Metadata : Rosenheimer Anzeiger. 60. Jahrngang (60)

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ummer  93

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dem  Wege  in  die  Menskonssche  Gewässer,  bereit,
  die  geplanten  Repressalien  des  Präsidenten
auszuführen.  Zu  einer  formellen  Kriegserklsrung
  dürfte  es  nicht  kommen,  da  die  Vereinig-1#en
  Staaten  einer  Regierung,  die  sie  nicht  anerkennen,
  zict  den  Krieg  erl  *d  üönnen.  Das
Kabinett  tritt  heute  zulammen,  um  über  v
Blockade  der  merikanischen  Häfen  und  andere

Mawnahmen  zu  beraten.  Es  wird  von  zuständl.

ger  Seite  erklärt,  daß  der  Bruch  es  den  Vereinigten
  Staaten-  unmöglich  mache,  fernerhin
die  Ausländer  in  Merilo  Zu  schützen.  Die  fremden
  Negierungen  seien  davon  unterrichtet.

Die  zweite  Armeedivision  ist  in  Stärle  von
10  000  Mann  eilig  nach  Galveston  beordert
orden,  wo  Transportschisfe  bereit  liegen.  Der
Kregeminister  bat  die  Armeekommandanten  angewiesen,
  alle  Truppen  zur  augenblicklichen  Mobilisierung
  bereit  zu  halten.  Am  Mittwoch  werden
  17860  Mann  auf  38  Kriegeschiffen  an  der

Ontlüste  und  4650  Mann  auf  zwölf  Kriegsschiffen
  an  der  Weittüste  Merikos  sein.  Sollten
diese  Maßnahmen  Huerta  nicht  gesügig  machen,
  so  sollen  die  Truppen  von  Westen  und
Oste  n  auf  die  Stadt  Meriko  vordringen.  In
Teras  und  an  der  Südgrenze  sind  bedeutende
Truppenmassen  zusammengesogen.  um  sie  für
einen  eventuellen  Einmarsch  in  Merilo  bereit
zu  halten.  4

Der  merilaniiche  Minisier  des  Aeuß:  tu  Rojas
erllärte.  es  sei  unmöglich,  die  Forkerung  der
Vercinigten  Staaten  auf  bevingungs  lo’#en  Flaggersalut
  zu  erfüllen,  weil  die  Flagge  nicht
beeidigt  worden  sei.  Meri#o  habe  nachgegeben,
  soweit  es  seie  Würde  gestatte.  In  den
Zeitungen  Merilos  hat  der  Minister  des  Aeupe#rn
  eine  Belanntmachung  erlassen,  in  der  er  die
Merilaner  vor  ameriitaseindlichen  Demonstrationen
  warnt.  *

Nach  einem  Trelegramm  aus  Juarcz  haben
die  Rebellen  Besehl  Erhalten,  „oi  jort  den  Angriff
auf  Tampico  zu  erneuern.  Dieser  Befehl  wird
mit  dem  Wunsch  exlärt,  daß  di:  Amerilaner
die  ihnen  freundlich  gesinnten  Rebellen  ansielle
der  Bundesktruppen  in  Tampico  vorfinden  sollen.

 

Der  Generalpardon  des  Wehrbelkragsgesebes.

Ceipzig,  20.  Anprii.

Zum  ersten  Male  hatte  sich  nun  auch  das
Reichsgerkcht  mit  der  alinellen  Streitfrage  zu
besaisen,  ob  der  Generalpardon  nach  §  68  des
Wehrbeitragsgesetzes  auch  dann  noch  Geltung
hat,  wenn  die  berichiigende  Steuererllärung  erjt
nach  Einleitung  eines  Strasverfahrens  wegen
Steuerhinterziehung  erfolgt  ist.  Betanntlich  hat
das  Kammergericht  die  Frage  bejaht;  der  höchsie
  Gerichtshof  hat  sich  seine  endgültige  Entscheidunn
  für  spater  vorbehalien,  jedoch  jetzt
schon  Causgeiprochen,  daß  nach  dem  klaren  Wortlaut
  des  Geseher  die  Sleuerb'richtigung  jedenfalls
  dann  für  den  Gencralpardon  völlig  unwirliam
  ist,  wenn  sie  vor  dem  Inlrafttreten  des
Wehrbeitragsgesetzes,  also  vor  dem  1.  Juli
1913,  erfolgte.

