Full text : Rosenheimer Anzeiger. 62. Jahrngang (62)

Die  Pariser  Konferenz  vom  27.  und  28.
Marz  hatte  vor  allem  zum  Ergebnis,  der  öffenl
lichen  Meinung  der  Welt  den  Beweis  eines
intimeren  Zusammenarbeitens  zu  geben.  Dieses
moralische  Ergebnis  ist  dazu  bestimmnt,  in  den
gegenwärtigen  Umsländen  eine  wesentlich  praktische
  Wirkung  zu  erzielen  und  bildet  ein  beerrlenserrtes

  Element  der  Sicherheit  und  des
Vertrauens.  Während  die  Verbündeten  Negierungen
  die  nolliommene  lebereinstimmung
ihrer  Anlichten  und  ihrer  Jiele  bden  iesen  haben,
haben  die  Bevöllerungen  einen  neuen  Ankrieb
daraus  gezogen,  ihre  Anstrengungen  und  ihre
Opfer  mit  unerschütterlicher  Hartnäckigkeit  sortzusetzen.


Inzo  ischen  richtet  sich  die  Ausmerlsamkeit  der
Welt  auf  die  Heldentaten  des  franzöfischen
Heeres  vor  Verdun,  um  sie  zu  bewundern.  Man
kann  schon  jetzt  behaupten,  daß  die  Schlacht  von
Verdun  einen  bemerlenswerlen  Erfolg  für
Frankreich  bedentet,  weil  der  Feind  das  Haupt
ziel  bei  seinem  überraschenden  Angriff  versehlt
hat,  nämlich  in  Frankreich,  in  den  alliierten  und
neutralen  Ländern,  eine  Bewegung  der  Hernb
stimmung  und  der  Culmutigung  hervorzurusen.

Dieses  Jiel  wird  nicht  ’i  wer  den  Dam

ruppen.  Gein  in  Er#u#reis  lund  in  den
alliierten  Ländern  zeigt  fia  starl  im  Kampfe  und
auf  den  Sieg  vertrauend.  Die  Lage  an  der  stanzölischen
  Front  ebenso  nie  die  russischen  Ersolge
  in  Armenien  und  auf  der  H#  auptfron!  vervollständigen
  und  belraftigen  die  moralische
Wirlung  der  Pariser  Konsereiz.

Was  die  Einzelariommen  beirifft,  die  aus
der  Konserenz  algeschor  en  worden  sind,  so
nerde  ich  nicht  auf  genaue  Einzelbeilen  ein
gehen  können,  neil  die  Geguner  Nugten  daraus
ziehen  würden.  Es  genunl,  Uervorzuheben,  daß
diese  Konfekenz  seierlich  die  volle  Solidarität
der  Alriierten  beitärigt  Dat,  die  schon  bei  der
Londoner  Konvention  im  Norember  verlündet
worden  war.  Die  Pariser  Beratung  hat  mel)
rere  nesenlliche  Fragen  gelofl,  deren  Inhalt
der  Oeffentlichleit  bereite  milgeleilt  worden  ist.

Diese  Beratung  hat  Danl  dem  Einverständnis
das  zur  ischen  den  Generallä####zustandegekommen
  int,  die  Einbeil  der  militärischen  Vorgehens
auf  einer  einzigen  Front  und  ebenso  die  Einheit
  des  diplomatischen  Vorgehens  sichergestellt.
Um  auf  wirtschaftlichem  Gebiet  die  Gemein-=samkeit
  der  Ziele  und  Inleresien  zu  verwirkllichen,
haben  die  Allüerten  einen  wirtschaftlichen  Beratungskörper,
  der  demnächst  in  Paris  zusammentreten
  wird,  mit  der  Aufgabe  betraut,  die
geeignetsien  Maßnahmen  für  diesen  Zued  zu
suchen  und  vorzuschlagen.  Es  ist  selbstverständlich,
  daß  jeder  Vorschlag  dieser  Veratung,  der
sich  möglicherwmeise  auf  die  Zeit  nach  dem  gegenwärtigen
  Kriege  erstreden  lönnie,  erft  dann
praktisch  angeuendet  werden  würde,  wenn  er
der  Beratung  jeder  einzelnen  Regierung  und
jedes  Parlaments  unterbreilet  worden  ill.  Die
Veratung  uird  ferner  die  Iusammensetzung
eines  in  Paris  tagenden  siändigen  Ausschusses
etwmägen,  in  dem  alle  verbündeten  Slaaten
vertreten  sein  werden  und  der  den  Zwe  haben
soll,  das  wirtschaftliche  Vorgehen  träfüg,  einmülig
  und  einheitlich  zu  machen,  sowie  die  Verpflegung
  des  Feindes  zu  verhindern.

