Volltext : Das Verwaltungsstreitverfahren.

61.  Julhs#m

 

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47

Mmtsssch,  3  Neb##as  1913

RKosenheimer  Anzeiger

 

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Rosenheimer  Tagblatt

Amtfliches  Publitaklons-Orga#n

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Berlin.  Bern.
Schius  der  Önleraten-Hanahms  1  Uhr  minos  NRa-  dietem  Zettpun  kanm  für  Autnahrme  in  bis  laufeabe  Tagen#####r  nicht  mahr  Oenaniiert  werden  Gür  10lechig#chchenes  Ma##eint  Wir  latus  Versmertans

Wiitere  erfolgreiche  Arbeit  unserer  A-Boote  gegen  englische  Wandelsdampfer.

Der  Jastizmord  grgen  bemsche  in  marokko.  —  Dur  brforpallle  der  Remralcn  urgen  der  langen  Kricgsdaucr.  —  Engulche  und  franzölliche
km  üttung  wegrn  der  Jagpd  der  demsichen  U  bootc  —  bie  Kämpfe  in  Poun.  —  Ro#cmals  soo  Kuflen  in  den  Karpathen  gefangen
Die  Schmio  delnachricht  üv#cce  cinc  rumdallche  Anlecipc  in  england  —  die  mobulerung  in  önch#enland.  —  Große  cugulche  verlustc  im

Der  Kriegszug  vuserer  U—  Doo
gegen  England.

Berlin,  1.  Februar.

Es  muß  immer  wieder  von  neuem  betont
werden,  der  Krieg  mit  England  muh  mit  aller
Schonungsosigkeit  und  allen  Mitteln  geführt
werden.  England  ist  der  Feind.  Es  hat  uns  in
den  furchtbaren  Krieg  gestürzt  mit  der  lla##  und
kalt  geäußerten  Absicht,  Deutschland  zu  vernichten;
  es  hat  mit  Heranführung  wilder  Völkersckaften,

  in  denen  selbst  die  Kannibalen  nicht

feblen,  eine  Unmenschlichleit  der  Kriegführung
in  Anwendung  gebracht,  die  vor  nichts  Halt
macht;  es  hat  den  Plan  ins  Werk  gesetzt.  uns
aus  uhungern  und  damit  schonungslos  Frauen,
Kinder  und  Kranke  dem  Verderben  preisgegeben;
  co  hat  unsere  deutschen  Landsleute  in
den  Kolonien  Wilden  überantworlet;  es  hat  in
einer  aller  Menschlichkeit  Hohn  sorechenden
Weise  die  in  seine  Hände  gefallenen  Deutschen  in
Kontentrationslagern  unter  die  schmählichsten,
verderblichsten  Lebensbedingungen  gestellt.

Bedenken  und  Rücksichtnahme  wäre  einem  solchen
  Feinde  gegenüber  Schwäche.  Es  ist  das
einfachste  Gelot  der  Selbslerhaltung  alles,  was
Technik  und  Znoustrie  bietet  —  und  wir  wissen.
aß  diese  noch  nicht  ihre  letzten  furchlbarsten
«  die  schon  bereitgesiellt  sind.  zur  Anwendung
  gegeben  haben  zu  benützen.  Wir
müisen  alles  aufbieten,  um  England  zu  belämpsen,
  was  uns  zu  Gebote  sieht,  und  es  stehl  und
noch  manches  zu  Gebote;  denn  nur  so  können  wir
diesen  jurcht  karen  Krieg  zu  einem  schnellen
Ende  bringen.  nur  so  vermögen  wir  uns  Respelt
und  Rube  für  die  Zukunft  zu  sichern!  Wir
wollen  alle  militärischen  Machtmittel  ausnut.
zen,  um  dem  Britenrolle  zu  zeigen,  daß  es
nicht  verbrecherisch  oder  auch  nur  grob  fahrlässig
mit  dem  Schicksal  des  deutschen  Volkes  spielen
darf.  Das  deutsche  Voll  wartet  darauf,  daß
die  Zeppeline  noch  oft  nach  England  jinden
und  daß  Tod  und  Verwüstung  die  Spuren
ihres  Weges  sind.  Das  deutsche  Volk  rechnet
auch  bestimmt  damit,  daß  die  Prophezeiung  des
Herru  von  Tirpitz  von  der  Blockierung  Englands
durch  deutsche  Unterseeboote  sich  erfüllt.  England
  kann  nur  in  die  Knie  gezwungen  werden,
uenn  wir  ihm  mit  unseren  Unterseebooten  die
überseeische  Zufuhr  abschneiden.  Und  dazu  ist
jent  ein  vielversprechender  Anfang  gemacht  worden,
  der  bereits  die  schönften  Erfolge  aufzuweisen
  hat.

