit Monaten leer, da
wegen Einberufungen die zurüllgebliebenen
Frauen zumeist ihre Wohnungsbedürfnisse einschränken.
Der Zuzug von auswärts ist bedeutend
geringer wie in normalen Jahren. Auch
sind für kleinere Wohnungen erhebliche Mietnachlasse
gewuhrt worden. Je länger der Krieg
dauert, desto schwerer wird es für den einzelnen
Hausbesitzer, der nicht über Barreserven verfügt,
da die Zahlung der Hypothekenzinsen und der
anderen Lasten eingehalten werden muß. Dieprompte
Zahlung der letzteren ist für den Hausbesitz
geradezu eine Lebensfrage.
Hier einmgreifen und zu helfen ist Pflicht und
Sache der Behörden, denen eigentlich von Rechts
wegen die Obdachpflicht für zahlungsunfähige
Mieter zukommt. Dem Hausbesitzer müssen wie
jedem anderen Erwerbsstande Geldmittel gegen
mäßi gen Zins und auf eine Reihe von Jahren
zur Verfügung gestellt werden, die er in Naten
wieder zurückzahlen kann. Nach dieser Richtung
müssen die Stadtverwaltungen mit den wirkschaftlichen
Vereinigungen zufammenarbeiten, um
die nötigen Mittel aufzubringen.
Durch den Krieg wurde auch die vom Landesverbande
brabsichtigte Gründung einer Banl
ka zweite Hypotheken vorübergehend zum Stilland
gebracht, gläicswoht brrec- dieser Hründun
volle Sympathie gewidmel bleiben. Die Mitglieder
werden daher um Würdigung des Nund-
schreibens ersucht, damit die welteren Mahnahmen
getroffen werden können.
Schließlich spricht der Bericht dem Landesverband
und allen Förderern der Unternehmungen
des Vereins seinen Dank aus und verknüpft
damit den Wunsch, daß uns recht bald
ein glorreicher Sieg beschieden sein möge, der
die friedliche Entwicklung von Grund und Voden
fördert, damit alle sich lange Jahre des
friedlichen Besitzes der heimatlichen Scholle erfreuen
lönnen.
Keicinshechten.
Pflagsten 1915.
Wie oft haben wir Pfingsten gefeiert als das
Fest des Blühens da draußen wie in unserem
Innern, als das schöne Fest der neu erwachten
Erde und des neuerlebten Glaubens! Und
heute? Wohl keimt und sproßt alles in Gottes
freier Natur, aber die Herzen sind ernster geworden.
Wir hatten von einem Frieden geträumt,
wenn die Erde sich mit neuem Grün
schmücken würde. Es ist anders gekommen. Der
mämnermordende Krieg denkt nicht an unsere
Wünsche und Hoffnungen, er setzt sein grausiges
Spiel fort, vielleicht noch in schlimmerem Umsange.
Geras: deshalb aber ist unser Herz in
diesem Jahre geneigter denn je, das Pfingstsest
in seinem eigentlichen Wesen zu feiern: als
das Kommen des Heiligen Geistes und sein
Wirken in uns. Aus den gewaltigen Ereignissen,
die sich um uns her abspielen, vernehmen
wir seinen Sturmesruf. Die große Zeit, deren
staunende Zeugen wir sind, macht uns wieder
fähig, das Wehen und Walten dieses Geistes
zu spüren. Wir nehmen ihn in uns auf und
lassen ihn in uns wirken. Unsere tapferen Soldaten
vernehmen draußen im Donner der Geschütze
diesen Gottesgeist, und gar mancher von
ihnen wird still und nachdenklich. Und wir
drinnen werden auch erfaßt von dem großen
Ceist. der jetzt durch die Erde zieht. Er lehrt
uns lapfer durchhalten, draußen und drinnen.
Und wenn dann feierliches Elockengeläute Siea
und Freude kündet nach all den Opfern, die
gebracht sind, dann feiern wir mit dehmütiger
und frohmütiger Seele Pfingsten in christlich er
Wahrbeit.
l n u
Rosenheim, 22. Mai.
Auf dem Felde der Ehre gefallen:
Blasius Posch, Erziehungssohn des Heinzelbauern
in Wurzach bei Rott a. J., zuletzt
Fuhrknecht in der Flötzingerbrauerei, Soldat
im 1. Res. Inf.-Neg.; Josef Rambold, Bällermeister
in Hofsleiten, Unteroffirier im 3. Marine-
Inf.-Neg.; Josef Flötzinger, Stumpfgütlerssohn
von Eventausen, Gefr. im 16. Refs.=Inf.-Reg.;
Joseph Nigl, Taglöhnerssohn von
Schonstett, Landsturmmann im 18. Nes.-Juf.