In  diesem  Sinne  lind  bereits  nirlsame  Maßtegeln
  von  der  italienischen  Regierung  getrofsen.
  Ein  Erlaß  vom  4.  Februar  rerdielet  oic
Einfuhr  und  Durchfuhr  von  Waren  österreichischer
  oder  deuticher  Erzeugung  oder  Herlunit.

In  Paris  ist  außerden  beschlossen  vorden.
die  bereits  in  London  begonnene  Eimchtung
eines  Zentralamies  jur  Seefrach:  en  zu  ver
vollitändigen  und  gemeinsam  rorzugehen,  um
in  türzeier  Frift.  die  wirksamen  Mittel  zu  fuchen,
  die  zu  einer  billigen  Aufteilung  der  aus
den  überseeischen  Frachten  entstehenden  Lasten

Der  Sohn  des  Hnlionärs.

Neman  von  Florence  Warben
##  ##——

Aber  trotz  der  Harlnäckigleit  seines  Entschlusies,
  sich  nicht  abschuneln  zu  lassen,  haite
er  doch  wohl  ichließlich  das  Feld  räumen  mussen,
menn  nicht  der  Zusall.  der  großmünge  Freund
aller  verliebten  Seelen,  als  Helfer  in  der  Not
eingesprungen  wäre.  indem  er  eben  jegt  den
jran  zösischen  Arzt  herjuhrte,  der  seit  ihrer  Uebersiedlung
  nach  dem  Süden  Magdalenens  Behandlung
  übernommen  hatte.  Ein  Dienstmädchen
  lam,  um  sein  Erscheinen  zu  meiden,
und  Magdalene  mußte  sich  wohl  oder  übel  in
dos  Innere  des  Haufes  begeben

Herta  schickte  sich  an.  ihr  beinn  zu  solgen,
aber  Eberhard  vertrat  ihr  den  Weg

„Bitte,  Frünlein  Leuendorif!  Wahrend
der  nachsten  —  1  Minnten  lannmeine  Shwester
sehr  wohl  auch  ohne  Sie  serg  werden.  Und
ich  denke,  Ihre  Verpflichungen  gegen  mich  hätten

angenblicklich  den  Vorrang.

Zitternd,  mit  Pieergeichlagenen  Augen  wie
eine  Sünderin  stand  Herta  vor  ihm,  ud  um
ihre  Mundwinkel  zuckte  es  mie  von  muhsam
verhaltenem  Weinen,  alo  sie  leile  erwiderte.

„Meine  Verpflichtungen  gegen  Sie?
habe  hier  keine  anderen  Pflichten  als  die  gegen
Aargts  Schwester.  Darum  lassen  Sie  mich,  bitte,
zu

„Aber  lo  blicken  Sie  doch  um  des  Himmels
willen  nicht  so  verstort,  als  ob  ich  elwas  Ent.
setzliches  von  Ihnen  verlangte.  Ist  es  vielleicht
hroßmütig,  daß  Sie  sich  weigern  wollen,  mir
zwei  oder  drei  rjriedle  unter  vier  Augen  zu

 

 

 

 

und  zur  Herabminderung  der  hohen  Frachtlosten
angewendet  werden  lönnten.

Wir  erwarten,  die  Ergebnisse  all  dieser  Anregungen,
  die  den  Zweck  haben,  die  bisher  zu
sehr  vereinzelten  und  ungeordneten  Anstrengungen
  der  verschiedenen  Staaten  in  besseren  teinklang
  miteinander  zu  verbringen.  Wir  haben
uns  in  den  letzten  Monaten  mit  anhaltender
Sorgsalt  der  möglichst  vollkommenen  Lösung
all  dieser  zuischen  uns  und  jedem  unserer  Ver-Vundeten
  schwebenden  Fragen  gewidmet,  die
nach  einer  Regelung  verlangten  und  leicht  zu
bedauerlichen  Ungewißheiten  oder  Verwirrungen
  Anlaß  geben  lonnten.