1  1

Wir  wissen  es  nicht  erst  seit  heute:  schon  seit
Einiger  Zeit  konnte  beobachtet  werden,  wie  England
  immer  mehr  durch  die  Steigerung  der
Lebensmittelpreise  belastel  wurde.  Zuerst  wollte
man  in  England  den  Reedern  und  den  teueren
Frachtsätzen  die  Schuld  geben.  Tatsache  ist  aber
vielmehr,  daß  die  Lebensmittelzufuhr  in  England
  ganz  bedeutend  nachgelassen  hat.  Das  will
in  einem  Lande  besonders  viel  heißen,  das  in
seiner  Ernährung  mit  85%  aouf  das  Ausland
angewiesen  ist.  Einesteils  ist  die  große  deutsche
Handelsflotte  ganz  ausgeschaltet,  dann  aber
kommen  gar  viele  für  England  bestimmte
Schiffe  überhaupt  nicht  an  ihren  Bestimmungs- 



Kampf  mu  den  Türken.

ork  an.  Sie  fallen  unseren  Auslandskreuzern
zum  Opfer,  sie  werden  das  Opfer  von  Minen,
welche  die  Engländer  zum  Teil  selbst  gelegi
haben.  Die  Verluste,  welche  die  Engländer
hiebei  erlitten,  waren  schon  so  groß.  daß  man
sich  fürchtet,  die  näheren  Ziffern  darüber  bekannt
werden  zu  lassen.  Die  Zensur  läßt  Mitteilungen
hierüber  nicht  mehr  durch.

Und  nun  hoben  die  Engländer  zu  ihrem  grönten

  Schrecen  ahren  müssen,  baß  unstre
Unterseekoote  i#  esönderes  Werkl  begonnen
baben.  Sie  haben  sich  lein  geringeres  Ziel  geietzt

  als  die  Durchführung  der  Blodlade  gegen
England  in  der  Zufuhr  von  Lebenemitteln.
Unijere  Unteresebooie  sind  mit  den  schönsten  Erfolgen

  sowohl  im  Kanal  als  auck  in  der  Irischen
  See  tätig.  Sie  verrichten  dort  gute  Arbeit,
wie  die  Nackrichten  darüber  aus  den  leczten  Tagen
  bestätigen.  Vor  allem  ist  der  große  Hasen
von  Liverpool  durck  deutsche  Unterseebote
blockiert.  Ob  die  vom  Renterbureant  gemeldelen
Verluste  die  einzigen  sind  und  ob  nur  ein  ein

ziges  deutsckes  Ünterseehoot  dort  die  Wacht
ausubt,  lönnen  wir  -  prüsen.  Aus  anderen
Meldunge  n  wissen  wir  aber,  daß  aus  in  der

Seineluckt  deutsche  Unterseele  ote  lauern  und
scharfe  Wacht  auf  die  englischen  Schifse  hallen.
Der  Anfang  ist  auch  hier  sehr  gut,  -wei  Dam
fer  kamen  bereits  an  einem  Tage  zur  Strecke.

Das  ist  der  Anfang.  Weiteres  wird  noch
folgen.  Wir  vertrauen  auf  die  Helden  unserer
Marinc,  daß  sie  auch  in  dieser  Hinsicht  Groe:
ganze  Arbeit  sh  assen.  Moge  ihre  Kul#n##  ii
siets  reich  belohnt  werden!

Im  übrigen  liegen  uber  die  bisherigen  Er
solge  unserer  IIBop#le  nod  folgende  Meldunzen
vor.

London,  I1.  Ferr.  Zlonds  rieldet  aus
Douglas,  daß  der  Dampfer  „NKelcoan  Gaston“
am  30.  v.  M.  nordwestlich  Lirerpool  in  den
Grund  gebohrt  wurd:e.  Die  Vemannung  sei
durch  das  Küstenfahrieug  „Gladys“  gelandet
worden.

Amsterdam  1.  Febr.  Der  Dampfer
„Kelccoan  Gaston“  war  von  Liverpool  nach

Belfast  unterwegs,  als  ein  Offizier  eines  deut
sjchen  Tauchlootes  an  Bord  klam.  Dieser  hießz
die  Bejatzung  in  die  Rettungsboote  gehen.  Er
war  sehr  höflich  und  verteilte  Zigarren  an  die
Mannschaften.  Dann  rief  er  den  Dampfer
„Moon“  herbei,  der  die  Mannschaften  übernahm.
  Darauf  murde  von  dem  deutschen  Tauchboot
  der  englische  Dampfer  zum  Sinken  gebracht.


