Metadata : Ereignisse und Gestalten 1878-1918

hat  zur  Einweihung  des  von  mir  gestifteten  Portals  der  Metzer
Kathedrale  als  päpstlichen  Legaten  den  Fürstbischof  Kopp  entsandt
und  mir  die  Aufmerksamkeit  erwiesen,  die  zur  Feier  dieses  Tages
vollzogene  Ernennung  des  Erzbischofs  Fischer  (Cöln)  zum  Kardinal
mir  zur  Bekanntgabe  mitzuteilen  u.  dgl.

Zu  seinem  25  jährigen  Papstjubiläum  (1903)  ließ  ich  Leo  XIII.
meine  Glückwünsche  aussprechen  durch  eine  besondere  Mission,  die  der
dem  Papst  seit  langen  Jahren  nahestehende  Generaladjutant  Freiherr
von  Loë   führte.

Nicht  lange  nachher  —  wenige  Monate  vor  seinem  Tode  —
konnte  ich  dem  Papst  meinen  dritten  und  letzten  Besuch  abstatten.
Trotz  seiner  großen  Schwäche  kam  der  Dreiundneunzigjährige  mir
entgegen  und  streckte  mir  beide  Hände  hin.  Ich  habe  über  diesen
Besuch,  der  sich  durch  große  Herzlichkeit  von  beiden  Seiten  auszeichnete,
  damals  sogleich  Aufzeichnungen  gemacht,  die  mir  unlängst
wieder  in  die  Hand  kamen.

Der  Papst  sagte  unter  anderem,  er  könne  die  Grundsätze,  nach  denen
ich  regiere,  nur  mit  voller  Anerkennung  billigen.  Er  habe  meine
Regierungsart  mit  Interesse  verfolgt  und  mit  Freude  erkannt,  daß  ich
meine  Herrschaft  auf  der  Grundlage  des  festen  Christentums  aufgebaut
habe.  Sie  werde  von  so  hohen  religiösen  Grundsätzen  geleitet,  daß
er  nicht  anders  könne,  als  den  Segen  des  Himmels  für  mich,  die
Dynastie  und  das  Deutsche  Reich  zu  erflehen  und  seinen  apostolischen
Segen  zu  erteilen.

Interessant  war  mir,  daß  der  Papst  mir  bei  dieser  Gelegenheit
sagte,  Deutschland  müsse  das  Schwert  der  katholischen  Kirche  werden.
Ich  wendete  ein,  daß  das  alte  römische  Reich  deutscher  Nation  doch
nicht  mehr  bestehe,  daß  die  Voraussetzungen  andere  geworden  wären.
Aber  er  blieb  dabei.

Dann  fuhr  der  Papst  fort,  er  müsse  mir  wiederum  warmen  Dank
dafür  sagen,  daß  ich  unablässig  um  das  Wohl  auch  meiner  katho-12

  Kaiser  Wilhelm  II.  177