Aufspringen der Haut — Aufstoßen. 475
Hufspringen der Haut. Wenn die Haut durch Fettentziehung
trocken wird, wenn viele Epidermiszellen abgestoßen werden, so daß sie ein
schuppenartiges Aussehen gewinnt, dann entstehen, besonders bei bestimmten
dußeren Einwirkungen, Risse in der Haut, die sehr schmerzhaft sind, weil sie
die Lederhaut, welche die Gefäße und Nerven enthält, entblößen. Man sorge
daher für ungestörte Absonderung der Talgdrüsen der Haut, vermeide starke
Kälte= oder Hitzeeinwirkungen und längere Beschäftigung mit fettentziehenden
Stoffen (z. B. Sodawasser) und fette rauh gewordene Haut mit Cold-Cream,
Lanolin oder Vaselin ein. (Siehe unter „Schönheitspflege“, I. Teil.)
Hufstohen.
Bei der Umwandlung
der Speisen im Magensacke
entwickeln sich
stets mehr oder minder
Gase, bei manchen
Speisen mehr als bei
anderen; diese Gase
entweichen nach der
Gegend des geringeren
Widerstandes, also auf
der kürzeren Strecke
durch Speiseröhre und
Mund. Ze unvollkommener
der Vorgang
der Verdauung
ist, desto mehr Gase
entwickeln sich, demnach
um so mehr, je —
schwächer und funk— Fig. 276. Augenbad.
tionsunfähiger der
Magen ist und je schwerer verdaulich die aufgenommenen Speisen sind. Aber
nicht nur Magenleiden, auch nervöse Krankheiten sind Ursache häufigen Gasaustritles;
es kann dieser sogar schmerzhaft und erschöpfend werden. Im
letzteren Falle, bei nervösen Magenleiden, sind die Gase gerunchlos und
geschmacklos und zuweilen fast unerschöpflich.
Behandlung. Anderung der Diät und eine die Verdaunng auregende
Behandlung vermindern sofort die durch Magenkrankheit entstehenden Gase.
Alle blähenden, gärenden, alle saueren, süßen und fetten Speisen müssen vermieden
werden; je nach dem Allgemeinzustand gebe man heiße Magenkompressen
oder nachts kleine kalte Kompressen, kohlensaure Vollbäder oder
Halbbad mit Rückenguß, täglich Leib= und Rückenmassage usw. Sie sind
sehr wohltätig.