71
Allein die Reichen empfanden nur zu wohl, wie viel sie doch
verlieren wuͤrden, weil mit dieser Herabselzung der bisherigen
Steuer die Aufhebung ihrer bisherigen Steuer-Accorde verbunden
war. Sie boten also Alles auf, daß das neue Steuer-System
nicht zu Stande kommen sollte. Die meisten Staͤdte-Magistrate
und andere der wichtigsten Nationalkorps machten
dem Koͤnig Vorstellungen dagegen.
Viele derselben verloren unsireitig nicht wenig bei der
neuen Einrichtung, und manche Stadr, die auch nicht verlor,
sondern nothwendig gewinnen mußte, schrie doch gegen das
neue System, weil sie neben den großen neuen Vortheilen
desselben gerne auch noch einige kleine alte Vortheile des alten
Spsiems härte beibehalten mögen. Gerade aber, daß jene
großen Städte und Städte-Magistrate verloren, war ein
Hauptvorzug der neuen Einrichtung, weil ihre endlich nunmehr
aufgehobenen Srener= Kontrakte ein Hauptuͤbel der alten
Einrichtung gewesen waren. Der arme, geringe Mann verstand's
nicht, welche Wohlthat durch die neue Einrichrung
ihm widerfuhr. Wenn's also hoch kam, so wartete er stillschweigend
den Erfolg ab. Der Reiche aber, der bald sah,
wie jede Ausflucht ihm nun abgeschnitten sey, der brachte
seine lauten Klagen vor den Thron. *
Es konnte nicht fehlen, die neue Steuereinrichtung, sobäld
sie nicht bloß stückweise, sondern als ein Ganzes ausgeführt
wurde, mußte den herrlichsten Ersolg für das Land haben.
Einc allgemeine Erleichterung der Preise der nothwendigsten
Lebensmittel, eine größere Freiheit des inneren Handels, erleichterte
Ausfuhr der einheimischen Produkre, und was alles
soust noch die direkteste Folge der neuen Einrichtungen war —
das alles mußte sogleich dem Ackerbau neue Krast geben;
und doch verlor der König dabei gar nicht!