Full text : Verzeichniss der Handschriften im Preussischen Staate. Göttingen 3. (3)

Türkisch  32—35  487

von  dem  reich  verzierten  "Unwän  umschlossen  ist.  Vgl.  Nachrichten
von  der  Kgl.  Ges.  der  Wiss.  zu  Göttingen  1878  p.  325.

Der  vorhandene,  sehr  grosse  (78  cm  hohe)  “"Unwän  ist  sehr  reich,
besonders  in  Gold  verziert,  aber  weder  geschmackvoll  componirt,  noch
fein  ausgeführt.  Der  Text  ist,  nach  Zeilen  abwechselnd,  mit  Gold,
Roth  und  Schwarz  geschrieben  und  mit  grossen  goldenen  Flecken
zwischen  den  Zeilen  verziert;  das  Papier  ist,  soweit  der  Text  reicht,

mit  goldenen  Punkten  bestreut.  [W.  Pertsch]
Ture.  34  (orient.  196)  ein  Blatt  von  Im  15cm  Länge  und

744  cm  Breite.  Acht  Zeilen  schöne  und  grosse  Diwäni  -  Schrift;  die
Zeilen  sind  abwechselnd  mit  goldener  und  goldüberstreuter  schwarzer
Schrift  geschrieben.

Ein  Diplom,  durch  welches  der  Sultan  Mustafä  Ill,  dessen
Tugra  in  Gold  dem  Texte  übergesetzt  ist,  dem  damaligen  Gouverneur
von  Siwäs  Io)  made  umlgam  IL  (7.3)  Zäralizädah  Faiz-alläh  Pasa
als  al  ans  en  hä;  (Z.  4)  am  9.  Dü’lkadah  1171  =  15  Juli
1758  den  ‘hohen’  Rang  des  Vezirates  verleiht:  >  Ania  542  Au  ul
rl...  lm,  (7.5).  Am  Ende  wird  das  Datum  weniger  genau
als  ‘aus  der  ersten  Dekade’  \öis)  des  genannten  Monates  angegeben.

Die  mit  Gold  geschriebene  Unterschrift  lautet:  zlest  Kalt  gi  „lie.

Ku  Sg  aim,  [W.  Pertsch]
Ture.  35  (orient.  192)  eine  Papierrolle  von  fast  fünf  Meter

Länge,  welche  aus  16  aneinander  geklebten  Briefen  verschiedener  Länge
und  Breite  ')  gebildet  ist.  Ein  beiliegender  Zettel  sagt  zur  Erläuterung:
  'Remarque  de  Mr.  Iveinegys.  Pour  avoir  une  Idce,  de  la
facon  ä  garder  les  Documents  G6erits  dans  les  Archives  —  voici  la
facon.  La  coutume  est  de  coller  les  Lettres  ou  Instructions  de  la
möme  personne  l’une  aprös  l’autre,  et  de  le[sic]  garder  sous  le  Nombre
dans  le  Livre.  Mettös  de  deux  cotös  ä  ce  Volume,  un  Couvercle  de
Bois,  ou  d’or,  ou  d’Argent,  et  vous  aurez  le  Baton  de  Commandement.
en  voici  l’origine  du  Baton  d’un  Gönöral  Commandant,  ou  Maröchal”.
Ein  anderer  Zettel  giebt  über  den  Inhalt  folgende  Auskunft:  ‘Eine
lange  Reihe  aneinander  geklebter  officieller  türkischer  Correspondenzstücke
  über  die  Angelegenheiten  von  Dagestän  [„‚umslo|  und  Georgien
  [„Uum>,;S  oder  ums]  aus  den  Jahren  1195—94  (1779—
1780).  Da  diese  Bestimmung  in  Beziehung  auf  cinige  der  vorlicgonden
  Schriftstücke  sicher  richtig  ist,  so  wird  sie  es  wohl  in  Beziehung
  auf  alle  sein“).  Mochreren  Adressen  sind  die  Zahlen  „Ar
beigeschrieben  ;  das  sind  die  Zahlaequivalente  der  Buchstaben,  welche
das  bekannte  mystische  Wort  „.„a,s  bilden  (vgl.  Arabische  Hss.  in
Gotha  V  555).  Die  Siegelstempel  der  Schreiber  sind  den  Briefen  aufgcdrückt.
  [W.  Pertsch]

1)  9  sind  breiter,  7  schmäler.
2)  Nur  dass  der  erste  Brief  bereits  vom  Jahre  1190  datiert  ist.