Reg.: Georg Lindlacher, Ausbilfspostbote aus
Staudach (Traunstein), Offijzierstellverltreter im
16. Res.-Inf.-Neg.: Georg Maier, Huberrauerssohn
von Ebering (Traunstein), Solbat
im 16. Res- Inf.-Reg.; Anton Jahner, Bizefeldwebel,
Oekonomenssohn zum Preußen in
Siglberg (Traunstein), Inhaber des Eisernen
Kreuz:s und der Goldenen Tapferkeilsmedaille;
Unterofsizier Balthafar Huber, Setzmüller von
Mühlthal (Aibling); Franz Wagner, Dienstlnecht
in Aßling, Ers.-Res. im 1. NRes.-IJuf.
Reg.; Martin uganer, ** 3# in Westerham,
Ers.-Res. im 2. Inf.-R
Wereulannln ur“ Krieg
invaliden fürsorge. In den leßten ###
gen wurde in ganz Bayern eine Sammlung
des alten Webzeugs (Lumpen) ähnlich der
Reichswollwoche vorgenommen. In Rosenheim
wird von einer Haussammlung abgesehen. da
vom Roten Kreuz die „Weiße Woche“ ansange
Juni tamgesetzt ist. Familien, die nod Wollbestände
haben, werden ersucht, sie im Nathaus
1. Stock, Zimmer Nr. 16, vom 25. bis 29.
Mai abzugeben.
Voneinemnachahmenswerten Beispiel
können wir heute aus Kolbermoor berichten.
Das nteresse für —————-hunde,
die so treffliche Dienste im Felde keisten,
gewinnt immer weitere Kreise.
Sammlung, welche Herr Kapellmeister Anderl,
Inhaber des Plakatinstitutes Kolbermvor, auf
Grund der Aufrufe im „Nosenheimer Anzeiger“
in die Wege leitete. Er konnte einen Betrag von
20,95 Mark zusammenbringen, der sich kediglich
aus kleinen Gaben von 10 Pfg. bis böchstens
1 Mi. zusammensetzt. Ehre dieser eifrigen Sammeltätigleit,
Ehre und Anerkennung aber auch
jener nicht begüterten Spendern, welche von
berem Wenigen gern beisteuerten. So 3. B.
ist eine Frau dabei, deren Mann ve t wird,
während sie selbst für eine scht geringe Kinder:
schar zu sorgen hat. Sie ist arm, schreckte aber
nicht davor zurück, 30 Pfennige für die Sanitätshunde
zu spenden. Insc oanmt. sind es 64
Spender, welche zusammen den Betrag oden.
fast 21 Mk. aufgebracht haben.
lieren wir darüber und halten dieses Vrrgihen
anderen Orten als gutes Beispiel vor Augen.
Auch der NreusVerein Kiefersfelden er-Felte
einen Betrag von an sieht:
Jielbewußtes Arbeiten b1 5cn Möge es
überall so gehandhabt werden!
Das Figt einc.
tes Kreuz Kiefersselden. Der
An im „Rosenheimer Anzeiger“ betreff
Sammlung für die Sache der Sanitätehunde
hat unseren Verein veranlaßt, rasch eine eine
Sammlung in Kiefersfelden und Mühlbach
veranstalten, welche es innerhalb zwei A##in
##ichte, dem Rosenheimer Sammelkomitce
155 zu Überweisen. Es soll durch diese
5 nicht nur all unseren bereitwilligen
Spendern herrlicher Dank gesagt, sondern auch
die Anregung gegeben werden, die anderen Vereine
möchten ebenfalls ihr Scherflein für diese
äußerst wichtige Sache zusammentragen, damit
ein jedes, und wenm auch mit der lleinsten
Gabe, das schreckliche Wort „vermißt“ so
weit es möglich ist, lindern helfen kann. A. Kr.
Pfingstverkehr. Die Bahnverwaltung
hat, da nach den derzeiligen Umständen ohnehin
reichliche Beförderungsgelegenheiten bestehen, in
der Hauptsache zu den fahrplanmäßigen Zügen
Vor-üge und außerdem einzelne Züge nach Bedarf
vorgesehen. Lediglich am Pfingstmontag
verkehrt ein Sonderzug: Kufstein ab 7 Uhr
28 Min. abends; Kiesersfelden ab 7 Uhr 37
Min.; Oberaudorf ab 7 Uhr 43 Min.; Brannenburg
ab 7 Uhr 59 Min.: Nosenheim an
8 Uhr 12 Min., ab 8 Uhr 15 Min. abends:
München-Ost an 9 Uhr 13 Min., ab 9 Uhr
15 Min.; München-Hbhf. an 9 Uhr 30 Min.
shir
Städt. Grundstücksverkauf. Das von
der Stadtgemeinde anläßlich der Zwangever
sieigerung des Freund-Anwesens erworbene
Grundstück Griesholz wird jetzt dem Verlauf
unterstellt. Wir machen auf die Belanntmachung
des Stadtmagistrats hierüber aufmerlsam.