Dieses  bedeutsame  Urteil  berieht  sich  auf
folgenden  Fall:  Das  Landgericht  Wie-  baden
bet  am  28.  Oitober  1913  einen  praitischen  Arot
zu  10  00)0  Mark  Geldsirafe  verurteilt;  es  hat
sesigestellt,  daß  er  in  den  Jahren  1907—  1909
sein  Einkommen  aus  der  ärztlichen  Prari=  zu
niedrig  angegeden  und  die  Kapltalrente  aus
dem  hinterlassenen  Vermögen  seiner  ersten  F  Frau
absichtlich  verschwiegen  hat.  Der  Arʒt  hatie  im
Laufe  des  Sirafversahrens  schon  im  Januar
1913  die  Richtig#ellung  seiner  Einiommenstenerve
  rhältnisse  bewirkt.

Der  Verurteilt=  rügt  in  seiner  Revision  die
Ablehnung  eine  Geweie  antrages  und  die  Nicht-—

  VVosenseli#er  Anzelsgeg

beitragsgelctzes.  Das  Reichsgericht  ha#  nach  Antrag
  des  Reichsonwalts  die  Revision  als  unbegründet
  verworfen  und  dabei  ausgeführt:  Der
Genkralpardon  des  Wehrbe  itrage  geretzes  kommt
nicht  in  Betracht,  weil  die  Hauptooraussetzung,
Abgabe  der  Steuerberichtigung  leit,  dem  Inlrafttreten
  des  Gesetzes,  nicht  erfüllt  ist.  Daher
  gibt  der  vorliegende  Fall  auch  keinen  Anlaß,
  die  Streitfrage,  ob  der  Generalpardon
auch  für  bereits  zum  Gegenstand  eines  Strafverfahrens
  gemachle  Steuerhinterziehungen  zutrifft,
  zu  entscheiden.

Hof-  und  Personalnachrichlen.

Wien.  20.  April.  Die  für  den  26.  April
in  Aussicht  genommene  Reise  des  Kaisers
nach  Budapest  zum  Empfang  der  dorthin  einberufenen
  Delegationen  wird  unterbleiben,  damit
  der  Kaifer  geschont  und  eine  ungünstige
Beeinsinssung  jeines  Befindens  verhütet  wird.
Erzherzog-Thronfolger  Franz  Feroinand  wird
als  Vertreter  des  Kaisers  die  Delegationen
in  der  Ofener  Hofburg  empfangen.  Der  Kaiser
  hat  heute  nachmittag  den  Grasen  Berchtold
in  Andienz  empfangen.  Sein  Befjinden  ist  unverändert.


Soziale  Rundschau.

Erlangen,  20.  April.  In  Sachen  der  Förderung
  des  Baues  von  Kleinwohnungen
hat  die  mittelfräntische  Kreieregierung  eine  inleressante
  Entschließhung  nach  Erlangen  ergehen
lassen.  Die  Baugenossenschaft  Erlangen  hatte
an  die  dortige  Stadtverwaltung  das  Ersuchen
gestellt,  ihr  ein  Darlehen  von  40  000  Mark  aus
den  Mitteln  der  Landeslulturrentenanstalt  zu
vermitteln.  Die  hiesige  Stadtverwaltung  hat
die  Uebernahme  der  Bürgschaft  abgelehnt.  Infolge
  Beschwerde  der  Vaugenossenschaft  hat  nun
die  Kreieregierung  eine  Entschliehung  erlassen,
in  der  unter  Bezugnahme  auf  das  Gutackten
des  Zentralinspeltors  im  Staatsministerium  des
Innern  den  städtischen  Kollegien  hier  „dringend
empfohlen  wird“,  dem  Gesuch  der  Baugenossenschaft
  zu  entsprechen.  Die  Regierungsentschliebung
  enthält  folgenden  Schlußpassus:  „Die  K.
Regierung  hofft  ein  verständnisvolles  Entgegenlommen
  der  slädt.  Kollegien  gegenüber  den
gemeinnützigen  Bestrebungen  zur  Förderung  der
Kleinwohnungsbauten  und  sieht  der  Vorlage
ihrer  zustimmenden  Beschlüsse  binnen  drei  Wochen
  entgegen,  andernfalls  aussichtliche  Verfügung
  gemäß  Art.  157  der  Gemeindeordnung

 

 

turrentenanstalt  in  Betracht  käme.“  Die  Regierunggentschließung
  hat  die  Folge  gehabt,  daß
der  Magistrat  die  Bürgschaft  übernehmen  will,
das  Gemeinrelollegium  hat  jedoch  abgelehnt.

