Full text : Deutsches Wörterbuch. Erster Band A-G. (1)

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4,  3;  mit  aufgehobenem  zeigelinger  (Geberde  der  Warnung)
  Freytag  Soll  2,  123.  2)  in  Fällen,  wo  der
beutigen  Spr.  nur  noch  das  weniger  scharf  Richtung
estimmende  erheben  genehm  ist:  hub  jre  stimme  auf
und  weinet  1.  Mos.  21,  16;  älter  auch  ohne  Obj.:  die
eEapeläan  ..  huoben  uf  und  sungen  Dietr.  Flucht  699;
den  beeber,  krug,  die  kandel  (Garg.  77)  aufheben,  an

aufheben.

hier  ohne  Obj.:  dõ  huob  er  üf  unde  trane  Weinschwelg;

zinsen,  steuern,  gefälle:  täglich  aufzuheben  gebabt

funfzig  pfunt  golts  Aventin  1,  659;  ein  groszes  losamentgelt

  aufheben  Simpl.  2,  80;  vermittelst  deren  ich
(ein  Bettler)  viel  allmosen  aufhebe  3,  307;  bildlich,  noch
bei  Schiller:  mit  meinem  protegé  ..  babe  icb  freilich
wenig  ehre  aufgehoben  (erlangt)  an  Goethe  1797;  wie
ganz  eigentlich:  hoch,  zu  bergen  aufgehoben,  schwillt
das  meer  Hero;  refl.  sich  erheben  zum  Fortgehen:  er
huop  sich  dOf  vil  höhe  und  floug  in  anderiu  lant  Minnef.
Frühl.  9;  nachdem  sich  die  wolke  aufhub  4.  Mos.  9,  17;
abt  bedt  sich  auf  Goethe  Götz  1.  3)  in  den  alten
Fechtschunlen  werden  vor  Beginn  des  Fechtens  die  Waffen
der  Gegner  auf  den  Boden  gelegt  Waßmannsdorff
Fechtschul.  17  6)  und  aufgehoben:  (wer)  zu  thun  ein
günglin  hett  ein  lust,  der  heb  auf  ebd.;  das  hieß
auch  ein  aufhebens  machen  (Ayrer  1003),  was  mit
gewissen  rühmenden  Worten  geschah;  ein  auf  ebens
macht  wie  die  handwerksburseh  in  den  fechtschulen
Schuppins  604;  davon  das  jetzt  verblaßte  ein  aufheben,
  aufhebens  machen,  rühmen,  prahlen:  läszt  den
Arclino  von  den  angeführten  stanzen  .  cin  auszerordentliches
  aufbeben  machen  Lessing  Laok.  20;  immer
so  viel  aufhebens  und  prablens  davon  machen  Wieland
  Danischm.  13;  kein  mensch  hat  davon  ein  aufhebens
  gemacht  Bismarck  Reden  2,  76.  4)  aufgehoben
und  ergriffsen  werden  im  Lager,  Hinterhalt,  Versteck
liegende  Scharen  oder  Einzelne:  wo  sie  des  feinds
Jachten  möehten  uffheben  Wickram  Goldfad.  835;  in