Kicchliche Nochrichken.
Gottesdienst in der Kapuzinerkirche
während der Psfingstfeiertage: Sonntag
und Montag von 126 bis 17 Uhr wie
gewöhnlich: 9 Ulhr letzter Golttesdienst. 4 Uhr
nachmittags Maiandacht.
4 2
Kriegsmaiandacht vom 23. bis 29.
Mai. Segenslied Nr. 65, 1 bzw. 2 Str. Marienlied:
Dienstag und Samstag Nr. 86;
Mittwoch Nr. 78; Donnerstag Nr. 82; Frei
tag Nr. 80 je 3 Strophen.
Maclibetichle.
München. 20. Mai. Der Münchener
Schlachtviehmarkt am Mittwoch, den 10. Mai,
hatie ein Gesamtangebot von 5459 Schlacht:
lieren, und war: 71 Ocksen. 1117 Bullen, 360
Kühen, 69 Jungrikdern. 1835 Kälbern, 2829
Schweinen, 144 S#tasfen und 51 Lämmern sowie
Kitge. Der Großviehmartt war der Zall
nach um rund 80 Stücke besser beschit als am
Mittwoch der vorigen Woche, jedoch beschräult
sich dieses „Mehr“ ausschliehlich auf Kühe. Die
Durchschnittsbeschaffenheil der Ware war eine
elwas leichlere, denn vom bayerischen Vich waren
nur 22 Ochsen und 98 Kühe gute, 81/1 Stücke
ganz mindere, alle übrigen Tiere mittlere Ware-Die
außerbanerischen Inlandsochsen, welche aus
Halle stammten, waren insgesamt guter Veschaffenheit.
Der Handel setzle schon von Ansang
an ziemlich lebhaft ein, da bereits heule
schon der Rindfleischbedarf für die bevorstehenden
Pfingstfeiertage in der Hauptsache zu delken
war. Auch für Fleischkonservierung auf
Rechnung des Stadtmagistrates sowie für den
Bedarf des Gesangenenlagere Puchheim wurden
erhebliche Viehankäufe unternommen. Die
hohen Preise der letzten Markttage vermochten
sich nicht bloß durchwegs zu hallen, sondern
es machte sich sogar neuerlich eine teilweise
steigende Tendenz bemerlbar. In der Haupt:
sache galten der Zentner Lebendgewicht: bayecrische
Kiiien 58 74 Mk., norddeutsche Ocsen
70 76 Mk., Bullen 45 —56 Mk., Kühe sowie
Kalbimmen 32.—63 Mk. und Jungpvieh 33ä bis
Mk. Der Kälbermarkt hatte der Zahl nach
gute Zufuhr. Der Beschaffenheit nach waren
etwa 300 Stücke gute, 900 Stücke mittlere
und der Rest mindere Ware. Da das Vorhandensein
des größeren Vorrats auch hier von
den Metz ern entsprechend ausgenützt wurde,
um den Pfingstbedarf wenigstens teilweise zu
deden, gestaltele sich auch hier die Kauflust sehr
lebhaft, so daß die hohen Preise der vorausgegangenen
Markttage gehalten werden lonnben.
# der Hauptsache galten lebende Tierc
2 Mk. der Zentner. Der Schweinemarkt
* für einen Wochenhauptmarkt sehr schwaches
Angebot. Vom Gesamtvorrat waren etwa
400 Stücke Feltschweine, 1500 Stücke mittelschwere,
alle übrigen jungen Tiere unter 120
Pfund Lebendgewicht. Die Handelzgeschäfte
wickelten sich etwas schleppend ab, weil die Verkäufer
abermals ihre Preisforderungen wesentlich
erhöhten, so daß, insbesondere bei geschlachteter
Ware, in guten Qualitäten auch über
nachstehende Notiz gelauft werden mußte. In
der uptsache galten lebende Tiere 94 110
Mark, hschlacheße 100—126 Mk. Beie We#e
insbefondere Fettschweine, erzielten l 8 bis
zu 113 Mk., geschlachtet 130 Mi. x. Jentner.
Wetterbericht für Sonntag, den 23. Mai:
Vorwiegend heiter, Gewitterneigung.