Jetzt  hat  nun  die  Negierung  zu  entscheiden.

Wohmungsuol  !——
rückgang.

Frankfurt,  20.  April.
Der  1.  April,  der  große  Umzugstermin,  hat
an  vielen  Orten  sehr  trübe  Bilder  einer  schlimmen
  Mohnungonot  ans  Licht  gebracht.  Garz
übel  find  in  den  Städten  ja  schon  seil  langem
belanntlich  die  linderreichen  Familien  dran,  denen
die  Hausbesitzer  immer  häusiger  ihreWohnungen
verweigern,  weil  sie  den  Kinderlärm,  die  Stökung
  der  anderen  Hausbewohner  und  die  är-=mund

  hat  sich  dieser  Tage  ein  3vjähriger  Arleiter
  vor  die  Räder  eines  Schnellzuges  geworfen,
  weil  er  mit  jeinen  8  Kindern  keine  Wohund

  Art.  21  des  Gesetzes  über  die  Landeolul.

anwendung  des  am  Urteilstermin  gültigen  Wehr-  ma  Geburtenrückgang!  —,  und  erst  ganz  vereinzelt

  bört  man  von  Abhilfemaßregeln  gegen  dieses
  Unrecht,  wie  sie  jetzt  die  Stadt  Elberfeld
plant,  die  zum  Bau  von  Kleinhäusern  aus-G#iehich
  für  Familien  mit  mindestens  fünf  Kindern
  eine  Summe  von  reichlich  einer  Million

Mark  zur  Verfügung  stellen  will.  Diesmal  aber

hat,  und  oas  ist  das  Neue,  die  Kalamität  nicht

nur  besonders  künderreiche  Familien  betroffen.

Vielmehr  kommen  aus  zahlreichen  Städten  des
rheinisch-westfälischen  Industriereviers,  aber  auch
aus  Nord=  und  Ostdeutschland,  jetzt  nahezugkeiclautend
  die  Meldungen,  daß  nach  dem  Wohnungswechsel
  vom  1.  April  zahlreiche  Familien,

  und  zwar  solche,  die  ihre  Miete  zahlen

lonnten  und  wollten,  einfach  obdachlos  geblieben
  kind.  Sie  mußten  von  der  Polizei  mit  Mühe
in  schnell  hergerichteten  öffentlichen  Gebäuden,
in  Armenhäufern,  Asylen,  Gefängnissen  usw.

untergebracht  werden,  weil  es  genug  freie  Wohnungen

  nicht  gab.  Es  besteht  eben  an  zahlreichen

Orten  ichon  jetzt  ein  politiver  Wohnungsmangei  .

nndetcoikdovkaugiichtlichnochwcilekwachcn
Das  ist  auch  nicht  einmal  eine  Ueberraschung.
Die  Bautätigkeit  ist,  von  lokalen  Henunungen
ganz  abgesehen,  in  ganz  Deutschland  in  den
letzten  zwei  Jahren  intensio  eingeschränkt  woroen,
  weil  wir  kein  Geld  mehr  dafür  hatten.  Die
Hochkonsunktur  hatte,  durch  den  Balkankriea
verschärft,  schon  1912  die  Nachfrage  nach  Kapital
  und  damit  den  Zinsfuß  dafür  in  Deutschland
  so  stark  gesteigert,  daß  die  Hypothekenbanken
  ihren  Päandbriefab  atz  immer  mehr  zurückgehen
  sahen;  und  1913  gab  es  überhaupt
kein  Kapital  mehr,  an  der  Erschöpfung  der
Kapikalvorräte  brach  die  Hochkonjunktur  zusam
men,  und  die  schwere  Arbeitslojigleit  des  vergangenen
  Winters  war  die  Folge.  Die  deutschen
  Hypothekenbanlen  hatten  im  Jahre  1911
für  522  Millionen  Marl  Sppotheken-Pfandbriefe
  absetzen  ktönnen;  diese  Summe  war  also
er  Bautätigleit  Ageflossen.  Im  Jahre  1912
aber  waren  es  nur  noch  205  Millionen  und
1913  gar  nur  noch  43  Millionen  Mark,  in
diesen  beiden  Jahren  zusammen  also  noch  nicht
die  Hälfte  des  Betrages  von  1911  —  rechnel
man  dam  noch  die  Zurükthaltung  der  orivaten
Geldgebet,  die  mit  Wertpapierläufen  auch  eine
höhere  Rente  erzielen  lonnten  als  mit  Hypothelen,
  so  erllärt  sich  das  Tauicderliegen  der  Bautätigleit
  ohne  weiteres.  Daß  dies  jetzt  bereits
vielfach  zu  einem  direkten  Wohnungsmangel
fübhrt,  ist  für  die  einzelnen  Betroffenen  sehr  peinlich.
  für  die  Gestallung  des  Arbeitsmarktes  aber
und  für  die  Koniunkturentwicklung  überhaupt
könnte  es  sehr  nützlich  werden.  Denn  die  Bautätigkeit
  ist  eine  wichtige  Arbeitsquelle,  die  nicht

