Full text : Spittler’s sämmtliche Werke. Vierzehnter Band. (14)

566

wegen,  besonders  gnädig  sich  bewies,  der  Stelle  eines  Ober-Sekretärs,
  die  er  erhalten,  nicht  gehörig  gewachsen  war,  so
wurde  demselben  1667  Greiffenfeld  in  den  Kanzlei-Verrichtungen
  adjungirt,  mit  dem  Titel  eines  Ober-Kammer-Sekretärs.
  Sobald  aber  dieser  in  die  Kanzlei  eintrat,  gaben  alle
Kanzlei-Junker  ihre  Stellen  auf,  und  man  ließ  sie  ziehen,
einen  ausgenommen,  den  der  Kbnig  beibehielt.  Alles  konnte
also  jetzt  neu  besetzt  werden,  und  wäre  nicht  der  König  schon
dritthalb  Jahre  nachher  gestorben,  so  hätte  er  selbst  noch  Alles
mit  der  Kanzlei  in  den  Gang  bringen  können,  in  dem  er's
längst  schon  zu  haben  wünschte.  Allein  1670  starb  Friederich
  III.

Von  1660  bis  1670,  so  lange  er  als  Erbkönig  regiert
hatte,  waren  die  gewöhnlichen  Expedirionen  in  der  Kanzlei
folgende  gewesen:

4)  Durchaus  alle  Civil=  und  geisilichen  Besiallungen.

2)  Privilegien,  Landgüter  zu  verkaufen  und  zu  kaufen,
weil  es  sonst  bloß  dem  Adel  zustand,  und  auch  dieser  durfte
nicht  im  Ausgebot  verkaufen.  Man  sollte  zwar  glauben,  seit
4660,  seit  es  ein  gänz  anderer  Status  regiminis  geworden,
hätten  diese  Erpeditionen  voͤllig  aufgehört,  aber  so  wie  die
Rezesse  noch  nicht  ansgehoben  waren,  so  geschah's  doch  noch
bisweilen  besonders  in  Juͤtland.

3)  Dispensationen  und  Mortifikationen  ein  und  anderer
in  den  alten  Rezessen  enthaltener  Dinge,  die  dem  Geisilichenund
  Bürgersiande  zum  Nachtheil  gercichten.  »

4)  Seit  1665  und  1666  Vokationen  der  Geistlichen,
wie  auch  überhaupt  alle  Anwartschaften  auf  alle  geisilichen  und
weltlichen  Bedienungen.

5,  6,  7,  8,  9,  10)  Testamente  und  Chepakten;  Kopulations-
  und  Begraͤbnißscheine;  Moratoria;  Kommissionen