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Der glatte Verlauf des ganzen Nach· und Abschubes
ist nur möglich durch entsprechenden
Schutz des Etappengebietes.
Insbesondere bedürfen die Etappenorte mit ihren
Einrichtungen und die in Anspruch genommenen Verkehrsverbindungen
einer örtlichen Sicherung gegenüber
feindlichen Truppen oder feindlich gesinnter Bevölkerung.
Schon das einfache Durchbrechen einer
Straße und das Aufheben der dort befindlichen Niederlagen
durch feindliche Abteilungen kann Unordnung
aller Art und schlimmere Folgen für die Versorgung
mit sich bringen. In noch viel höherem
Grade gilt dies von der Störung des Bahnbetriebes,
die bei mangelhafter Sicherung leicht und sogar auf
längere Zeit wirksam herbeigeführt werden kann.
Der Schutz des Etappengebietes wird zwar im allgemeinen
durch die Operationen und kämpfenden
ruppen selbst erreicht. Die besondere örtliche Sicherung
des Etappengebietes und der Etappenverbindungen
ist aber Sache eigener Etappentruppen
und erfordert besondere Schutzmaßnahmen.
Die Etappentruppen sind den Etappenkommandanturen
nach Bedarf zugewiesen und werden
von diesen zu Wach- und sonstigen Sicherheitsdiensten
verwendet. Wichtige Punkte Ssind unter Umständen
durch Feldbefestigungen verstärkt und mit ständigen
Abteilungen besetzt. An Bahnhöfen. Brücken. Unterführungen,
Tunnels und sonstigen Kunstbauten sind
Sicherheitswachen und -posten aufgestellt und entsprechende
Vorkehrungen gegen feindliche Anschläge sowie
gegen Unternehmungen aus der Luft getroffen.
Streifzüge leicht beweglicher Truppenabteilungen dienen
dazu, Unbotmäßigkeiten der Bevölkerung und
die Bildung feindlicher Freischaren zu verhindern.
Ein reger Mutkouillendienst trägt zur weiteren Sicherung
des Etappengebietes bei. Alle Nachrichtenmittel
und alle Organe, die das Nachrichtenwesen zu fördern
vermögen, sind zur Erreichung eines zuverlässigen
Nachrichtendienstes ausgenutzt; dabei ist besonders
für sichere Verbindung der benachbarten Etappenorte,
der stehenden Wachen und, wenn irgend möglich, auch
der herumstreifenden Abteilungen gesorgt. Vor allem
wird der Nachrichtenverkehr innerhalb der Bevölkerung
streng überwacht. Beifeindlicher Haltung der Bevölkerung
sind besondere Maßnahmen gegen Widersetzlichkeiten
und überraschungen getroffen.
Die Sicherung der Etappenlinien weiter
rückwärts, in den unter besondere Verwaltung genommenen
feindlichen Gebieten und im Heimatgebiet,
ist Sache der Generalgouvernements und der stellvertretenden
Generalkommandos und erfolgt in ähnlicher
Weise wie im Etappengebiet. — Der sichere
Berlauf der Heeresversorgung
stellt an die Etappe gewaltige Anforderungen, weil
die Operationen durch die Rücksicht auf die Ver-III.
Technik und Kriegführung
sorgung niemals gehemmt oder gar unmöglich gemacht
werden dürfen. Deshalb erfordert er vor allem
eine vorausschauende Regelung, dann aber auch große
Anpassungsfähigkeit an die wechselnden Verhältnisse
des Krieges. Denn die ganze Heeresversorgung geht
im raschen Bewegungskrieg anders vor sich als beim
langwierigen Stellungskrieg, im Krieg auf dem g
gangbaren Flachland anders als im schwierigen Gebirgskrieg;
sie ist beim Vormarsch anders als in der
Schlacht, während ruhigerer Kampfzeiten andexs als
vor der Entscheidung. In jedem Fall aber handelt
es sich für die Etappe darum, den Nach= und Abschub
in der zweckmäßigsten Weise sicherzustellen.
Schon während der Versammlung muß dafür gesorgt
werden, daß gleich bei Beginn der Operationen
ein regelmäßiger und selbsttätiger Lauf des Nachschubes
einsetzen kann. Während der Operationen bilden
die Etappen- und Kraftwagenkolonnen das Bindegieh
zwischen Eisenbahn und Korpskolonnen; die
raftwagenkolonnen dienen hierbei zu weitgehender
Entlastung der Pferdekolonnen. Dies gilt besonders
beim Vormarsch. Bei längerem Vormarsch ist es aber
notwendig, daß vor allem der Eisenbahnbetrieb der
Armee ununterbrochen folgt. damit in der geregelten
Zufuhr aus der Heimat keine Schwierigkeiten entstehen.
Bei bevorstehender Entscheidung ist die rechtzeitige
Heranführung reichlicher Munitionsvorräte die
wichtigste Aufgabe, denn dann ist Munition wichtiger
als Verpflegung. Deshalb werden alle verfügbaren
Kolonnen dem Munitionsnachschub dienstbar gemacht.
Während der Kämpfe geht die Munitionszufuhr unausgesetzt
weiter. Dabei darf aber auch die Versorng
mit Lebensmitteln keine Stockung erleiden; die
ranken- und Verwundetenfürsorge kommt dazu, und
die Versorgung der Kriegsgefangenen ist ins Auge
zu fassen. Nach der Schlacht hat wiederum der Munitionsnachschub
den Vorrang vor allen Transporten.
Bei der Verfolgung nach siegreicher Schlacht
kommt zum erhöhten Munitionsnachschub noch der
Abtransport zahlreicher Verwundeter und Gefangener
sowie der Kriegsbeute; dann wird aber auch
der beschleunigte Nachschub alles Sonstigen nötig,
und dazu bedarf es in erster Linie schneller Weiterführung
des Eisenbahnbetriebes. Beim Kampf um
Festungen und im Stellungskrieg handelt es sich nicht
nur um die Zuführung des gesamten Verpflegungebedarfes,
sondern auch um den Transport von schwerem
Geschütz, sonstigen Belagerungsmitteln und großen
Munitionsmengen. Dies erfordert den Ausdan
der Eisenbahnen für den Betrieb mit schweren Zügen,
die Anlage von Feld- und Förderbahnen und die
Verbesserung der Landstraßen, namentlich für den
Lastenverkehr. Dafür ist aber der ganze übrige Nachund
Abschubtransportdienst wesentlich erleichtert,
weil die Magazine, Depots, Lazarette usw. zu ständigen
Anlagen eingerichtet sind.
Das Sionierwesen
von Hauptmann a. D. Oefele in Würzburg
Hierzu Tafeln ? Pionierwesen I und 1I4.
Allgemeines.
Der Krieg stellt die Truppen aller Waffen vor Aufaben,
die sie nur mit Hilfe von Pionierarbeiten zu
ewältigen vermögen. Die Ausführung solcher Arbeiten
kann notwendig werden nicht allein im Kampf
bei Angriff und Verteidigung, sondern auch bei Märschen
und während der Ruhe, nicht nur in den stabilen
Verhältnissen des Festungs- und Stellungskampfes,
sondern auch beim Bewegungskrieg und in der
offenen Feldschlacht, ganz vorne am Temde ebenso
wie im Rücken der fechtenden Truppen, bei der Tätigkeit
am Tag in gleicher Weise wie bei Unternehmun-