nur  direkt  großen  Menschenheeren  Lohn,  und

Brot  brungt,  jondern  auch  den  die  Baumaterialien
  liefernden  Industrien  große  Absatzmöglichkeiten
  schafft.  Eine  Neubsgebon  der  Bautätigkeit
  könnte  also  die  wirtschaftliche  Depression,
in  der  wir  seit  Monaten  leben,  erfreulich  erleichtern.
  Und  das  schlimme  ist  nur,  daß  wir  auch
ictzt  die  nötigen  Kapitalien  dafür  noch  nicht
bereit  haben.  Es  bedarf  immer  einer  längeren
Zeit  der  Depression,  um  die  erschöpsten  Kapitalsrefervoire
  von  neuem  zu  füllen.  So  weit
sind  wir,  wenn  auch  der  Zinsfuß  bereits  seit
den  letzten  Monaten  1913  eine  rücklläufige  Bewegung
  eingeschlagen  hat,  noch  nicht.  Und  deshalb
  hat  auch  das  Frühjahr  die  vielfach  erhoffte
  Belebung  der  Baulätigleit  im  allgemeinen
  noch  nicht  gebracht.  (Frls.  Ztg.)

 

lere  Abnutzung  der  Häuser  scheuen.  In  Dorluung

  jand  —  auch  eine  Illusiration  zum  **-——
  —

Perschiedene  Nachrichten.

Leipzig,  20.  April.  Nach  dem  Genus;
von  Fleisch  erlranlten  im  Osten  der  Stadt  etwa
70  Perionen,  wovon  sich  je  ##  di:  meillen  wieder
auf  dem  Wege  der  Besserung  besinden.

der  Forsler  Chaussee  in  der

mittwoch,  22.  April  10  11

Trier,  20.  April.  In  der  Ortschaft  Dahnen
  brach  im  Hause  eines  Gütlers  Feuer  aus.
Infolge  des  starken  Windes  breitete  sich  das
Feuer  mit  ungeheurer  Schnelligleit  aus,  so  daß
binnen  kurzem  ein  groher  Teil  des  Ortes  in
Fiammen  stand.  4  Häuser  sind  bis  auf  den
Grund  abgebran

Kottbus,  20  -  Gestern  streifte  auf
Nähe  des  Zollhauses
  der  Krastwagen  des  Händlers  Erdmann
aus  Forst  das  Automobil  des  Kammerzjunkers
von  Natzmer  aus  Trebendorf  beim  Ueberholen
und  überschlug  den  Krastwagen  Natzmers.  Die
vier  Passagiere  und  der  Chauffeur  wurden  herausgeschleudert.
  Frau  Natzmer  erlitteinen  Schlüsselbeinbruch
  und  Rippenbrüche,  sowie  Verstauchung
  der  Wirbelsäule,  Fräulein  Weidmann-Spremberg
  einen  schweren  Schädel-=  und  einen
Unterkieferbruch,  Gräfin  Iceenpliy  einen  leichten
  Schädelbruch  und  der  Chaufseur  eine  Gehirnerschütterung.