Was  die  rechtmäßige  Lage  im  Nordepirus
im  Zusammenhang  mit  den  letzten  Ereignissen
betrifft,  w  ird  versichert,  daß  die  griechische  Regierung
  sörmlich  zugestanden  habe,  daß  die  Besetzung
  dieser  Gegend  nur  eine  vorübergehende

Maßregel  der  Ordnung,  aber  nicht  eine  Eroberung

  darstellt.  Griechenland  anerkennt  auch
heute  noch  die  Beschlüsse  der  Botschafterkonferenz

veröffentlicht

bereit,

Bensche  Aundsche#,

Rüdzug  der  Amerilaner  aus  Meriko.

Die  öffentliche  Meinung  in  Amerika  wird
sehr  deutlich  auf  den  bevorstehenden  oder  vielleicht
  schon  begonnenen  Rüczug  aus  Meriko
vorbereitet.  Der  Rotterdamer  „Maasbode“
ein  Telegramm  der  „Central
News“  aus  Walhington,  daß  die  amerikanische
Regierung  mitgeteilt  habe,  sie  sei  vollständig
mit  Meriko  über  die  Abberufung  der
amerikanischen  Truppen  zu  unterhandeln.  Man
erwarte,  daß  diese  binnen  lurzem  zurückgezogen
werden.  Der  Rückzug  scheint  nicht  ganz  freiwillig

  zu  sein,  denn  aus  San  Antonio  in  Teras
wird  unter  dem  16.  April  gemeldet:

Der  Kommandant
  des  10.  Kavallerieregiments,  das,  wie
man  glaubt,  nördlich  von  Parral  abgeschnitten
ist,  ersuchte  das  Hauptquartier,  sofort  Flugzeuge

  zu  schicken,  da  er  eine  wichtige  Meldung

ber  die  Ereignisse  nach  der  Ueberrumpelung  in
Parral  zu  erstatten  habe.

 

über  Albanien.  Die  griechische  Regiem  r
klärte,  daß  die  Zulassung  von  Abgeordneten
aus  dem  Nordepirus  im  griechischen  Parlament
denselben  Bedingungen  unterliegt,  wie  die  Besetzung
  selbst,  der  diese  Abgeordneten  ihre  Berufung
  verdanken.

Sominos  Rede  rief  an  allen  auf  die  „Tüchtigleit
  Jlaliens  und  der  Allüerten“  bezüglichen
Stellen  stürmische  Begeisterungskundgebungen
hervor.  Abgeordneter  Cappa,  der  nach  Sonnino
sprach,  brachte  dem  Minister  die  lobhastesten
Vludu  ünsche  zur  Anständigleit  seines  Charallers
  und  Untadelhaftigleit  seiner  Lebensführung
dur,  was  einen  neuen  Begeislerungssturm  entsesseite.
  Nach  dieser  Rede  wurde  Cappa  von
Salandra  umarmt.  Es  erfolgte  wiederum  eine
große  Freudenlundgebung.

Vor  der  Abstimmung  in  der  Kammer  bemerlie
  Sonnino:  Die  Regierung  münsche  ein
ausdrüdlicheo  Vertrauensvotum,  das  die  Einmuütigleit
  über  die  während  der  Beratung  dargelegten
  Ziele  zum  Ausdrud  bringe.  Er  ersuchte,
sich  auf  solgende  Formel  zu  einigen:  Die  Kammer
  billigt  die  Erllärungen  der  Regierung  und
geht  zur  Veratung  des  Budgets  über.  Die  von
Sonnino  vorgeschlagene  Vertrauenstagesordnung
  wurde  in  namentlicher  Abstimmung  mit
352  gegen  36  Stimmen  angenommen.  Die  Abslimmung
  rief  langanhaltenden  Beisall  hervor.

Die  Kammer  nahm  das  Budget  des  Auswärtigen
  Amtes  in  geheimer  Abstimmung  mit
307  Tgegen  40  Stimmen  an  und  vertagte  sich  bis

Juni.