Dublin,  1.  Febr.  Der  Dampfer  „Leinsier“
verließ  gestern  nachmittag  Holyhead.  Er  wurde
hinter  dem  Leuchtschiff  Kish  von  einem  deutschen
Untersceh#:t  verfelgt,  das  eine  Meile  lang
binterherfuhr.

London,  1.  Febr.  Hier  angekommene
Leute  von  der  Besatzung  der  „Takomaru“  sagen

 

—  (hma  gegen  Japan.

aus:  Das  Schiff  lag  in  Erwartung  des  Lotsen
fast  still,  als  eine  furchtbare  Explosion  unter
Wasser  stattfand.  Das  Wasser  drang  in  das
Schiff.  Die  Leute  retteten  sich  in  die  Boote.
Sie  sollen  nur  die  Sckiffspapiere  mitgenommen
haben.  Das  Wetter  war  ruhbig,  so  daß  die
Boote  in  der  Nähe  bleiben  konnten,  als  das
Schiff  kenterte.  Drei  französische  Fischdampfer
näherten  sich  dann  und  retteten  die  Mannschaft.
„Talomarn“  hatte  97010  gefrorene  Hammel,
sowie  Kleidungsstücke  für  flüchtige  Belgier  in
Frankreich  an  Bord.

London,  I.  Febr.  (Reuter.)  Die  „Raria“
kam  mit  Kassee,  Zucker  und  Häuten  beladen
von  La  Plata.  Die  Mannschaft  dachte  an  nichts
Böles,  als  die  Explesion  unterhald  der  Wasserlinie
  satlfand.  Das  Schiff  begann  zu  sinken
und  gal  Notlignale.  Franzöfische  Torpedoboote
  beeilten  sick,  u  Hilse  u  kommen.  Jwei
Schleprer  brachten  das  Schiff  nach  dem  Hafen
ron  Le  Ogvre.

Ammnerdam,  1.  Fel#.  Del  Kapitan  des
Fisck  damserr  „Nilllick“  lerichtet,  er  habe  ein
Behallnis  mit  30  Remungsgurteln  obne  jede
Namenslereichnung  ausgefischt.  Die  Zahl  lasse

vermuten,  daß  das  veriorene  Schiff,  dem  die
Rettungsgurtel  gekorten,  von  beträcktlicher
Große  gewesen  sei.

Io-Der

  Felb#ug  der  deutschen  I#Voote  gegen
englische  Handelsschiffe  ruft  die  peinlichste  Verblusfung.
  der  Englunder  herror.  Man  hat  das
Meer  Irlands  für  unerreichbar  gehalten  und
fürch  tei  nun  in  Enaland,  daß  diese  neue  Kriegsart
  sid  immer  furchlerlicher  gestalten  wird.  Weil
man  aber  hilflos  iii,  ergelnt  man  sich  in  Ent—
rüstungegesckrei  a#cgen  Deunschland.  Zunäch!t
gab  das  fran'tiscke  Mar:  neninisterium  anitlich
folgende  Meldung  belaunt:  „In  einer  gewissen
Selb#sad.  tung  verfentie  die  deutiche  Marine  bisher
  im  allgemeinen  Handelsschiffe  der  verbündeten
  Staaten,  nachdem  sie  ihre  Besatzung  aufgenommen
  ober  ihr  gestattet  hatie,  sich  zu  retten.
  Einen  Verstoß  gegen  dieje  Negel  hatte  sie
sich  bisher  nur  bei  dem  verbrecherischen  (2)  Ansclag
  gegen  den  fran:  ösischen  Posidampfer  „Admiral
  Gautaume“  bei  Voulogne  vorzuwersen,
der  mit  belgischen  Frauen  und  Kindern  besetzt,
von  dem  Torped?  eines  deutschen  Untersce
bootes  getroffen  wurde,  aber  glücklicherweise  die
Küste  gewinnen  konnte.  Heute  entschloß  sich  die
deutsche  Marine,  planmäßig  und  leichtfertig  die
Menschenrechte  zu  verletzen.  Die  Offiziere  erhielten
  den  Vefebl,  nichts  mehr  zu  achten  und
sich  so  aus  der  Liste  der  Menschheit  zu  streichen.
  ()  Deutsche  Unterseeboote  schossen  am
30.  Januar  ohne  vorherige  Warnung  vier  englische
  Handelsschiffe  an,  davon  zwei  bei  Havre
und  zwei  in  der  Jrischen  See.  Die  ganze  (I)
Welt  wird  sich  mit  Grauen  (1)  gegen  ein  derartiges,
  einer  zivilisierten  Nation  unwürdiges
Kriegsverfahren  auflehnen.“