Paris,  20.  April.  Bei  Douarnenez  im  Departement
  Fintierk“  ist  die  islandilchegiicherbarte
„Clande  Bernard“  in  der  Nacht  zum  Freitag
in  der  Nähe  der  Küste  be  schwerem  Sturm
auf  ein  Riff  aufgestoßen  und  mit  Mann  und
Maus  untergegangen.  An  Bord  des  Schiffes
befanden  sich  11  Mann.  An  Land  erfuhr  man
erst  von  dem  Unglück  als  die  Trümmer  des
Scke  ffes  angeschwemmt  wurden.

Tebreczin,  20.  April.  In  der  Waggonsa
  orik  der  Staatsbahnen  entstand  gestern  abend
ein  Brand,  welcher  auf  die  anderen  Werkstätten
übergriff.  150  Waggons  und  zahlreiche;  Material
  sind  vernichtet.  Der  Schaden  beträgt
vrei  Millionen  Kronen.

Münchener  Neuigkeilen.

München.  20.  April.  Mit  unglanublicher
Frechheit  ketzt  der  ungebiie  Kaufmann  Ankon
Leferre  aus  Belort  seile  ra.  sinierten  Einmiekdiebsräble
  fort;  am  Sonniag  war  er  wieder
in  München,  wo  er  schon  mehrfach  mit  Erfolg
ausgetreten  ist,  und  hat  Schmucksachen  im  Werte
von  etwa  4000  Mk.  erbeutet.  In  einem  Herrid.
  (tshaure  in  Bogenhausen,  in  dem  eine  Wolnung
  zum  vermieten  ausgeschrieben  war,  erschien
am  Sonntag  ein  eleganter  Mamn,  der  sich  als
Fabrikbesitzer  vorstellte  und  die  Ab'icht  auesrrach,
  die  Wohnung  zu  mieten.  Er  beiichligte
die  Räume  und  bat  dann  die  ihn  beg!  einende
Perfon  um  einen  Meterstab  zum  Ausmeisen  der
Räume.  Während  er  sich  in  einem  Zimmer
allein  befand,  siahl  er  durch  einen  rafs
Eriff  aus  einer  Schatulle  verschierene  Schmuck
sachen.  Nachdem  sich  der  „Mieter“  mit  dem
Bemetlen,  wiederzusommen,  entfernt  hatte,  wurde
  das  Fehlen  der  Gegenstände  entdest.  In
der  vorgewiesenen  Pholographie  des  Einmirt!
diebes  Lefeuore  erlannte  man  mit  voller  Veslimmtheit
  den  Täter.  Lefeore  ist  urzeit  der
efürchtetste  Einmietdieb.  Seit  August  1912
bor  er  etwa  ein  halbes  Hundert  derartige
Diebstähle  verübt  und  dabei  leine  einzige  grohere
  Stadt  Deutschlands  verschont.  Einmal
ührte  er  einen  Diebstahl  in  nächster  Nähe  der
Münchener  Polizeidirektion  aus,  in  deren  Ein-Jang
  sein  Bild  angeschlagen  war.

Bawerische  Nachrichten.

Starnberg,  20.  April.  Gestern  nachmittag
hal  sich  auf  dem  Würmsee  ein  bedauerliches
Unglück  ereignet.  Der  Magazinier  Paul  Müller
  aus  Düsseldorf,  der  bei  einer  hiesigen  Glaswarenhandlung
  in  Stellung  ist,  war  gestern  mit
einem  Freund  im  Automobil  nach  Starnberg  desahren.
  Dort  mieteten  sich  die  beiden  ein  Nuderboot,
  um  auf  dem  See  eine  Spaziersahrt  zu
machen.  Bei  dem  starlen  Ostwind,  der  geitern
den  ganzen  Tag  herrschte,  war  jedoch  der  Wel.

 

 

daß  Bessie
Lig  erst  recht,  was  sie  für  einen  .

