Contents : Spittler’s sämmtliche Werke. Elfter Band. (11)

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Edlen  mitging,  die  der  alte  Chroniste  nicht  namentlich  anfuͤhren
mochte,  weil  ihrer  über  vierhundert  da  waren.  Denn  dieß
konnte  man  ihm  doch  kaum  sireitig  machen,  da  er  selbst  in
den  schlimmsten  Zeiten,  wie  sie  gleich  nach  dem  Tode  seines
Vaters  uͤber  ihn  einbrachen,  immer  noch  den  Namen  eines
Herrn  von  Scharfeneck  behielt.

Wohl  waren's  schlimme  Zeiten,  da  man  ihm,  gleich  nach
Friedrichs  Tode,  von  seinem  Namen  nahm,  was  er  irgend
seit  einigen  Jahren  gewonnen  zu  haben  schien.  Man  nannte
ihn  nicht  mehr  einen  leiblichen  Sohn  desselben,  sondern  noch
mochte  er  froh  seyn,  wenn  man  ihn  überhaupt  nur  Kurfürst
Friedrichs  Sohn  hieß,  5)  und  so  hieß  er  denn  wohl  noch,
wenn  man  ihn  milde  und  ehrenvoll  behandeln  wollte;  aber  er
selbst  schien  auch  nicht  einmal  dieser  Benennung  sich  anmaßen
  zu  dürfen.  Gewiß,  es  thut  dem  Auge  wehe,  wenn  man
sieht,  wie  der  junge  Ludwig  in  einer  wichtigen  Urkunde,  die
er  vier  Wochen  nach  seines  Vaters,  Kurfürst  Friedrichs,  Tode
ausstellte,  den  Vatersnamen  nicht  nennen  durfte,  so  oft  auch
Kurfürst  Friedrich  genannt  werden  mußte.  )

Weiland  —  so  lang  noch  Kurfürst  Friedrich  lebte  —
bieß  es  wohl  auch  der  edle  Ludwig  von  Bayern,)  aber
seit  dem  15.  Dezember  1476  nur  ganz  kahl  hinweg  Ludwig
  von  Bapern,  Herr  zu  Scharfeneck.  Kurfürst
Philipp  nannte  ihn  in  der  ersten  Urkunde  1)  nicht  einmal  seinen
  lieben  Getreuen.

Was  ihm  Vater  Friedrich  an  Gütern  und  Herrschaften

*)  Siehe  Kurfürst  Philipps  Urkunde  (Heidelberg,  28.  Dezember
4476)  bei  Kremer  l.#%  Nro.  188,  Seite  517.
*)  Siehe  die  Urkunde  1.  c.  Nro.  190,  Seite  520.
se)  Siehe  die  Urkunde  vom  22.  Jannar  1476,  k.  c.  Seite  507.
)  Siehe  die  Urkunde  vom  28.  Dezember  1476  bei  Kremer;  verglichen
  mit  der  vom  12.  Januar  1477.