9  4

Das  hervorragendste  Merkmal  dieser  endlosen
  Rede  ist,  daß  sie  die  Kunst  übt,  in  vielen,
ungeheuer  vielen  Worten  nichts  zu  sagen.  In
der  Tat  enthält  die  Rede  nichts  von  irgendwelchem
  Belang,  leinerlei  Mitteilung,  die  etwa
Neues  zur  Lage  Jtaliens  und  seinem  Verhältnids
  zu  den  Spiehgesellen  beitrüge.  Nicht  der
lleinste  Erfolg  an  der  italienischen  Hauptfront
lonnte  gefeiert  werden.  Der  Hauplinhalt  der
Rede  raren  Schönfärbereien  und  gezwungenes
Entzücken  über  Taten  der  Bundesgenossen,  die
nicht  mit  einem  Worte  ermwähnt  werden  würden,
  hätten  sie  wirklich  jene  Großtaten  aufzuweisen,
  die  sie  ihren  Völkern  mit  verzweifelter
Entschlossenheit  vorlügen.  Bei  dieser  Armseligleil
  muß  die  Einnahme  von  Erzerum  als  unvergleichliche
  Waffentat  gefeiert  und  muß  von
Eroßtaten  der  Franzosen  bei  Verdun  gefabelt
nerden.  Es  ist  keine  o  des  WVierverbandes
  so  groß,  daß  sie  nicht  zu  einer  „glorreichen
  Leislung“  umgefölscht  würde.  Und  trotz
der  leeren  Hände  Sonminos  rauschender  Beisall
  und  Umarmungen!

vergonnen?  —  Und  ist  es  vielleicht  klug  —
Liegt  nicht  eine  sehr  dringende  Notwendigkeit
vor,  daß  wir  uns  über  unser  künftiges  Verhalten
mit  aller  „nur  möglichen  Gründlichkeit  verständigen


„Aber  wir  haben  uns  doch  darüber  verständigt"“
  sagte  sie  in  halber  Verzweiflung.
„Wir  find  übereingekommen,  daß  wir  uns  aus
dem  Wege  gehen  werden,  wo  immer  wir  können,
und  daß  kein  überflüssiges  Wort  zwischen  uns
gewechselt  werden  soll,  in  Gegenwart  der
anderen  ebensowenig,  als  wenn  ein  unerwünschter
  Zufall  uns  einmal  ohne  Zeugen  zusammenfjührt.“


„Ein  unerwünschter  Zusall?"  wiederholte
er  vorwurisvoll.  „Müßte  ich  Ihnen  nicht  um
dieses  häßlichen  #  Mähe,  willen  zürnen?  —
Und  soll  ich  glauben,  daß  Sie  gesonnen  sind,
es  mit  jener  grausamen  Abrede  ganz  buchstäblich
  zu  nehm

Sie  wollge  beiahen.  Aber  als  sie  ihm  ins
Gesicht  sah,  in  das  hübsche,  offene.  kreuherzige
Gesicht,  erstarb  ihr  das  Wort  auf  den  Lippen.
Ihre  Brust  hob  sich  in  einem  tiefen  Seufzer,
und  beinahe  konlos  erwiderte  sie  nach  einem
kleinen  Schweige

„Ich  wün  aschte  von  Herzen,  Eberhard,  daß
W  die  1%  hätte,  sie  ganz  buchstäblich  zu
nehme

Behiur  1P  fröhlich  lachte  er  auf.

„Es  ist  «  uvlkiz  von  Ihnen,  daß  Sie

Aber  es  ist  sehr  hübsch,

Sie  sich  „.  *  tnn  lühlen,  sie  zur

Tat  zu  machen.  Und  in  allem  Ernst

der  Meinung  bin,  daß  aain  noch  heute  sehr

Wichtiges  und  sehr  Notwendiges  miteinander
au  besprechen  haben,  bitte  ich  Sie  auf  das

 

Inn  #ucs#  Fersonalnachrichten.