Füchen  Lügen  über  ihren  einzigen  Verwandten  56
erz

„Ihren  einzigen  Verwandten!  Es  ist  ein
unsli  1  sie,  daß  sie  solchen  Bruder  hat!“

o  stehl  es?  Na,  dann  sagen  Sie  ihr
nur,  se  8  8  heute  an  nicht  mehr  hat;
das  bestellen  Sie  ihr  mit  meinen  besten  Grüßen.
Ich  will  nichts  mehr  mit  ihr  zu  tun  haben;  mit
der  Verwandtschaft  ist's  ans.  Mit  meinem
Willen  Dagen  ich  ihren  Namen  nicht  mehr.  Ich

n  nie  besonders  stolz  zu  deesen  Namen  gewesen,
2  nach  allem,  was  ich  höre,  habe  ich  nun  no
weniger  Gru  [nes  Fräulein  Adair!"
Er  wollte  *ie  aus  dem  Zimmer  spazieren.
mußte  ihm  einen  kleinen  ?  Wink  geben,  um

n  Zulschuhalten.  Er  krümmte  sich  unter
ariner  Berührung,  wie  ein  Hund,  der  Prügel

ürchtet.

!  „Welchrr  Art  war  das  Geschäft,  Herr  Moore,

welches  Ihre  Schwester  gestern  Nacht  zu  Herrn
win  Lawrence  führtes

„Das  geht  Sie  garnichts  an.“

„Beantworten  Sie  mehe  Frage.“

Er  winselte.  Es  begann  mir  aufzudämmern,
daß  ich  vielleicht  gezwungen  sin  würde,  seinen
Hals  noch  les  sester  zu  fassen,  um  ihn  zum
Prechen  zu  r  igen.

Lassen  Sie  tun  mir  weh!  Au  —
Es  hundelte  66  um  eige  Wech

„Um  einige  Wechsel  hnen,  die  Sie
Herrn  zu  drgeben  4

„Nein  n  assen  Sie  doch!  Ez
sadi  *“  *  an  hse  die  ich  für  ihn
nach  —  na

.Ich  0#her  öurd  einige  davon  trugen  wohl

Ihnen  Sachen  von  mir  Shlt  aiharakt


den  Namenszug  von  Philipp  Lawrence“
-  gt  hat  Ihnen  das  gesagt?  Woher  wissen
Sie
„Einerlei  wer  es  mir  gesagt  hat.  Antwort!“
*52•  war  alles  seine  Schuld.  Mir  wäre  so“
was  nie  eingesallen,  wenn  er  mich  nicht  dazu  angetrieben
  hätte.  Ich  schuldete  ihm  einige  achteig
Marl  und  er  sagh  wenn  ich  ihm  einige  Wechsel
nachmachte,  mit  seines  Bruderz  Namen  darauf,
daun  wollte  er  sie  mir  erlassen.“
d  die  gefälschten  Wechsel  zu  Geld  machen
und  ien  Profit  mit  Ihnen  beien,  Dwie
gaüiche  dergleichen,  ich  se  es.  Ich
schwöre  e,  daß  ich.  teinen  Hich  g  briane  Ich  9
mir  26  Moment  träumcn,  daß  er  sie  zu  Gas
machen  würde,  keinen  Augenblick.  Ich  dachte,
er  wollte  seinen.  Bruder  einen  Erreich  spielen  —
tine  Art
d  Fie  *  einen  hübschen  Begriff  zu  haben,
err  V
packt.  le  er  mich;  er  muß  dann  slracks
hingct  KDabei  fein  und  sie  versetzt  haben.  Denn
sein  Bruder  kam  dahinter,  und  dann  kam  Edwin
Lawrence  zu  mir  und  drohte,  seinem  Breder  zu
sagen.  daß  ich  es  getan  hätte.“
dann  rer  Schwesler,

King
und  flehten  "e  au  uere  Ihrrr  den  Mccn-Ihnen
  zu  helf
„Auf  den  eniern  —  das  gab's  nichts;  da

on  *  sich  so  4  ich  ih.  Aber  ich  —
ich  sprach  nalürlich  mit  ihr  darüber  —  sie  (#
mein  *a  un  5  Blu  sie  ss  doch

ie  J  Flei  sch  und  Blut  ist,  verlcch-
  sie  wahrscheinlich,  io#.  Mmöglichstes  zu  tun,

#-.  aus  der  Palsche  zu  reißen.“

st  der  Irrtum,  den  sie  beping.  Sie

sprach  ihm  ein  oder  zwei  Tausend  zu

 

geben,  als  wenn  die  ihm  was  genunt  bällen.  acch

 

sagte  r  sie  solle  mir  das  Geld  geben,  ich  würde
über  Ser  gehen  und  von  neuom  lanfun##en-t  mir
eine  Existenz  zu  grunden.  Aber  sie  wollte  ja  nie
auf  mich  hören,  nie“-„Also