.  mit  ainer  mumerci  bei  seinem  gemabel  im  het  auf-Zzuheben
  Zimm.  Chr.  2,  51;  dasz  wir  keinen  augenblick
sieber  sind,  aufgehoben  zu  werden  Schiller  Ränb.  1,2;
die  Oestreicher  konnten  gestern  .  den  könig  und  uns
alle  ausbeben  Bismarck  Brief  1866.  5)  aufheden,  ergreifen
  zum  Bewahren,  daher  bewahren  selbst:  sol  die
asehen  aufbeben  (vom  Brandopfer)  3.  Mos.  6,  10;  buben
auf  wus  uberig  bleib  von  brocken  Matth.  14,  20;  Doris
will  ich  .  für  Sie  aufheben  (als  Fran)  Gellert  4,
224;  geld  aufzuheben  Lessing  Minna  1,  1;  den
jäger?  den  hat  der  herr  aufzuheben  gegoben  3,  2;  wer
weisz  wo  mir  sonst  ein  gluck  aufgehoben  ist  5,  1,  wie
anfsparen;  die  vermählung  bleibt  gelegeneren  tagen
aufgehoben  Schiller  Iphig.  1,  1.  6)  einem  etwas  aufheben,
  eine  Handlung  aufgreisen  und  tadeln,  viel  in
älterer  Spr.,  und  noch  17.  Ih.:  einem  aufzuheben  oder
vorzurucken,  wann  er  so  vieler  soldaten  blut  unnutzlich
  verschwendet  Simpl.  3,  243:  nachher  untergegangen.
7)  aufbeben  und  wegnehmen  des  Tischtuches  bezeichnet
Beendigung  der  Mahlzeit,  ebenso  den  tisch  aufheben,
Speifen  abtragen  Galmy  15;  daher  die  tafel  aufheben
(Schiller  #,  315)  Bewirtung  für  geschlossen  erklären;
von  da  verblaßt  beendigen,  abschaffen,  in  Wirkung  vernichten,
  belagerung,  gesctze,  verträge,  bundnisse,  anstalten
  u.  a.;  waren  alle  ämpter  abtan,  aller  ander  ge.
walt  aufgehebt  Aventin  1,  321;  habt  also  gottes  gebot
aufgehaben  Matth.  15,  6;  wird  aufheben  die  schmach
seines  volkes  Jes.  25,  8;  briefwechsel  nicht  aufheben
Gellert  4,  223;  innere  freiheit  aufbeben  Schiller
10,  341;  gebrechen  aufheben,  lindern  Goethe
Wanderj.  2,  2;  sprichwörtlich  aufgeschoben  ist  nicht  aufgehoben.
  8)  bei  der  alten  Weise  des  Rechnens  auf  dem
Bret  wurde  der  Zahlpfennig  aufgehoben  zur  Begleichung
der  Rechnung,  daher  noch  jetzt  zehn  gegen  zehn  hebi
sich  auf,  und  freier  in  manchen  Wendungen:  sechuld
und  strafe  heben  sich  gegen  einander  auf;  alle  strafe

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hebet  sich  auf  Goethe  Rein.  12;  mit  dem  wucherer
aufzuheben  Schiller  4,  324;  als  ich  auf  immer  mit
der  krone  aufgeboben  Karl.  3,  10;  Sie  haben  auf  meine
unkosten  gelacht,  jetzt  lache  ich  auf  die  Ihrigen,  und
so  beben  wir  gegen  einander  auf  Neffe  2,  8.  —  Aushebung,
  s.  Handlung  des  Aufhebens,  in  allen  Bedentungen.
  —  ausheften,  heftend  auf  etwas  befestigen,
spitzen;  einem  narren  schellen  auf  die  kappe;  übertragen
  einem  etwas,  Erlogenes  anhängen:  dieser  Sicilianer
  soll  uns  meinethalben  nur  ein  mühreben  aufgebesftet
  haben  Schiller  4,  259.  —  aufheitern,  zur
Heiterkeit  bringen,  refl.  vom  Wetter:  der  himmel  beitert
sich  auf;  die  gauze  natur  bat  sich  aufgeheitert  Schiller
2,  349;  refl.  und  trans.  von  Antlitz  und  Stimmung:
einen  aufbeitern;  detrübnis  aufheitern  Goethe  l5,
1233;  heitre  dich  auf  Schiller  Ränb.  3,  2.  Intranf.
das  wetter  heitert  auf,  oberdeutsch.  —  aufhelfen,  in  die
Höhe  helfen:  nu  half  erm  (er  ihm)  as  bi  der  haut  Erec
(9388;  in  frischem  Bilde,  auch  bei  Unglück,  Sünde:  wenn
der  reiche  fallen  will,  so  helsen  jm  seine  freunde  nuf
Sir.  13,  25:  die  uns  aufhillft,  wenn  wir  fallen  Opitz
2,  63;  ich  hoffe,  ich  werde  mir  aufhelsen  Freytag
Journ.  4,  1.  Ungewöhnlich  mit  Acc.:  dasz  ein  einziger
krämer  auch  nur  einen  einzigen  handwerker  aufgeholsen
  habe  Möfer  Phant.  1,  23.  —  aufhellen,  zur
Helligkeit  bringen,  refl.  der  himmel  hellt  sich  auf;  von
Antlitz,  Stimmung,  Verständnis,  refl.  und  tranf.:  scin
gesicht  hellt  sich  auf;  was  in  ihr  (der  Welt)  wirklich
aund  was  nichtig,  ist  vor  mir  ewig  aufgchellt  Rückert
Liebesfr.  1,  14;  rüthselhaftes  aufzuhellen  Müllner
Schuld  2,  1.  —  aufhenken,  wie  aufhungen,  oberdeutsch:
soldaten,  die  ihn  aufbenken  Schiller  Fiesko  5,  10.
—  aushetzen,  hetzend  aufbringen,  hunde  werden  auf  das
wild  aufgehetzt;  viclsach  freier:  das  volk  gegen  das
königthum  aufgebetzt  Goethe  30,  22.

