Contents : Der Deutsche Reichstag.

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die  Länder  bezeichneten,  gegen  welche  uns  nach  ihrer  Meinung  der  Reichskanzler
  in  den  Krieg  führen  wollte;  zur  Rede  darüber  gestellt,  erklärte
einer  von  ihnen,  sie  hätten  beide  von  keinem  Kriege  gegen  Frankreich,
sondern  nur  davon  gesprochen,  daß  der  Reichskanzler  „sich  überall  einmische.“
  Herr  Jörg  hatte  u.  a.  gesagt:  „Es  ist  von  keinem  Unbefangenen
zu  leugnen,  daß  im  Laufe  dieses  Jahres  in  der  Leitung  der  auswärtigen
Angelegenheit  des  Reiches  ein  persönliches  Regiment  zu  Tage  getreten
ist,  das  seine  schweren  Bedenken  hat.“  „Wo  steckt,  fragte  Herr  Jörg,  der
in  der  Reichsverfassung  erwähnte  diplomatische  Ausschuß  des  Bundesrates,
  der  den  Beruf  hat,  Ueberraschungen  zu  verhüten?"  „Es  soll  dem
Leiter  der  auswärtigen  Angelegenheiten  des  Reiches  nicht  gestattet  sein,
auf  den  verschlungenen  Wegen  der  Diplomatie  die  Dinge  so  vorzubereiten,
daß  die  übrigen  Bundesstaaten  eines  Tages  nicht  mehr  im  stande  sind,
zu  beurteilen,  wer  denn  nun  eigentlich  der  Angreifer,  und  wer  der  Angegriffene
  sei.“  Auf  diesen  Gedanken  kam  der  Redner  noch  ein  zweites
Mal  zurück  und  sprach:  „Durch  den  diplomatischen  Ausschuß,  der  aber
nicht  in  Thätigkeit  getreten  ist,  soll  vermieden  werden,  daß  der  Bundesrat
  eines  schönen  Morgens  vor  der  unendlich  peinlichen  Lage  stehe,  die
wir  1866  im  bayrischen  Landtage  ausgestanden  haben,  als  erörtert  wurde,
wer  ist  der  Angreffer,  wer  der  Friedensbrecher,  wer  der  Urheber  des
Friedensbruches  2c.?  Herr  Jörg  schloß  seine  Rede  mit  dem  Zuruf  an
die  Regierungen  der  kleineren  Bundesstaaten:  es  ist  hohe  Zeit,  daß  Sie
sich  Ihrer  verfassungsmäßigen  Pflicht  erinnern  (dem  Reichskanzler  gegenüber),
  für  die  Erhaltung  des  Friedens  zu  sorgen.

In  demselben  Geleise  bewegte  sich  dann  auch  Herr  Windthorst.  Dieser
sprach:  „Ich  glaube,  daß  die  Regierungen,  welche  in  dem  diplomatischen
Ausschuß  sitzen,  alle  Veranlassung  haben,  recht  aufmerksam  auf  den
Gang  der  Dinge  zu  sein,  denn  ich  habe  allerdings  für  mich  die  Ueberzeugung,
  daß  wir  allmählich  einem  Kriege  unwiderbringlich  entgegensteuern.“
  Begründen  konnte  der  Redner  seine  Ueberzeugung  freilich  nicht
weiter,  als  daß  er  meinte,  die  Behandlung  der  spanischen  Angelegenheiten
und  die  nach  Paris  geschickte  Depesche  wegen  der  Hirtenbriefe  der  französischen
  Bischöfe  seien  jedenfalls  Einmischungen,  zunächst  zwar  nur
moralische,  aus  denen  sich  aber  thatsächliche  entwickeln  könnten.  Es  wurde
Herrn  Windthorst  im  Reichstage  vorgehalten,  wie  unrecht  es  von  ihm
sei,  die  Regierung  seines  Vaterlandes  mit  so  haltlosen  Beschuldigungen
vor  der  Welt  zu  verklagen.  Seine  Antwort  darauf  war,  daß  er  sich
mit  Thiers  verglich,  der  am  15.  Juli  1870  die  Regierung  Napoleons
so  dringend  gewarnt  habe,  wie  er  selber  jetzt  die  deutsche  Reichsregierung