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selbstverständlich, daß es einer besonderen Erwähnung
im Statut garnicht bedurfte. Eben dies mußte
vielmehr, da das Statut sogut wie die Benennung der Fraktion
letzten Endes für die Öffentlichkeit bestimmt waren, zur Verhüllung
ihres ‚‚konfessionellen‘‘ Charakters auf das Vorsorglichste
vermieden werden.
Hierauf achtete und bestand vor allem der gewiegte ‚„Politiker*
Ludwig Windthorst. Keiner wußte besser als
er, wie man es anfangen müsse, um auch innerhalb eines überwiegend
protestantischen Landes die Interessen der Ecclesia
militans wahrzunehmen, hinter der Maske politischer Objektivität
oder Neutralität unvermerkt Rom zuzusteuern. Trotz der neutralen,
nichtssagenden ‚„Nomenklatur‘‘ und der Farblosigkeit
des Statuts hat er gezögert, der infolge ihrer Zusammensetzung
immer noch ungenügend verkappten ‚konfessionellen‘‘ Fraktion
beizutreten. Die Tischgesellschaft bei Savigny, welche durch die
Verkündung, daß es eine ‚katholische‘ Fraktion neu zu gründen
gelte, überrascht worden war, hatte er, vordem man hierüber
einig geworden war, verlassen. Die jesuitischen Wortführer
des Zentrums und zugleich Verherrlicher Windthorsts wollen
allerdings glauben machen, daß es keineswegs der so ausgeprägt
konfessionelle Charakter der Fraktion war, der ihn zunächst
fernhielt, sondern nur die Befürchtung, daß der Beitritt
des ‚„‚Welfen‘ sie in Gegensatz zur preußischen Krone bringen
könne. Hat Windthorst, als er schließlich beitrat, etwa den
„Welfen‘‘ verleugnet? Oder nicht vielmehr es fertig gebracht,
daß ein paar waschechte W elfen protestantischer Konfession
der Fraktion beitraten? Wodurch in aller Weit konnten diese
den Argwohn, daß sie mit dem seit 1866 Geschehenen keinen
Ausgleich kannten, wirksamer nähren? Die Absicht, mit Hilfe
der paar Welfen protestantischer Konfession ihren streng konfessionellen
Charakter noch weiter zu verstecken, war nur zu
durchsichtig. Konnten die paar Renommierprotestanten ihr
doch auch nur als ‚‚Hospitanten‘‘ angehören!
Mit welcher Schneid, mit welchem Pathos konnte die
kleine hannöverrische Exzellenz fortab im Reichstage die ‚‚Verleumdung“,
daß es sich um eine römisch-katholische Fraktion
handle, zurückweisen! Wer durfte fortab dem Zentrum seinen
rein politischen, seinen deutschen Charakter absprechen?
,„Konfessionell ist die Fraktion nicht!“