München.  17.  April.  Erbprinz  Albrecht  ist

heute,  über  die  Oslerferien,  zum  Besuch  seines

Vaters,  des  Kronprinzen  Rupprecht,  nach  dem
Westen'  abgereist.  Prinzessin  Wiltrud  kehrte
heute  abend  von  dreimöchigem  Aufenthalt  bei
ihrer  Schuester,  der  Fürstin  von  Hohenzoollern,
in  Sigmaringen  nach  München  zurück.  Prinz
und  Prinzessin  Leopold  sowie  Prinz  Konrad
von  Bayern  sind  heute  abend  zum  Besuch  des
Kaisers  Franz  Joseph  in  Wien  eingetroffen.
Prinzessin  August  Wishelm  von  Preußen  traf
heute  abend  von  Berlin  hier  ein  und  reiste  nach
Garmisch  weiter.

Rünchener  Neuigkellen

Uünchen.  17.  April.  In  der  Nähe  des
Flugplatzes  Schleithheim  stürzte  Montagfrüh  7
Uhr  10  Min.  der  Flugschüler  Fritz  Buchner
aus  großer  Höhe  ab  und  war  sofort  tot;  bie
Ilugmaschine  ist  verbrannt.  Die  Ürsache  des
Abslurzes  ist  noch  unbelannt.

münchen.  17.  April.  Am  25.  März  wurde
ein  schwerkranker  Serbe,  Vater  von  vier  Kindern,
  in  das  Gefangenenlazarett  Landsberg  am
Lech  eingeliesert.  Zum  GElück  fand  sich  ein  Vizenachtmeister
  des  9.  Feld-Art.-Rats.,  der  der
serbischen  Sprache  lundig  mar  und  daher  an
das  Krankenlager  des  Mannes  gerusen  wimde.
Der  Kranke  ertrug  seine  großen  Schmerzen  mit
Geduld  und  sehnte  den  Tod  herbei.  Auf  die
Frage,  ob  er  denn  keine  Sehnsucht  nach  seiner
Familie  habe,  antwortete  er:  „Du  fragst  nach
meiner  Heimat,  und  ich  frage  dich,  wo  ist  jent
ihre  Heimat?  Ich  soll  es  zwar  nicht  wissen,  ich
weiß  es  aber  820  weder  Heimat  noch  Haus
noch  Herd  ist  uns  Serben  geblieben,  darum  ist
mein  einziger  Wunsch,  zu  sterben.“  Der  Mann
starb  auch  nach  einigen  Stunden  gottergeben
unter  den  Tröstungen  eines  katholischen  Geistlichen.


 

 

Bayerische  Rachrichlen.

Uürnberg,  17.  April.  Die  hiesige  Gastirteinnung
  hat  das  Ersuchen  gestellt,  es  möge
ihr  der  Stammmürzegehalt  der  hiesigen  Biere
vertraulich  mitgeteilt  werden.  Nach  langer  Debalte
  wurde  das  Gesuch  abgelehnt.  Ein  weiterer
  Antrag,  den  Stammwürzegehalt  allgemein
zu  veröffentlichen,  wurde  ebenfalls  abgelehnt.

Die  Gegner  der  Veröffentlichung  fürchten  eine
Schädigung  der  hiesigen  Brauindustrie,  wenn
Nürnberg  mit  einer  solchen  Veröffentlichung  voranginge.


Kürnberg,  16.  April.  Der  bayerische  Verwaltungsgerichtshof
  verwarf  die  Beschwerde  des
erzbischöflichen.  Kommissariate  in  Rürnberg.
Fith  gegen  die  Entscheidung  der  Kreiöregie
rung  von  Mittelfranken,  d##ß  die  Stadt  nicht
verpflichtet  sei,  den  Religisnsunterricht  an  den
achten  Knabenklassen  hier  zu  bezahlen.

Stenlunde.

Kufstein,  April.  Reisen  zum  Kurgebrauch
  im  enlhren  Kriegsgebiete  von  Tuol
sind  laut  Bekanntgabe  der  militärischen  Paßstelle
  Innsbruck  bis  auf  weiteres  eingestelll.

