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Schwierigkeiten bereiten, so werde ich dennoch für diese Forderung
stimmen. (Eba Heiterkeit im Centrum.)
Und Herr Virchow und die gesammte Fortschrittspartei bewilligten
diese Forderung einem Minister, dessen Liberalismus
darin leuchtete, daß er der Berliner frei religiösen Gemeinde die
Gewährung der Rechte einer juristischen Person verweigerte, in
Weißensee einen Lehrer absetzte, der sich mit der bürgerlichen
Trauung begrügte, und den Gymnasial-Lehrer Rohleder maßregelte,
weil dieser erklärte, daß er den von ihm als Geschworener
abgeforderten Schwur: „So wahr mir Gott helfe!“ nicht
in dem gelrtlichen. Sinne leisten könne, da er an diesen „Gott“
nicht glaube.
Ueber die geringe Neigung, ernsthaft für die Schule einzutreten,
mußte auch der fortschrittliche Abgeordnete, Lehrer Kiesel,
auf der schlesischen Lehrer-Versammlung 1875 berichten, „daß der
größte Theil der Abgeordneten der Ueberzeugurg wäre, daß durch
die neuesten Gehalts-Zulagen sehr viel ö die Lehrer geschehen,
und es könne jetzt bald mit den Gehalts-Verbesserungen ein Abschluß
gemacht werden.“
Dem Militär-Budget wirst der Liberalismus jährlich Hunderte
von Millionen zu, und wird im Bewilligen nimmer müde,
und so hat sich von 1859 bis 1874 das europäische Heerwesen
in der Art gestaltet, daß, mit Ausnahme der Schweiz und Serbiens,
1859 die Gesammtmacht: 3,230,500 Mann, die Feldarmee
2,459,700 Mann; 1874 aber 6,110,700 Mann, die Felparmee
3,112,500 Mann betrug, und bis heute noch weiter gewachsen ist.
Das Geheimniß dieser Haltung liegt darin, daß mit der
wachsenden Bildung der Massen die Macht des Liberalismus sinkt,
während er durch große Armeen seine sociale und politische Position
gegen die andrängenden unzufriedenen Massen glaubt behaupten
zu können. Zeitweilig ein großer Krieg kommt den Liberalen
gerade so gelegen, wie unseren Regierungen, er lenkt die
Aufmerksamkeit der Massen von den inneren Zuständen ab, und
ist ein Mittel, den Nationalitätsdusel, d. h. die Völkerverhetzung
zu kultiviren.
Daneben hat der Liberalismus die Dreistigkeit, um dem
olke die schweren Opfer, die es für unser Militärwesen l*r
bringen hat, plausibel zu machen, ihm das Heerwesen als selbst
ein vom Bildungs-Standpunkt aus sehr nützliches Institut darzustellen,
indem man ihm nachrühmt, es sei „die letzte Stufe der
Volksschule.“ — Es muß traurig mit der Volksschule bestellt
sein, wenn die Erziehung in der Armee die Lücken ausfüllen soll.
Die Social-Demokratie verlanft, im Gegensatz zum Liberalismus,
die höchstmöglichste Entwicklung der Volksschule und des
gesammten Bildungswesens. Gleichheit des Unterrichts in der