Full text : Die Schlacht bei Forbach und die Wehrkraft des deutschen Volkes.

tiquierten  Verwertung  der  Vergangenheit,  der  Tradition.
  Ein  übertriebener  Hang  am  Hergebrachten
richtete  fast  immer  Staaten  und  Satzungen  zugrunde,
in  Zeiten  der  Krisen  sogar  ausnahmslos.  Man  kann
dasäußere  undinnere  Wesen  der  Dinge  ausder  Vcrgangenheit
  zum  Gegenstand  der  Tradition  machen.
Die  äußerliche  Tradition  bringt  gewöhnlich  die  Flitter
der:  Vergangenheit  zurück.  Die  Subalternen  im
Geiste,  die  kleinen  Gernegroße,  bedecken  sich  damit,
da  sie  gezwungen  sind,  in  erborgtem  Glanze  einher-‚uwandeln.
  Geister,  die  in  eigenem  Feuer  leuchten,
bedürfen  ihrer  nicht.  Die  innerliche  und  wahre  Tradition,
  die  Befolgung  der  Lehren  großer  Männer,
wird  leider  wenig  gehandhabt;  es  muß  wohl  zu  umständlich
  sein.  Apropos!  Warum  verwerten  wir  die
Sparsamkeit  der  beiden  großen  Könige  nicht  traditionell?
  Die  wäre  doch  ohne  große  Geistesblitze
  nachahmbar.  —  Noch  immer  gibt  es  Leute,
die  da  meinen,  mit  altertümlichen  Waffen,  wie  der
Tradition  und  Repräsentation,  das  rote  Gespenst  verscheuchen
  zu  können.  Leider  wird  aber  das  unheimliche
  Geschöpf  durch  die  Bedrohung  mit  diesen
beiden  verrosteten  Klingen  immer  frecher.  —  So
arm  wir  sonst  an  Beispielen,  auf  den  Gebieten  der
Tradition  und  Repräsentation  sind  wir  reichlich  daınit
  versehen.  Die  Repräsentation  wird  auch  bereitsim
Volke  allerorts  als  ein  probates  Mittel  gebraucht,  den
Leuten  Sand  in  die  Augen  zu  streuen  zur  Verdeckung
der  eigenen  Gebresten.  Die  neue  Zeit  pfeift  auf  Tradition
  und  Repräsentation  und  die  ganze  „gute  alte
Zeit“;  sie  sıgnalisiert:  Alle  Mann  auf  Deck  -—  Pour
„je  rol  s’amuse“,  der  nach  den  Grundsätzen  eines
Gentz  und  Karl  Stuart  II.  hinieden  verzweifelt  gut
lebt,  sollte  er  gleich  drüben  darben  und  ewig  am