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deutung für die mögliche Infektion des Instituts ist auch nur das Lagerstroh, und wesentlich
für dieses und die Kleider des Personals ist die neue Desinfektionsvorrichtung bestimmt.
Dieselbe steht außerhalb der Anstaltsräume und hat die Gestalt eines großen Kleiderschrankes.
Gegen Witterungseinflüsse ist sie durch einen Verschlag geschützt. Der Raum
ist bemessen auf 4 Schütten Stroh, entsprechend der Kleinheit des Instituts; es können in
ihm auf einmal sämtliche Kleider des Personals und die Wäsche des Instituts aufgehängt
werden. Durch Einschieben eines Gestelles lassen sich auch die Instrumente, Mörser, Waschgefäße
und dergl. desinfizieren. Die Dauer einer Desinfektion läßt sich auf ¾ Stunden
herabsetzen, wenn dem Schrankinhalt ungefähr 3% Formalin zugeführt und etwa 3 mal
ein Vakuum mittels der Luftpumpe hergestellt wird. Die Bedienung ist einfach und übersichtlich.
Für die Erwärmung auf 700 C ist ein Gasrohr aus dem Institut abgezweigt.
In Bernburg kamen Veränderungen nicht vor.
Die Staatsimpfanstalt zu Hamburg ist im Jahre 1902 in das neuerbaute Gebäude,
Ecke der Brenner= und Bülaustraße, verlegt worden. Die Anstalt besteht aus zwei Gebäuden,
aus dem Hauptgebäude und dem Kälberhause. In dem Hauptgebäude befinden sich
die Räume zur Erledigung der Impfpflicht, zur Bearbeitung des Impfstoffes, sodann das
Impfbureau der Polizeibehörde, und eine Wohnung für den Diener der Anstalt. Beim
Besuche der Anstalt gelangen die Impfpflichtigen vom Eingang über eine Rampe in eine
zur Aufnahme zahlreicher Kinderwagen ausreichend groß (6, 4 X 16, 9 m) angelegte
Vorhalle und aus dieser in eine geräumige, mittels Oberlichts reichlich erhellte und mit
kräftiger Lüftung versehene, in 16,74 X 21,80 m gehaltene Halle. Diese Halle ist mittels
niedriger Schranken in zwei gleiche Hälften geteilt; die eine Hälfte, der Impfsaal, dient
zur Vornahme der Impfung, die andere Hälfte nimmt die zur Nachschau Erschienenen auf.
Eine besondere Umfriedigung umgrenzt den zur Ausführung der Impfung bestimmten Raum.
Beide Hälften haben Zugänge, einerseits zum Zimmer des Oberimpfarztes und der Impfärzte,
andererseits zum Stande der Schreiber als dem Orte für die Eintragungen in die
Impfliste, und für die Austeilung der Impfscheine. Die Begutachtung der Impferfolge und
etwaiger Mängel in der Gesundheit der Pflichtigen erfolgt im Zimmer des Oberimpfarztes.
Neben letzterem Zimmer befindet sich einerseits das Bibliothek= und Arbeitszimmer des
Oberimpfarztes, andererseits das Zimmer der Impfärzte, darüber liegen im ersten Stock die
Räume für die Bearbeitung des Impfstoffes und die Wohnung des Dieners der Anstalt.
In das Impfbureau gelangt man durch eine an der Ecke der obengenannten Straßen belegene
Haustür nach Durchschreitung einer Vorhalle. Das vom Haupthause getrennt gelegene
Kälberhaus besteht aus vier zur ebenen Erde belegenen Räumen, einem mit seiner
Längswand nach Südosten gerichteten Kälberstall für 5 bis 6 Tiere, einem Reserve= oder
Beobachtungsstall, einer Milchkammer und einem Impfzimmer für die Kälber. Darüber
befindet sich ein Strohboden. Die Räume der neuen Anstalt erwiesen sich als sehr zweckdienlich.
In Straßburg i. E. sind die Räume der Anstalt, welche nach Vorschrift eingeteilt
und instand gesetzt sind, unverändert geblieben; sie haben bei Beginn der Impfungen einen
neuen Anstrich erhalten. Diese Räume werden nur bis zur Abnahme der Pusteln benutzt.
Die Bereitung und Fertigstellung sowie die Versendung des Stoffes geschieht in der Wohnung
des Anstaltsleiters in einem ausschließlich dazu bestimmten Zimmer mit den vorschriftsmäßigen
Geräten und Einrichtungen zur mikroskopischen Untersuchung. Durch diese Trennung
ist die gründliche Reinigung des Impfraumes bei der Abwesenheit von Möbeln und
Gerätschaften leicht und schnell auszuführen. Diese Reinigung wird vor und nach jeder
Impfung regelmäßig vorgenommen.