Full text : Hammer oder Amboß. Dritte Reihe der Kriegsaufsätze. (3)

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daran  fehlt  es  allgemein.  Es  ist  ein  Deutschland  im
Werden  —  ja,  schon  am  Werke  —,  das  die  Meisten
gar  nicht  kennen.  Welch  grundguter  Geist  da  waltet  —
trotz  der  gemeinen  Elemente,  trotz  des  international
gerichteten  Geldpöbels,  trotz  der  ungeschickten  Polterer
und  auch  trotz  der  widerwärtigen  harisäer,  deren
tugendhafte  Augenverdrehungen  sie  Überall  nur  das
Schlechte,  nie  den  reinen  Willen,  nie  die  tüchtige,  vorbildliche
  Tat  erblicken  lassen  —,  das  zeigen  uns  die  deutschen
Kolonien,  das  zeigt  uns  vor  allem  jenes  unvergängliche
Ruhmesblatt  in  der  Regierung  Wilhelms  II.:  Kiautschou.
Hier  erfahren  wir,  was  Deutschland  unter  „Frieden“  versteht;
  dagegen  ein  vergleichender  Blick  auf  Hongkong  —
von  England  seinem  schmählichen  Opiumhandel  zulieb  gewaltsam
  blutig  geraubt  und  inzwischen  zur  verruchtesten
Lasterhöhle  des  fernen  Ostens  herangewachsen  —  uns  belehrt,
  daß  das  in  Kiautschou  schon  halb  verwirklichte
deutsche  Ideal  der  englischen  Politik  ganz  und  gar  unbekannt
  ist.

Da  nun  Oeutschland  den  Frieden  aufzwingen  muß,  da
es  einzig  durch  Gewalt  sein  den  Gegnern  unbekanntes
Kriegszielerreichen  kann,  so  fragtes  sich:  wie  find  die  Widerstände
  beschaffen,  die  diesem  „Willen  zum  Guten“  entgegenstehen?
  Die  Beantwortung  dieser  Frage  fällt  dreifältig
  aus,  weil  jedem  einzelnen  der  drei  Gegner  gegenüber
(Italien  zähle  ich  nicht)  die  politische  Lage  ein  andere  ist.

Bei  Frankreich  liegen  die  Dinge  am  einfachsten.  Wenn
die  Franzosen  nicht  wahnfinnig  wären,  wenn  sie  sich  nicht
zu  Knechten  Englands  und  Rußlands  mißbrauchen  ließen,
ich  wüßte  nicht,  welche  Veranlassung  zu  einem  Streit  mit
ihnen  entstehen  könnte.  Nun  sind  sie  aber  wahnfinnig,