Volltext : Große deutsche Aufsatzschule für den Schul- und Selbstunterricht.

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gelang.  Sein  hohes  Alter  ist  Schillers  Erfindung;  auch  war  er
nicht  der  Letzte  seines  Geschlechtes,  der  letzte  Altinghausen  starb
vielmehr  erst  im  Jahre  1377.

Darstellung  der  Persönlichkeit  Attinghausens.
I.  Attinghausen  als  Privatmann.

1.  Seinen  Untergebenen  gegenüber  ist  er  leutselig,  indem  er
nach  altem  Hausgebrauch
a)  den  Frühtrunk  mit  ihnen  teilt,
b)  wenn  der  Feierabend  kommt,  mit  ihnen  des  Landes
Geschäfte  bespricht.
2.  Seinem  Neffen  Rudenz  gegenüber:
a)  Er  tadelt  ihn,
aa)  daß  er  den  Landmann  mit  Verachtung  anblicke
und  sich  seiner  traulichen  Begrüßung  schäme;
bb)  daß  er  sich  in  Seide  und  Purpur  kleide  und  die
österreichischen  Abzeichen  (die  Pfauenfeder)  und
Farben  (den  Purpurmantel)  trage;

ec)  daß  er  als  Abtrünniger  auf  der  Seite  des  Landesfeindes
  stehe.

b)  Er  beweist  ihm  aber  auch  seine  Liebe,
aa)  indem  er  ihn  ermahnt,  dem  Vaterlande  die  Treue
zu  halten;
bb)  indem  er  sich  freut,  als  er  von  Walter  Fürft  hört,
daß  er  sein  Herz  gefunden  und  für  sein  Vaterland
gesprochen  habe,  und  indem  er  ihn  in  seiner  Sterbestunde
  vermißt  und  es  bedauert,  daß  er  nicht  gekommen
  sei,  um  seinen  letzten  Segen  zu  empfangen.
II.  Attinghausen  als  Staatsbürger.

1.  Gegenüber  dem  Kaiser  als  dem  Reichsoberhaupt.  Er  hat
ihm  pflichtgetreu  die  Heeresfolge  geleistet  und  im  Kampfe  bei
Favenz  mitgefochten,  als  diese  Stadt  1241  von  Friedrich  II.  erobert
  wurde.  Andererseits  will  er  nichts  von  einer  Unterwerfung
unter  Osterreich  wissen.

2.  Gegenüber  seinem  Volke.  Er  liebt  sein  Volk  und  steht
treu  und  fest  zu  der  „heiligen  Sache  seines  Vaterlandes“.  Dies
offenbart  sich:

a)  in  dem  Schmerze  über  die  tyrannische  Gewalt,  welche  die
Schweizer  erdulden,  und  über  die  Abtrünnigkeit  des  jün-