Full text : Illustrierte Geschichte Deutschlands.

64  Kaltenbrunn  —  Kamekce.

den,  beim  Leibregiment  in  Potsdam  die  Aufmerksamkeit  König  Friedrich
  Wilhelm  I.  auf  sich  zog,  und  sein  Vertrauen  und  besondere
Gnade  erwarb.  Dieser  Monarch  gab  dem  Capitain  v.  Kalsow  die  Amtshauptmannschaft
  der  Aemter  Gülzow,  Massow  und  Naugard,  Er
machte  die  schlesischen  Feldzüge  mit  und  avancirte  am  18.  Mai  1745
zum  Generalmajor  und  am  t).  Mai  1750  zum  Generallieutenant.  Er
starb  amı  1.  October  1766  auf  seinem  Güte  Zollen  bei  Soldin.  Obgleich
  er  zweimal  vermählt  war,  zuerst  mit  Maria  Louise  v.  Herold,
sodann  mit  einer  von  Wedel,  ist  er  doch  kinderlos  geblieben.  Hr
war,  wenn  nicht  der  Letzte,  doch  einer  der  Letzten  seines  Geschlechtes,
  wenigstens  finden  wir  diesen  Namen  richt  mehr  in  den  Listen  der
Staatsbeamten  und  der  Ofliziere.  Die  Güter  in  Pommern  hatte  der
erwähnte  General  von  seinem  im  Jahre  1739  ebenfalls  kinderlos  verstorbenen
  Bruder,  Balthasar  Ferdinand  v.  Kalsow,  ererbt;  sie  wurden
am  8.  Febr.  1730  allodilicırt,  und  der  General  verkaufte  sie  am  4.
Mai  1762  an  den  Kaufmann  Wesenberg  zu  Treptow,

Kaltenbrunn  (orn),  die  Herren  von,

Es  wird  diese  noch  im  17.  Jahrliunderte  in  Schlesien  blühende
nnd  begüterte  Familie,  die  aber  jetzt  schon  längst  erloschen  ist,  bald
Kaltenbrunn,  bald  Kaldenbrunn,  auch  Kaldenborn  und  Kaltenborn  geschrieben
  gelunden.  Ahr  Stammhaus  war  das  Schloss  Stachau  bei
Strehlen,  doch  besassen  sie  auch  Rosnachau  hei  Ober-  Glogau,  Siegrol
  bei  Prieg,  und  Ostrowien  bei  Oels.  Um  das  Jahr  1650  war  Wensel
  v.  Kaltenbrunn  und  Stachau  auf  Rosnachau  Sr.  kais.  Maj.  oberster
Proviantmeister  durch  ganz  Schlesien.  An  dem  Hofe  der  Herzöge  von
Würtemberg-Oels  war  1691  Gustav  TFilheln  v.  Kaltenbrunn  und  Staclhau
  Oberhofineister.  Mit  Gustav  Mearimilian  v.  Kaltenbrunn  oder  dessen
  Sohn  scheint  das  Geschlecht  in  der  ersten  Hälfte  des  vorigen
Jahrliunderts  in  Schlesien  erloschen  zu  sein.  Kin  Zweig,  der  sich  nach
Sachsen  gewendet  batte,  blüht  noclı  in  der  Gegenwart,  In  der  Schlacht
bei  Ligny  erwarb  sich  ein  v.  Kaltenborn,  der  später  Krejsoffizier  bei
der  Gensdarmerie  war,  das  eiserne  Kreuz.  Diese  Familie  führte  im
rothen  Schilde  drei  einfarbige  Pflugschaaren,  auf  dem  Helme  ein  roth
gekleidetes  Frauenbild,  unten  abgekürzt,  mit  weissen  Ermeln  und  fliegenden
  gelben  Haaren.  Dasselbe  hielt  in  der  rechten  Hand  drei
rothe  und  in  der  linken  drei  weisse  Rosen.  Die  Helmdecken  waren
roth  und  silbern.

Kameke,  die  Grafen  und  Herren  von.

Mehrere  Autoren  lassen  dieses  seit  langen  Jahrhunderten  in  Pommern
  ansässige  Geschlecht  aus  dem  Hause  der  alten  Grafen  v.  Capri
oder  Capris  in  Italien  abstammen.  In  Pommern  kommt  es  schon  seit
der  Mitte  des  13.  Jahrhunderts  vor.  Zuerst  erwäliınen  alte  Urkunden
des  Ritters  Peter  v.  Kameke,  sodann  folgen  vier  andere  seiner  Nachkonımen,
  die  den  Vornamen  Peter  führten,  und  theils  durch  vornehme
Aemter,  Hofchargen  oder  durch  bedeutenden  Grundbesitz  in  hohen
Ansehen  in  Pommern  standen.  Namentlich  war  Peter  Ill.  der  vornehmste
  Rathı  des  Herzoes  Friedrich  in  Pommern,  und  Peter  IV,  v.K.
starb  im  Jahre  1615  als  Geheimer  Ratlı,  Oberhofmarschall  und  Schlosshanptmann,
  in  welcher  Würde  er  fast  50  Jahre  hindurch  mehreren
Herzögen  gedient  hatte.  Die  meisten  Besitzungen  der  v.K,,  die,  obgleich
  alle  zu  ein  und  derselben  Familie  gehörig,  sich  in  der  Gegen-