Sselies  Weliach
Kolbermoor,  17.  April.  Am  26.  v.  N.
stützte  das  vierjährige  Söhuchen  des  Vorarbeiters
  Fischer  von  Aibling  in  den  Werlkanal  beim
Eleltrizitãtswerl  Aibling  und  ertranl,  ohne  daß
die  Leiche  damals  geborgen  werden  lonnte.  Gesiern
  wurde  sie  oberhalb  Kolbermoor  in  der
Mangsall  geländet  und  geborgen.
Kirchse#,  17.  April.  Das
wesen  am  Spannleitenberg,  im  Vesihe  ie
Foislärars,  gepachtet  von  Joseph  Kronseder,
ist  durch  Brandstiftung  ein  Raub  der  Flammen
geu  orden.  Die  Eheleute  Kronseder,  ältere  Leu.
te,  konnten  nur  wenige  Habseligkeiten,  aber  gindlichermeise
  das  Vieh  retten.  Alles  übrige,  insbesondere
  auch  Kleidung  und  Einrichtung,  itt
veibrannt.  Der  Vrandleider  ist  insoferne  noch
schumerer  vom  Unglück  betroffen  worden,  als  ihm
bei  den  Rettungsarbeiten  der  Barbetrag  von
2246  Ml.,  das  teilu  eise  eben  als  Kuhgeld  eir
genommen  uorden  war,  gestohlen  wurde.  Ve
dem  Betrag  befand  sich  auch  ein  Tausendmark
schein.

 

 

Jollueran= 



W#ech
NRosenheim,  13.
Aus  dem  Felde  der  Ehre  gesallen:
Matthias  Sckeihach,  Bauerssohn  von  Kühart.
Pf.  Heldenstein,  Unterossizier  im  2.  IJus.  Rg1.
Inhaber  des  Militärverdienitlreuzes  3.  Kla
mit  der  Krone  und  mit  Sckertern;  Joie
Forster,  Bauerssohn  von  Blümlynd,  Pf.  Pieilirchen,
  Soldat  im  3.  Zöger-Rgt.
Auszeichnungen  im  Felde.  Der  Kam
mannssohn  Peler  Unterseer  von  Vogtareut#
wurde  für  hervorragende  Leistungen  im  Ham
granatenkampfe  mit  dem  Militärverdiensikrer
3.  Klasse  mit  der  Krone  und  mit  Schwerter##
ausgezeichnet.  Unterseer  sleht  im  1.  Jus.  N9
Unser  Glückwunsch  dem  Tapferen!
Danktelegramm.  Auf  ein  vom  Maf
stratesvorstand  an  Prinz  und  Prinzessin  Alfonz
zur  silbernen  Hochzeitsfeier  abgesandtes  (Olnwunschtelegramm
  ist  am  Montag  folgende  el
graphische  Antwort  eingetrossen:  „Meine  Fraz
und  ich  danken  Ihnen  und  dem  Stadtmagitt
Rosenheim  herzlichst  fur  die  freundlichen  Gint
wünsche  und  gedenken  gerne  des  berzlichen  Ens
sanges,  den  wir  vor  25  Jahren  als  junges  Ek
paar  dort  gefunden  haben.  gez.  Prinz  Alsons
Silberne  Hochzeit.  Der  Wagenwärz#
Georg  Mittermayer  jeiert  mit  seiner  Gair
Centa  am  Ostersonntag,  den  23.  April  de
Fest  der  silbernen  Hochzeit.  Gleichzeitig  lal
Herr  Mittermayer  lein  vierzigjähriges  Dier#
jubiläum  begehen.  Zu  diesem  Doppelseste  h
glucku  ünschen  wir  ihn  beslens.
Fleischtarten.  Unsere  heutige  Numns
enthäll  die  Bekanntmachungen  über  Regelut
des  Fleischverbrauchs.  Unsere  Abonnenten  uch
den  in  ihrem  eigenen  Interesise  darauf  a.
merksam  gemacht,  diese  Vorschriften  sich  gerz
anzueignen  und  gut  aufzubewahren.

April.

 

Vvungendste,  mich  nach  Eintritt  der  Dunkelheit
unten  auf  der  Ruhebank  in  dem  Olivenwäldchen
zu  erwarten.“

Sie  wollte  es  ihm  verweigern.  aber  er  ließ
sie  gar  nicht  zu  Ender

„Ich  nehme  leine  Kn  an,  weil  ich
weiß,  daß  es  Si  r  d  selber  gereuen
würde.  Ich  werde  esecht  Wen  warten,  und
ich  bin  in  der  Tat  neugierig,  ob  Sie  das  Herz
haben  werden,  mich  vergeblich  warten  zu  lassen.“