 

Auck  die  englische  Admiralität  veröffentlicht
ein  Entrüstungskommunique  gegen  die  beutsche
Seekriegsführung,  in  dem  es  heißt,  daß  die
deutsche  Flotte  offenbar  entschlossen  sei,  das
Völkerrecht  bewußt  und  sostematisch  zu  verletzen.
Sie  stelle  sich  durch  das  Torpedieren  wehrkoser
Handelsschiffe  außerhalb  der  W#rilsierten.  Geseklschaft.
  Die  ganze  Welt  werde  von  Abschen  erfüllt
  durch  die  Taten,  die  einer  zivilisierten
Nation  unwürdig  seien.

Wir  sind  dem  französischen  Marinemintsterium
sehr  verbunden  für  die  Güte,  mit  der  es  unserer
Marine  bisher  wenigstens  eine  gewisse  „Selbstachtung“
  zuerkennt.  Der  einmalige  Seitensprung
mit  dem  „verbreckerischen  Anschlag“  auf  einen
französischen  Fluchtlingsdamofer  erisriert  wohl
nur  in  der  Phantajie  unferer  Feinde.  In  Wirklickkeit
  nehmen  wir  den  Kampf  zur  See  gegen
Frankreich  und  seinen  westlichen  Verbündeten
in  der  gleichen  Art  und  Weise,  wenn  auch  mit
anderen  Mineln  auf,  wic  er  gegen  uns  geführt
wird.  Die  deutsche  Heeresleitung  ist  nur  ihrem
eigenen  Gewissen  Rechenschaft  schuldig;  für  das,
was  sie  tun  oder  laisen  will,  hat  sie  die  Ver.-antmwortung
  zu  tragen.  Der  pathelische  Protest
auck  der  englischen  Admiralität  in  völlig  unberecktigt.
  Der  Fall  des  „Admiral  Gautaume“
ist  bis  heute  nod,  nicht  geklart.  Es  ist  keineswegs
  bewicien,  daß  der  Torpedo  eines  deutschen
Unterfeebotes  der  Grund  zu  der  Vernichtung
des  Schiffes  wor.  Ebensogut  möglich  in  es  auch,
daß  dag  Sckiff  auf  eine  Mine  gelaufen  ist.  Es
besteht  lein  Gesetz,  daß  Unterseeboote  zum  Handelskrieg
  nicht  verwendet  werden  dürfen.  Im
übrigen  ist  es  eine  Lüge,  wenn  behauptet  war.
unsete  LU.  Beot  versenlen  Dampfer,  ohne  daß
die  Mannsckaft  sich  in  Sicherheit  bringen  konnte.
Man  vergleiche  nur  die  obige  Meldung  aus  Amsterdam.


Das  ganze  Entrüstungsgeschrei  zeigt,  daß
England  an  einer  jehr  wunden  Stelle  getroffen
murde.  D  eutschland  hat  die  Blockade  Englands
eroffnet.  Diese  Tatsache  muß  das  selb#tgefällige
Sicherheitsgefühl  der  Engländer  erschüttern.  Der
Hunger,  mit  dem  die  Briten  Deutschland  zu  besiegen
  gedachten,  i#t  ihnen  näher  als  uns.  Noch
einige  solche  Hiobsbotschaften  und  in  England
wird  man  über  den  Krieg  anders  zu  denken
beginnen.

·*  .9

Die  Kämpfe  in  den  Argonnen.

Aus  dem  raßen  Hauptquartier  wird  uns
geschrieben:
V.

Rein  zahlenmaßig  lassen  sich  die  bisherigen
deutschen  Erfolge  in  den  Argonnen  wie  folgt
ausdrücken.  Bie  Ende  Novemdber  hat  der  Feind
eingebüßt:

1000  Gefangene.
400  Tote,
13000  Verwundete.

Im  Monat  Dezember  betrug  die  Zahl  der
Gefangenen.  It#  ,  jene  der  Toten  und  Verwundeten
  8000.  An  Trophäen  wurden  in  diesem
Monat  allein  21  Maschinengewehre,  14  Minen--
  (  Revolverkanonen  und  1  Bronzemörser
erbeutet.