Aufhissen,  in  die  Höhe  ziehen,  Schifferausdruck  nach
niederd.  uphissen  (s.  bissen),  die  segel,  die  flagge.  —
aufhocken,  intrans.  auf  den  Rücken  jemandes  steigen:
hockt  auf!  Goethe  Sat.;  trans.  auf  den  Rücken  nehmen,
  einen,  eine  last;  landwirtschaftlich  garben,  in
Mandeln  setzen.  —  aufhöhen,  höher  machen,  die  erde  um
eine  Pflanze:  eine  strasze,  pflasterung;  als  Künstlerausdruck
  beim  Auftragen  von  Farbe:  wie  man  auf  dunkelm
grunde  die  liehter  aufböht  Goethe;  federzeichnung,
die  liobter  mit  weisz  aufgehöbt  Heyse  Par.  1,  151.—
aufhorchen,  horchend  sich  einem  oder  etwas  zuwenden,
zuerst  von  Frisch  verzeichnet;  üueh  dem  die  mitternacht
  aufborcht  Klopstock  Mess.  6,  293;  begierig  horcht
ich  auf  Goethe  Tasso  2,  1;  für  zuhören:  ich  bin  mude,
doch  will  ich  aufhorchen  Platen  gläs.  Pant.  1.  —  aufhören,
  1)  hörend  sich  zu  einem  wenden:  höre  auf  ausculka

tieler.  2)  gewöhnlich  ablassen,  eine  angefangene
Thätigkeit  nicht  sortsetzen;  in  dieser  Bed.  schon  im  mhd.
als  a#t  hurren  neben  einfachem  he#ren  häufig;  ein  früh
verblaßter  Ausdruck,  am  wahrscheinlichsten  aus  der  Spr.
des  alten  Feldlebens,  in  welchem  die  zu  einem  Kriegszuge
vereinigte  Schar  durch  das  Hcerhorn  nicht  nur  zum  Angriffe,
  sondern  auch  zum  Zurückkommen  vom  Sckwärmen
und  zum  Bezug  des  Nachtlagers  gerufen  wurde  (letzteres
z.  B.  altengl.  Exodus  132).  aufhören  gieng  demnach
zunächst  auf  das  Beachten  dieses  Signals,  und  damit
zugleich  auf  Ablassen  vom  Vordringen,  woraus  der  allemeine

  Sinn  des  Abstehens  von  einer  begonnenen

hätigkeit  erwuchs;  in  verschiedener  Fügung,  einer,  ctwas
hört  auf:  Ileinz  hor  doch  auf!  Fastn.  Sp.  385;  ch  iel
sinke  in  die  nichtigkeit,  so  klein  aufhöre,  der  so  gros:
begonnen  Schiller  Wallenst.  1,  7;  es  mussen  aufhören
die  weissagungen,  und  nufhören  die  sprachen  1.  Cor.
13,  8;  aufhörcn  in  einer  rede,  mitten  in  einer  thätig
keit,  mit  der  arbeit;  als  er  aufgehört  zu  reden  Luc.  5,4;
bör  auf  mit  deinem  gram  zu  spielen  Goethe  Faust  I
(dafür  in  nicht  gewählter  Rede:  endlich  #ugte  gott,  Jasz

Anfhebung  —  aufhören.