Metadata : Geschichte der Königlich Preussischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Erster Band Erste Hälfte.

Beschluss  der  Stiftung;  Leisnız  wird  naclı  Berlin  berufen.  69

Schwager,  den  Kurfürsten  von  Hannover,  zu  richten  und  ihn  um
Urlaub  für  Leismız  zu  ersuchen'.  Damit  endigt  die  Vorgeschichte
der  Akademie.  Auch  jene  Denkschrift  gehört  bereits  der  Geschichte
selbst  an;  denn  auf  ihrer  Grundlage  hat  der  Kurfürst  die  »Societät«
genehmigt.

Die  Kurfürstin,  die  Patronin  der  Wissenschaften,  und  Leısxız,
der  Unermüdliche,  hatten  ihr  Ziel  erreicht:  Brandenburg  öffnete
seine  Pforten,  um  den  europäischen  Gelehrten  aufzunehmen  und
durch  ihn  der  neuen  exacten  Wissenschaft  eine  Stätte  zu  bereiten.
Aber  die  Denkschrift,  die  der  Kurfürst  genehmigte,  war  von  seinen
eigenen  Gelehrten  in  Berlin  selbständig  entworfen  und  ausgearbeitet
worden.  Wohl  ruhte  sie  auf  Leigsnizens  Ideen,  aber  diese  Ideen
wären  nielit  verwirklicht  worden,  hätte  nicht  die  Kurfürstin  den
Bau  des  ÖObservatoriums  in’s  Auge  gefasst  und  festgehalten,  und
wären  Leigesizens  Freunde  in  Berlin,  allen  voran  JazrLonskı,  nicht
so  einsichtsvoll  und  eifrig  seinen  Absichten  entgegengekommen.  Sie
haben  den  Kurfürsten,  dem  Preussen  die  Stiftung  seiner  Akademie
verdankt,  überzeugt.  Das  Entscheidende  ist  die  That:  darum  verehren
  wir  die  Kurfürstin  und  ihren  Gemahl  sowie  die  muthigen
Männer,  die  sie  in  Berlin  berathen  haben,  als  unsere  Stifter.

Es  lässt  sich  nieht  nachweisen,  dass  Frıievricu  die  Akademie
bereits  in  Hinblick  auf  die  Königskrone  gegründet  hat:  aber  dass
er  sich  schon  damals  mit  hohen  Plänen  trug,  ist  bekannt.  Gewiss
ist  auch  (s.  unten),  dass  er  aus  eigenster  Einsicht  und  Entschliessung
der  Akademie  die  nationale  Aufgabe  gestellt  hat,  und  Niemand  wird
es  für  zufällig  halten,  dass  die  erste  deutsche  Akademie  der  Wissenschaften
  in  der  nordischen  Hauptstadt  gegründet  worden  ist,  dass
das  preussische  Königthun  und  die  preussische  Akademie  in  einem
Jahre  geboren  sind.

!  So  wird  der  kurze.  freudige  Brief  der  Kurfürstin  an  Leissız  vom  ıt.  März
(das  Jahr  muss  ergänzt  werden)  mit  Krorr  zu  deuten  sein  (Werke,  10.  Bd.  S.XXIN.
S.  57):  »Sitöt  que  j’ai  pu  avoir  le  billet,  je  vous  l’envoie,  Monsieur,  souhaitant
qu'il  vous  fasse  avancer  vite,  pour  avoir  le  plaisir  de  vous  dire  que  je  suis  toute
affeetionnee  a  vous  servir.  SorniE«,