Metadata : Lesebuch für die katholischen Volksschulen des Regierungsbezirks Düsseldorf. Zweiter Teil: Mittelstufe. (2)

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taufen  möge.  So  kam  das  Christentum  in  die  Gegend,  und  auf  der
Stelle,  wo  der  Altar  des  Drachen  gestanden  hatte,  wurde  eine  Kapelle
  erbaut.

263.  Kloster  Heisterbach.  Von  Michael  gender.

n  einem  reizenden  Tale  des  Siebengebirges  stand  vorzeiten  das
Kloster  Heisterbach.  Es  wurde  von  frommen  Mönchen  bewohnt.
Sie  lebten  dort  still  und  friedlich  und  dienten  dem  Herrn  durch
Arbeit  und  Gebet.  Sie  rodeten  die  Wälder,  bebauten  das  Feld
und  pflanzten  Reben  und  Obst.  Den  Bewohnern  der  Umgegend
verkündigten  sie  das  Wort  Gottes  und  speisten  die  Hungrigen  an
der  Klosterpforte.  Ihrem  gottgefälligen  Wirken  machten  die  Franzosen
  im  Jahre  1810  ein  Ende.  Die  Mönche  wurden  verjagt,  die
Mauerwerke  abgebrochen  und  die  Steine  zum  Bau  von  Festungen
verwandt.  Einige  Reste  des  stattlichen  Gebäudes  haben  sich  bis
heute  erhalten.  Über  dem  Torhause  grüßen  uns  die  Schutzheiligen
des  Klosters,  St.  Benedikt  und  St.  Bernhard.  Im  Hintergrunde
einer  Wiefenfläche  schauen  wir  die  Ruine  vom  Chore  der  Klosterkirche,
  die  von  mächtigen  Buchen  überschattet  wird.  Wie  herrlich
mag  es  vordem  gewesen  sein,  als  noch  das  schöne  Gebäude  in  seiner
ganzen  Pracht  dastand,  als  noch  das  Geläute  der  Glocken  in  dem
friedlichen  Waldleben  erklang  und  Orgeltöne  und  Chorgesänge  mächtig
  dahinrauschten!  Heute  aber  wandeln,  so  erzählen  sich  die  Leute,
die  Geister  der  vertriebenen  Mönche  allnächtlich  zwischen  den  Säulen
und  der  Chorruine.  Sie  klagen  zum  Himmel  gegen  diejenigen,  die
ihre  Wohnstätte  zerstört  und  sie  verfolgt  haben.  Auch  des  letzten
Abtes  Geist  ist  unter  ihnen.  Er  umgeht  die  Gräber  der  Brüder  und
zählt  sie.  Sein  Grab  kann  er  nicht  finden;  es  wird  ihm  erst  geöffnet,
  wenn  auch  die  letzten  Reste  des  Chores  zusammengesunken  sind.
Das  Kloster  Heisterbach  wurde  vor  etwa  700  Jahren  von
Mönchen  aus  dem  Eifelkloster  Himmerode  gegründet.  Der  Erzbischof
  von  Cöln  hatte  sie  nach  den  sieben  Bergen  berufen,  um  die
Bewohner  hier  in  der  Gottesfurcht  und  in  der  Tugend  zu  stärken.
Erst  ließen  sich  die  Eifeler  Mönche  auf  dem  Stromberge  nahe  am
Rheine  nieder.  Bald  aber  verlegten  sie  ihren  Wohnsitz  von  der
luftigen  und  wasserarmen  Höhe  in  das  quellenreiche  Tal  von  Heisterbach.
  Auch  von  diesem  Wegzuge  der  Klosterbrüder  wissen  sich  die
Leute  im  Siebengebirge  gar  Merkwürdiges  zu  erzählen.  Als  die
Mönche  vom  Stromberge  aufbrachen,  luden  sie  einem  Esel  ihre
wertvollsten  Schätze  und  Kirchengefäße  auf.  Sie  beschlossen,  sich  dort