254 Geschichte der Akademie unter Friedrien dem Grossen (1740-1746).
Bereits am 27. Juni erwiderte der König’:
»J’ai d’abord commence par augmenter les forces de |'Etat de seize bataillons.
de cing escadrons de hussards. et d’un escadron de gardes du corps. ‚ai pose
les fondements de notre nouvelle Academie. ai fait acquisition de Worrr, de
Mavrerrvis, d’ALsarortı. J’attends la reponse de STGRAVESANDE, de VAUCANSoN
et d’Evrer. ai etabli un nouveau college pour le commerce et les ınanufactures;
jengage des peintres et des sculpteurs; et je pars pour la Prusse, pour y recevoir
l’hommage. etc.. sans la sainte ampoule. et sans les ceremonies inutiles et frivoles
ne Vignorance et la superstition ont £tablies. et que la coutume favorise.«
Maurertuis und WoLrr — das waren die beiden Fürsten der
Wissenschaft, deren Gegenwart Frieoprıcn am heissesten ersehnte”,
Sie sollten ihm die neue Akademie bauen helfen und sie leiten.
Noch hing der Junge Monarch mit hoher Verehrung an Worrr, dessen
Philosophie ihm nach dem Zusammenbruch des confessionell reforıirten
Glaubens einen Halt gewährte”. Aber bereits faseinirte ihn
die moderne englisch- französische Wissenschaft, deren vornehmster
Repräsentant Maupertuis war — der Mann, dessen Ruhm durch
seine Reise an den »Pol«, d.h. nach Lappland, und durch den Beweis
der Abplattung des Erdballs, den er geführt hatte, auf aller Lippen
war. Friedlich sollten in der neuen Akademie \Worrr und NEwToN
— dieser repräsentirt durch Maupertuis — neben einander herrschen;
aber nicht nur »zur Parade« sollte sie dienen, sondern »zur Instruction«.
Vorlesungen sollten von allen Mitgliedern gehalten werden: schon
! CEuvres T.22 p.ız2f.
? Sie waren übrigens beide bereits auswärtige Mitglieder der Societät — Mav-PERTUIS
Seit dem Jahre 1735. Er hatte durch einen Freund auf seine Aufnahme
angetragen (Akademisches Protokoll vom 23. Juni 1735). Die Schrift. in der er die
örgebnisse seiner lappländischen Reise niedergelegt, hatte er dann in mehreren Exemplaren
der Societät übersandt und von ihr ein schmeichelhaftes Schreiben zurückerhalten,
in welchem sie einen Theil der Ehre auch für sich in Anspruch nahın,
da Marperrvis ihr Mitglied sei (Akademisches Protokoll vom 4. December 1738).
Vergl. über ihn die beiden Festreden von pu Bois-Reymoxp und Dies (Sitzungsberichte
1892 S. 393fl., 1898 S.511f.).
®? Sunn ist es gewesen, der den Kronprinzen zuerst auf die Worrr'sche Philosoplie
aufmerksam gemacht hat. In dem Brief an den Grafen vox MAXTEUFFEL
vom 19. August 1736 (CEuvres T.25 p. 4731.) zählt Friedrich seine Sterne noch in
folgender Rangordnung auf: »Les etudes se succederont ici les ıınes aux autres.
Premicrement Worrr. ce prince des philosoples, aura la preference; ensuite RorLıy,
cet auteur sage. qui. avec taut de labeur, nous transmet les evenements remarquables
de l'antiquite, ct dont le judicieux pinceau ne sait flatter ni amoindrir les
caracteres de ses heros. L’aimable, l’elegant, le spirituel VoLraıre [die Correspondenz
mit ihm hatte Frirnrıcn am 8. August 1736 begonnen] vient ensuite sur leurs
traces regayer de ses fleurs. flenrs que les Amours et les Gräces cueillent ellesmemes.
le serieux et la gravite que les deux anteurs precedents inspirent«. Auch
mit FOXTEXELLE. dem greisen Sceretar der Pariser Akademie, correspondirte FRıFD-RicHn
vor seiner Thronbesteigung und hielt ilın sehr hoch (s. (Euvres T. 16).