Full text : Dr. J. Milbiller's kurzgefasste Geschichte des Königreichs Bayern.

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erblicken  die  Bayern  seine  Nachkommen  in  blühender  Kraft  auf
dem  Throne.  —
.  2.

Bayern  hatte  aber,  als  Otto  die  Regierung  antrat,  nicht  mehr
denselben  Umfang,  wie  ehemals.  Im  Norden  war  durch  die  Errichtung
  des  Bisthums  Bamberg,  und  des  Herzogthums  Ostfranken
  ein  großer  Theil  abgerissen;  im  Süden  seit  Langem  Kärnthen,
Verona,  Istrien  und  Krain  davon  getrennt;  Steyermark  erklärte
erst  Friedrich  als  freies  Herzogthum.  Im  Westen  lagen  die  Güter
  der  Welfen  und  Hohenstaufen,  und  im  Osten  war  Oesterreich
seit  1056  ein  eigenes  Herzogthum.  So  war  Bayerns  Gebiet  beträchtlich
  geschmälert.  —

S.  5.

Aber  auch  im  Lande  selbst  war  des  Herzogs  Wirksamkeit  beschränkt.
  Es  schalteten  die  vielen  Grafengeschlechter  1)  in  ihren
Gauen  unabhängig  vom  Herzoge  mit  Fürstengewalt.  Gleich  ihnen
thaten  acht  Bischöfe  im  Lande  2).

.  4.

Doch  waren  die  Grafen,  Ritter,  Bischöfe  und  Aebte  nicht  von
allen  Verbindlichkeiten  gegen  den  Herzog  und  sein  Land  befreit.
Sie  standen  in  demselben  Verhältniß  zum  Herzog,  wie  dieser  zum
Kaiser.  Sie  mußten  ihm  als  Lehensherrn  huldigen,  seiner  Fahne
folgen,  ihn  als  obersten  Richter  erkennen,  und  auf  Versammlungen
mit  ihm  des  Landes  Bestes  berathen.  Otto  aber,  und  seinem  Beispiele
  gemäß  alle  seine  Nachfolger,  waren  darauf  bedacht,  die  Besitungen
  dieser  Landesgroßen  nach  und  nach  durch  Kauf,  Erbschaft
oder  Heirath  an  sich  zu  bringen.  So  brachte  Otto,  als  sein  Verwandter
  Conrad  III.  Graf  von  Dachau  starb,  diese  Grasschaft  an
sich,  und  gab  der  Wittwe  10  Mark  Goldes,  und  800  Talente  Silber.
  Bei  dem  Tode  des  Grafen  Conrad  von  Rottenburg  und  Na-1)

  Die  Markgrafen  von  Cham  und  Hoherburg,  die  Landgrafen
von  Leuchtenberg  und  Stephaning,  die  Grafen  von  Abensberg,
Andechs,  Bogen,  Oachau,  Hals,  Hirschberg,  Neuburg,  Ortenburg,
  Valley.  2)  Die  Bischöfe  von  Bamberg,  Eichstädt,  Regensburg,
  Passau,  Augsburg,  Frepsing,  Salzburg,  Briren.