  Ihre  Schwestler,  ein  junges,  schutzleses
Mädchen,  giug  auf  Ihr  dringendes  Bitten  um  diese
nächtliche  Sumnde  allen  zu  diesem  Manne,  und
um  Sie  von  den  wohlverdienten  Folgen  Ihrer
seigen  Schurlerei  zu  reiten,  erbot  sie  #ch  ihm  ihre
sauer  verdiemen  Eifparnisse  zu  geben,  und  vermutlich
  sich  noch  für  die  Zulunft  zu  verpflichten.
Und  nachdem  er  morgens  ermordet  ausgesunden
wird,  nehmen  Sie  sofort  an,  daß  sie  ihn  tötete.
Die  Dankbarkrit  niumt  bei  Ihnen,  Herr  Moorc,
eine  selisame  Form  an.  Sie  voekdienten,  daß
Ihnen  der  Hals  umgedreht  würde.“

Dabei  schürtelte  ich  ihn  etwas  unsanst.  Ich
ließ  ihm  allerdings  nicht  ein  Tausendstel  von  dem
zu  Teil  werden,  was  er  um  seiner  Schwester

willen  verdient  hätte.  Als  ich  ihn  aber  dann  zu
Bo  gleiten  ließ,  hätte  man  nach  seinem  Aussehen
  und  Gebahren  glauben  können,  daß  ihm
6hr  schlimm  ihel.  worden  sei.  Gr-.  schien
ich  eiiubilden,  .  dü  ich  ihn  ermordet
„Das  war  —  sagte  Uränlein  *p  befriedigt.
  Das  hat  mir  gut  geta
Ich  weißt  nicht,  was  sie  zu  dessem  Ausspruch
veranlaßte,  aber  mir  war  auch  besser.
Kapitel  10.
E#leohin  Fräulein  Moore  ging.
war  gerade#u  ein  Genuß,  nicht  mehr  dieselbe
  7  mit  diesem  Tom  iouch  7  zu
müssen.  Das  war  wenigstens  mein  Gefühl,  als
2  mit  Fräulein  Adair  nach  dem  Kaiserhof  fuhr.
ugenscheinlich  war  das  auch  ihre  Emnpfindung.

Nette  Sorle  von  Bruder  das.  Das  ist  ein

ann.

[

Aber  was  für  eine  Schwe  sstter!
Me  en!“
Sie  schien  satyrische  Absichten  bei  mir  zu
argwohnen
Ich  glaube  nicht,  Herr  Ferguson.  daß  gerade
alle  Franen  nach  Bessles  Art  schlage

«  as  nur  der  Fall.  Desse  ist  von  der
Art,  wie  unsere  Mütter  sein  sollten.

Sie  sah  mich  ctwas  von  der  Seite  an;  ich
bemerkte  es,  trotzdem  ich  selbst  geradeaus  büchte

Sind  Sie  verheiratet,  Herr  Ferguson?“

Ich  weiß  nicht,  warum  sie  mir  just  in  einen
solchen  Moment  diese  Frage  vorleate,  und  a
nicht,  warum  mrebih  meine  Wangen  glühlen.  #  auwr
antwartene  nur

541  *.  nicht  so  glücklich.“
Es  sollte  wich  garicht  wundern,  wenn
Sie  bald  so  glücklich  w
re  Welt  von  e  lag  ihrem  Ton;
Wis  ich  cs  ur  .  ab  zu  deuten  wußte.  Ich
traute  ihr  zu,  daß  irgend  etwas  auspielte,
was  ich  hätte  üb  ¾%s  sollen;  aber  ich  hatte

Das  ist  ein

keine  Ahnung,  herausfinden  könne,  was
sie  meinte.  Sie  führ  ort:

»  e-—ichsage  angenommen  —
nur  um  des  Argumentes  willen  —  es  stellt  sich
heraus,  daß  Bessie  diesen  Menschen  ermordet  hat,
so  bin  ich  giient,  was  dann  passieren  würde.“

2  mich,  das  Unmögliche  anzu- 



 

ber  Sbien  Gunen  Sie  sagen,  es  sei  uninls
  nicht  in  der  Lage,  das  zu  beurteilen.
  rt  nen  weder  ihren  Charakter,  noch
m  ¶tperament.  Sie  ist  eine  Fremde

 

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