Dorwort.
Es gibt wohl kanm einen national-ötonomischen Gegenstand, der sich in
der großen Mehrzahl des Volkes, dic gebildeten Stände nicht ausgenommen,
einer so völligen Unbekanutschaft zu erfreuen hat, wic die Geldwährung.
Fragt man jemand: Sind Sie für die Gold= oder für die Doppelwährung?
so erhält man, weun der Gefragte ehrlich ist, gewöhnlich die Antwort: „Davon
verstehe ich nichts“; ist er aber ein Alleswisser, so antwortet er in 100
Fällen mindesteus 99 mal: „Natürlich für die Goldwährung“. Widerspricht
man einem solchen Sachverständigen, so macht er die seltsamsten Einwendungen
und wenn man endlich, des langen Haders müdc, den Widersprechenden
fragt: Was versteht man deun cigentlich unter dem Worte
„Währung“, so kann er abermals in 100 Fällen 99 mal diese Frage nicht
beantworten. Obgleich also der gute Mann gar nicht einmal weiß, was
Währung ist, so hat er sich doch schon längst mit großer Sicherheit für
die Goldwährung entschicden, denn das ist ja „ganz natürlich“, daß
diese besser ist, als die Doppelwährung.
Woher rührt unn diese so allgemein verbreitete blinde Vorliebe für dic
Goldwährung? Darauf wird wohl die richtige Antwort sein: diese blinde
Vorliebe hat zwei Ursachen; weil nämlich einmal jedermann, wenn er die
Wahl hat, eine Hand voll goldener Zehnmartstücke einer Hand voll silberner
Einmarkstücke vorzieht, so ist es anch ungemein leicht, vermöge der Ideen-Association,
jedem Unkundigen die Meinung beizubringen, daß die Goldwährung
etwas viel Besseres sei, als die Doppelwährung mit ihrem beigemischten
Silber. „Wozu soagt ma dann Hopfestang?“ hat ein altbaycrischer
Bauer jemand erwidert, dem er nicht glauben wollte, daß die Erziehung
des Hopfens an Drahtgerüsten zweckmäßiger sei, als an Stangen. Gewiß
ein sehr triftiger Grund für Beibehaltung der Hopfenstangen.