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sich auf die Hinterhand und überlegt, wohin heute
Nacht? Mißtrauisch äugen die kleinen Lichter links
und rechts, die Lauscher bewegen sich, jedes kleine
Geräusch aufnehmend. Der Keiler war durch andauernde
Verfolgung und stete Gefahren gerissen geworden.
Der Kartoffelschlag gestern war ja gut,
aber ihm zu unruhig, da traten Rehe umher, die
Hirsche orgelten am Rande des Holzes, die Krummen
und Karnickel hatten ihn durch ihre Unruhe
gaus verdreht gemacht, auch roch es dort nach
Mensch, dessen stinkende Spur war da dicht an
dicht. Also dahin nicht! Der Eingänger schnob
vor Wul, wie er an den Mensch dachte. Kaum
ließ man sich blicken, hatte man die Blase auf der
Ferse und sie spickten einem den alten Leib mit
Bleillumpen und Schrot. Ein leises Geräusch, wie
von vorsichtigen Tritten machte ihn hochfahrend.
Schrittweise von ihm ab stand plätzlich ein Fuchs.
Wie rasend ob der Störung fuhr er auf den los,
sodaß der Rote vor Schrecken keckernd davonrannte.
Mit gesträubten Borsten sah er dem Forteilenden
hach, schob sich dam ganz aus dem Kessel und
stand, immer noch ärgerlich auf dessen Rand. Jal
wohin? — Im Rübenschlag, auf der rechten Seite
der Forst, standen einige alte Saateichen, darunter
lag früher oft Mast. Wollen mal dort versuchen!
Ab und zu mißtrauisch verhoffend, stets vorsichtig
das dickste Unterholz haltend, schob er sich dort
hin. Kurz vor dem Rande des Feldstückes machte
der Eingänger Halt, nahm das Gebrech hoch und
brüfte die Luft. Hm, da mußte doch was brennen!
Ein feiner Rauch zog ihm in die Nüffeln
und anders roch es wie schwelendes Kartoffelkraut
oder Holzfeuer der Arbeiter. Teufell die langen
Borsten am s chorwigem Rücken sträubten sich hörbar,
da war auch der verdammte Gestank vom
Mensch.
So Alterchen, jetzt aber rückwärts, was das
Zeug halten will und hin nach der dicksten Schonung!
Dort steht Pilz und Schwamm, dann nach
dem verluderten Hirsch im Bruch, das reicht bis
die Luft zum Feldbesuch rein ist und sättigt vor-Fa.
Jäger, jetzt sitze und warte, ich komme
nicht!
Der Jäger hatte das Schwein brechen gehört,
dicht hinter sich. Eine Pause war eingetreten, ihm
war, als wenn das Stück sich rückwärts schlug.
Noch zwei Stunden saß er, bis der Mond hinter
Wolken verschwand und auf zehn Gänge nichts
mehr zu kennen war. Mißmutig brach er auf, dem
Eingänger war nicht beizukommen. Müde und geschlagen,
drei Nächte hatte er draußen hinter sich,
zog der Jäger heim zu seinem Bau.
Der alte Recke schien verschwunden. Schon
glaubte der Jäger, er sei ausgewechselt. Da war
der Cingänger am lichten Vormittag in der Nähe
des Eichenbestandes den Waldarbeitern begegnet,
war wütend auf sie losgegangen und hatte die
Leute auf mehrere Meter Klobenholz verteilt, die
zufällig dort standen. Hiebe mit Knüppeln und
Unser Pommerland
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Sticken, und Stoßen mit den Füßen machten ihn
noch ärgerlicher, sodaß er wie wild um die Holzbaufen
tobte. Da er den Leuten aber nicht beikommen
komte, wechselte er in die anstehende Schonung,
die jungen Fichten zausend, verschwand er.
Vollmond. Die große blanke Scheibe stand umgeben
von ihren Millionen Sternen am unbewölkten
Himmel und übergoß Wald und Feld mit bleichem
Licht. Ließ den weißen Frost auf Holz und
Flar glitzernd machen und stahl sich in die dichlesten
Schonungen, Baum und Strauch, warfen
groteske Schlagschatten in die stille Helle. Die
Forst schien leer. Das Wild war zum Aesen auf
die Saaten und Aecker ausgetreten, nur einige verspätete
Hasen hoppelten beinah unhörbar durchs
Unterholz, kapriolten vor Uebermut und freuten sich
des Lichtes und der Ruhe, die herrschten.
Am Ufer der mit hohen Eichen und Buchen bestandenen
Schlucht schnürte ein Juchs. Es roch
hier so frisch nach Has und Maus, Tag und Nacht
bell, da bleibt der Magen oft leer. In den Schatten
konnte er seine Jagd möglicherweise bequemer
haben, wie draußen, wo man sein Pirschen auf
hundert Ellen merkte. Dal piepte es da nicht wenige
Meter weiter? Sein verschmitztes Spitzbubengesicht
schmunzelte, die Mäuse waren wegen der
Eicheln und Bucheckern hier besonders fett. Nur
recht vorsichtig, Halt! da raschelt es — schwapp,
weg ist sie. Einmal noch hat sie gequietscht. In
demselben Augenblick zuckte er zusammen, äugte mit
schiefem Kopf nur eine Sekunde zur nahen Eiche
hinauf, auf der ein großer, graugrüner Klumpen
auf dickem Ast dicht am Stamme saß, und riß aus
wie Schafleder. Verdammt! das war doch ein
Mensch, wenn der Funken gerissen hätte, wär er
jetzt in die seligen Jagdgründe gewechselt.
Der Jäger war schon seit dem Nachmittag dort
aufgebäumt und wartete auf den Keiler. Der mausende
Fuchs, der Hirsch, der unter ihm zog, nichi
kümmerte er sich um sie. Nur den einen, den urigen
Bassen wollte er haben. Die Dorcfuhr schlug
in der Ferne Mitternacht, er hörte sie die erste und
zweite Stunde rufen, der Keiler kam nicht. Schwer
wurden ihm die Lider vom vielen Wachen, seine
Glieder schauerten, wenn ein Frost den Körper
überlief, doch geduldig saß er. Leise knarrte der
Strick, mit dem sich der Jäger angebunden, wenn
er sich auf seinem unbequemen Hochsitz zurechtschob.
So vorsichtig tat er es, daß der Ast kaum
merklich zitterte. Er kannte das scharfe Gehör des
Keilers.
Jetzt schlägt es drei. Der letzte Schlag war
verklungen, als er ein fernes Knacken vernahm.
Ist es Rotwild, oder ist der es, der ihn viele
Nächte nicht schlafen ließ, an den er immer denrt!
Wieder knackt und bricht es, doch schon näher. Noch
ist nichts zu sehen, die Stämme stehen stellenweise
zu dicht, auch lassen die Schatten in weiterer Entfernung
nicht genaueres erkennen. Die Büchse liegt
bereit auf den Knien, die Augen tränen vor An-