Metadata : Briefe und Akten zur Geschichte des Dreissigjährigen Krieges. Neunter Band. (9)

17—18.  1611  41

Das  Haus  Sachsen  könnte  sich  auch  ohne  die  jülichschen  Lande  fürst-  Januar  14.
lich  erhalten;  wie  es  aber  den  Erzherzogen  ergehen  würde,  wenn  diese
Lande  in  die  Hände  der  Gegner  fielen,  wäre  leicht  zu  ermessen.
Spanien  habe  bisher  zu  sehr  seiner  Macht  getraut  und  sich  mit  den
deutschen  Fürsten  nicht  viel  eingelsssen;  Kursachsen  sei  aber  ein
mächtiges  Haus,  das  sich  seit  langem  besonders  dem  Hause  Oestorreich
  treu  erwiesen  habe;  mit  dem  müsse  man  sich  in  gutes  Verständvis
  einlassen  und  ihm  in  billigen  Dingen  beispringen;  die  Besolution
  aus  Spanien  werde  demgemäss  ausfallen.  —  Datum  Coblenz
den  4.  jan.  a.  1611.
Dre.,  1,  8807,  31.  Buch  jülicher  Sachen,  (.1;  Or.

18.  Zuniga  an  König  Philipp  III.  Januar  15.

König  Matthias  bittet  durch  die  beiliegende  Depesche  [feblt]dringend
um  die  Unterstützung  E.  M.*  ‚A  sido  terrible  resolucion  esta  de  meter  el
emp.”  su  gente  en  la  Austria  superior“  und  völlig  gegen
die  mit  Interzession  E.  M.*  und  des  Papstes  und  mit  Bürgschaft  der
Erzherzoge,  Kurfürsten  und  anderen  Fürsten  zustande  gekommenen
Verträge.  Alle  Länder  unter  Matthias  werben  ‚„y  los  Bohemios  requeridos
  del  las  han  pedido  licencia  para  armar.“  Im  Auftrag  des
Kaisers  haben  ihnen  gestern  Erzherzog  Leopold  und  der  Landgraf  von
Leuchtenberg  geantwortet,  der  Kaiser  habe  den  Herzog  von  Braunschweig
und  den  Grafen  Zollern?  nach  Wien  geschickt,  um  dem  König  zu  sagen,
sein  Wunsch  sei  niemals  gewesen,  dass  das  Volk  dessen  Ländern
Schaden  thue;  die  Böhmen  möchten  die  Antwort  des  Königs  erwarten
„y  sino  se  quietase,  entonces  daria  licencia‘“  Heute  sind  die  Böhmen
entschlossen,  ihm  zu  sagen,  dass  sie  nicht  darauf  warten  werden
und  kein  Mittel  sehen,  das  Volk  zu  befriedigen.  ‚‚El  emp.°”  se  pone
en  esta  guerra  con  tantos  enemigos  sin  tener  un  vasallo  obediente
ni  principe  ni  persona  humano  que  le  ayude  ni  consejero  que  no

ı  Am  30.  Januar  wurde  Fuchs  abermals  nach  Brüssel  entsendet,  um
9.  Februar

die  Besitzergreifung  zu  vollenden.  Zum  Dank  für  die  geleisteten  Dienste  hatte
der  Gesandte  Spinola  und  Boucquoy  des  Kurfürsten  „gesellschaft,  so  wir
niemandes  als  unsern  gar  guten  und  wolaffectionirten  freunden,  räten  und
dienern  zu  geben  pflegen,  zu  einem  stets  wehrenden  gedechtnus  zu  uberantworten“
  (Dre.,  I.  8807,  21.  Buch  jül.  Sachen,  f.  270;  Kpt.).

?  Die  erste  Nachricht  von  der  Schickung  des  Reichshofratsprassidenten
Gıafen  von  Zollern  naclhı  Wien  gibt  der  bairische  Agent  Wilhelm  Bodenius  in
seinem  Bericht  au  Herzog  Maximilian  vom  10.  Januar  1611  (Mc.,  Eutstehung,
Fasz.  IIl,  no.  26.,  f.  il;  Or.  eigb.)  —  Die  kaiserliche  Instruktion  für  Braunschweig
  und  Zollern  vom  7./17.  Januar  ist  gedruckt  im  Gründlichen  Bericht
  etc,  8.  205  und  in  den  Copeyen  und  Abschriften,  no.  2.
Der  in  Wi.,  I.  A.1.,  Ka.  2991  erliegende  Auszug  der  Instruktion  mit  Braunschweigs
  und  Zollerms  eigenhändiger  Unterschrift  und  dem  Datum  vom
20.  Januar  1611  ist  der  vor  König  Matthias  gehaltene  Vortrag.