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die schleunige Hinrichtung eines Straßenräubers, den man eben eingefangen
hatte. Ihre Forderung wurde bald erfüllt. Ratsherren,
die von der kühnen Weberinnung als Verräter der Stadt bezeichnet
wurden, ließ der eingeschüchterre Rat zu Turm, d. h. ins Gefängnis,
führen. Als die Weber sahen, wie man ihre Macht fürchtetc,
sprengten sie die Vorrechte der Ritter und Herren, die bislang allein
Mitglieder des städtischen Rates werden konnten. Es wurden nun
82 Ratsmitglieder durch die Zünfte aus ihren eigenen Leuten gewählt;
nur die Wahl von 15 Gliedern überließ man den Patriziern.
Im Jahre 1370 saßen zum erstenmal Weber und andere Zünftlinge
im Rate Cölns.
Eine solche Macht stieg den Webern zu Kopf; aber ihr Hochmut
gefiel ebensowenig den übrigen Zünften wie den Patriziern.
Da geschah es im Jahre 1372, daß zwei stolze Mitglieder der Weberzunft
vom Nate beim Gerichte verklagt und dort zum Tode verurteilt
wurden. Die Weber glaubten, ihnen zum Trotze sei das Urteil
gesprochen worden. Als der erste Verurteilte hingerichtet werden
sollte, forderten sie seine Freilassung. Ritter Hardefust, der Bevollmächtigte
des Rates, hörte nicht auf ihre Forderung, sondern gab
das Zeichen zur Hinrichtung. Da stürzte ein Haufe bewaffneter
Weber über die Scharfrichter her und führte den verurteilten Genossen
jubelnd zur Stadt zurück.
Dieser Eingriff in die gesetzliche Ordnung empörte ganz Cöln
gegen die stolzen Weber. Nitter und Edle traten auf dem Altermarkte
zusammen; das Kriegsbanner wurde entfaltet; Bäcker,
Brauer, Buntwirker, Goldschmiede und Kaufleute eilten mit Waffen
herbei. Mit Weinspenden feuerte der Rat den Mut der Streiter
an. In mächtigem Zuge, die Stadtfahne voran, ging es zum Zunfthause
Airsburg. Doch die Wollweber waren schon ausgerückt, um
sich mit ihren Genossen vom Griechenmarkte zu vereinigen. Auf
dem Kriegermarkte kam es zu einer blutigen Schlacht. Die Weber
unterlagen. Ihr Banner wurde zerrissen und in den Staub getreten.
Die Sieger verfolgten die Flüchtigen, die sich zu Hunderten
in Schlupfwinkeln der Stadt verbargen. Am folgenden Morgen
wurden die Hauptschuldigen verbannt. Die an der Befreiung des
Verurteilten nicht teilgenommen hatten, durften in Cöln bleiben.
Den übrigen kündete das Glöcklein der Kirche auf dem Kapitol die
Stunde an, in der sie mit Kind und Kegel das Stadtgebiet für
immer bei Todesstrafe zu verlassen hatten.
Die andern Zünfte errangen durch Fleiß und Ruhe den Patriziern
gegenüber bald neue Macht. Sie brachten das Handwerk
zu Ehren und trugen durch ihre vorzüglichen Erzeugnisse viel zur