hat zur Einweihung des von mir gestifteten Portals der Metzer
Kathedrale als päpstlichen Legaten den Fürstbischof Kopp entsandt
und mir die Aufmerksamkeit erwiesen, die zur Feier dieses Tages
vollzogene Ernennung des Erzbischofs Fischer (Cöln) zum Kardinal
mir zur Bekanntgabe mitzuteilen u. dgl.
Zu seinem 25 jährigen Papstjubiläum (1903) ließ ich Leo XIII.
meine Glückwünsche aussprechen durch eine besondere Mission, die der
dem Papst seit langen Jahren nahestehende Generaladjutant Freiherr
von Loë führte.
Nicht lange nachher — wenige Monate vor seinem Tode —
konnte ich dem Papst meinen dritten und letzten Besuch abstatten.
Trotz seiner großen Schwäche kam der Dreiundneunzigjährige mir
entgegen und streckte mir beide Hände hin. Ich habe über diesen
Besuch, der sich durch große Herzlichkeit von beiden Seiten auszeichnete,
damals sogleich Aufzeichnungen gemacht, die mir unlängst
wieder in die Hand kamen.
Der Papst sagte unter anderem, er könne die Grundsätze, nach denen
ich regiere, nur mit voller Anerkennung billigen. Er habe meine
Regierungsart mit Interesse verfolgt und mit Freude erkannt, daß ich
meine Herrschaft auf der Grundlage des festen Christentums aufgebaut
habe. Sie werde von so hohen religiösen Grundsätzen geleitet, daß
er nicht anders könne, als den Segen des Himmels für mich, die
Dynastie und das Deutsche Reich zu erflehen und seinen apostolischen
Segen zu erteilen.
Interessant war mir, daß der Papst mir bei dieser Gelegenheit
sagte, Deutschland müsse das Schwert der katholischen Kirche werden.
Ich wendete ein, daß das alte römische Reich deutscher Nation doch
nicht mehr bestehe, daß die Voraussetzungen andere geworden wären.
Aber er blieb dabei.
Dann fuhr der Papst fort, er müsse mir wiederum warmen Dank
dafür sagen, daß ich unablässig um das Wohl auch meiner katho-12
Kaiser Wilhelm II. 177