Damit  winkte  er  ibr  noch  einmal  zärtlich
grüßend  zu  und  verschwand  raschen  Schrittes
unten  im  Gar

Der  Tag  ken  vorüber,  ohne  etwas  Bemerkenswertes
  zu  bringen.  Es  war  mehr,  als
ein  bloßer  Vorwand,  wenn  Herta  mit  der  Begründung,

  daß  sie  sich  angegriffen  fühle,  den
größten  eil  dieses  Tages  in  ihrem  Zimmer  zurachte.
  Sie  wurde  in  der  Tat  von  fast  unerträglichen

  Kopsschmerzen  gepeinigt,  und  die
beklemmende  Empfindung,  die  ihr  die  Brust
zusammenschnürler  verursachte  ihr  das  Gefühl
einer  schweren  Tranthette.  Sie  konnte  nicht  bereuen,
  was  sie  getan,  aber  das  Bewußtsein,  sich
rach  dem  Urteil  der  Menschen  eines  großen
lnrechts  schuldig  gemacht  zu  haben,  bastch-  doch
wer  auf  ihrem  bi  reinen  und

is  dahin  so
uhigen  Gewissen.  Wenn  sie  hte  Augen  schloß,

ah  sie  mit  voller  Deutlichkeit  Johannes
Rominger  hartes  Gesicht  vor  sich  und  seine
stahlblau  Augen,  die  mit  dem  Ausdru

hesti  *  —  auf  sie  gerichtet  waren.  Oder
ie  glaubte  Mabel  Hermanns  liiee  Stimme
zu  hören,  wie  sie  ihr  in  boshaften,  giftigen
Worten  die  abscheulichsten  Vorwürfe  entgegenschleuderte.
  Und  dann  war  ihr  wieder  zumute,
als  ob  alles,  was  sie  erlebt,  nichts  anderes  ge- 



—.  welsen  lein  könne  als  eln  pbantastlcher  Traum,  E*r

aus  dem  sie  erwachen  müsse,  um  zu  erkenm
daß  alles  nur  Einbildung  gewesen  sei  —
Tengite  und  Befürchtungen  ebenso  wie
jinsagbare,  unermeßliche  Glück,  das  in  man
Aucnouicken  sieghaft  jede  andere  Empfindu
in  ihrem  Herzen  zurückgedrängt  hatte.
sehnte  sich  weit  hinweg,  und  sie  hatte  ?
nicht  den  mindesten  Zweijel,  daß  sie  zugrur
gehen  müsse,  wenn  insendein  grausfamer  WM!
sie  zwingen  würde,  die  Nähe  des  beißgelieb-Mannes
  zu  meiden.  Sie  war  entschlossen,  m
zu  dem  von  Eberhard  verlangten  Rendezor
zu  gehen,  und  doch  zählte  sie  die  Viertelsium
bis  zum  Einbruch  der  abendlichen  Dunkel
Sie  wollte  eine  Heldin  sein,  und  doch  m
sie  mit  Bangen  inne  werden,  dab  sie  in  2
heit  nichts  anderes  sei  und  nie  etwas  ande
sein  werde-  15  ein  schwaches  liebendes  W
Als  Eberhard  sich  an  der  von  ihm
geichlllan  Stelle  einfand,  einem  entzückenh
Plätzchen,  das  einen  weiten  Ausblick  über
matt  leuchtende  Meer  gestattete,  während
dort  Sitzenden  von  de  Villa  aus  nicht  le
bemerkt  werden  konnten,  fand  er  Herta  berh
vor,  und  jetzt  hätte  das  jubelnde  Glüegen
von  dem  seine  Seele  voll  war,  lich  dur
Verbot  und  durch  keine  öngstliche  #iichuryh  mzurücdrängen
  lassen
Bieosllen  1“  rief  er,  seine  A
stärpiich  m  den  zuernden  Leib  des  Mädche
schlingend.  „Mein  Meine  Welt!
Mein  süßes,  an  W  eib
„O,  Eberhard!“"  slehte  sie  Gengsto-  II.  „Halz#
Sie  so,  was  Sie  mir  wersprochen  haben
Bedenken  Sie  doch  um  Gottes  willen,  was
damit  über  mich  und  über  1%  selbst  hera
beschwören  können!“

 
 
 
   
 
   
   
 
  
  
 

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