Metadata : Deutsches Kolonialblatt. XX. Jahrgang, 1909. (20)

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Gröbschütz;  endlich  wieder  einen  kopflosen  Schimmel  an  der  Sau—
brücke,  auf  der  Grenze  Topfseifersdorf-Winkeln.  (An  anderer  Stelle,
Ar.  208,  sind  die  spukhaften  Reiter  angeführt.)

Sehr  zahlreich  sind  auch  die  umgehenden  Kälber.  Ein  solches
von  riesiger  Größe  spukt  im  Hohlwege  von  Rochlitz  nach  Noßwitz;
ferner  eins  mit  „tellergroßen,  feurigen  Augen“  in  der  Nähe  der
Mützenburg  bei  Rochlitz,  ein  anderes,  ohne  Kopf,  auf  der  Noßwitzer
Scheibe  (Grenzflur).  Auch  auf  der  Wittgendorfer  Scheibe,  dann  an
der  Brücke  unterhalb  der  Pürstener  Mühle  bei  Seelitz  (in  der  Aähe
des  Mordkreuzes),  sowie  an  einem  Stege  bei  der  Mutschke,  südwestlich
  von  Arnsdorf,  erscheinen  Kälber.  Ein  solches  hockt  dem
Wanderer  auf  im  Kobold  bei  Zschaagwitz.  Endlich  geht  ein  Ralb
um  auf  der  Grenze  zwischen  Mutzscheroda  und  Dölitzsch;  die  Stelle
heißt  danach  das  Kälberloch  (vergl.  das  Kuhloch  bei  Kolkau).  —
Von  einem  gespenstischen  Boch  weiß  man  am  Bochssteg  auf  der
Grenze  Weißbach-Königsfeld  zu  erzählen.

68.  Der  feurige  Hund  in  der  Schule  zu  Leisnig.
Gräße,  Bd.  1,  Ar.  343;  nach  Kamprad,  Leisnigker  Chronika,  S.  211.

Zu  der  Zeit,  als  Paul  Matthias  Schwarz  Rektor  der  Stadtschule
  zu  Leisnig  war  (1651—1691),  ist  einmal  ein  Schulknabe,  des
Kirchvaters  Chr.  Riechers  Sohn,  zu  Ml#ttag  um  12  Uhr  in  die
große  Schulstube  gekommen,  da  hat  er  einen  großen  schwarzen  Hund
mit  feurigen  Augen  angetroffen,  der  die  Bänke  umwirft.  Heftig
erschrochen  läuft  er  hierauf  zum  Herrn  Rektor  und  zeigt  es  ihm  mit
Zittern  und  Beben  an.  Dieser  geht  auch  gleich  mit  herunter  und
trifft  den  Hund  vor  der  Säule,  daran  die  Sanduhr  hängt,  an,  derselbe
  verschwindet  aber,  sobald  der  Herr  Rektor  zu  reden  anfängt.
Darauf  hat  der  Herr  Superintendent  Dr.  Jacobi,  der  noch  denselben
Nachmittag  in  die  Schule  gekommen  ist,  der  Sache  wegen  eine
ernstliche  Bermahnung  an  die  ganze  Schuljugend  gehalten  und  solche
Vermahnung  noch  den  Sonntag  darauf  in  der  Amtspredigt  wiederholt.
  Allein  unter  den  Schülern  ist  doch  des  feurigen  Hunds  wegen
eine  solche  Furcht  entstanden,  daß  keiner  allein  mehr  in  die  Schule
gehen  wollte,  sondern  sie  warteten  alle  draußen  vor  der  Türe,  bis
der  Herr  Kantor  Rkam  und  Singestunde  hielt.