unternimmt, wird Gott sein Wort aufheben und der deutschen
Nation solch eine Blindheit senden und sie also verstocken,
da mir greulich ist, dran zu denken'“" Er kennt den Teufel
jeglicher Nation, sein Volk soll am Saufteufel zu Grunde
gehen. „Faule Hände müssen ein böses Jahr haben,“
wenn sie den fahrenden Regen der Gottesgnade nicht einbringen.
Patriotismus ist nicht TChauvinismus, nicht Verliebtheit
in das Volk und seine Herrlichkeit, sondern Gebet
und Arbeit, Lorge und Achtsamkeit für das Volk. Darum
war auch die letzte Tat des scheidenden Reformators eine
patriotische für seine lieben Landesherrn, die Mansfelder
Grafen, deren „Schlegelgesellen und Bergwerksleute“
(Jakob Reiniche) ihm liebe Genossen gewesen waren. Zum
Tod krank und müde hat er „das stachlichte Schwein“
der Händel und Zänkereien zwischen den Grafen abgetan
und darf sich freuen, daß „die jungen Herrlein und Fräulein
bereits gemeinsam Öchlitten fahren, und „man greifen
darf, wie Gott Gebete erhört.“ Dann kehrt er in Eisleben
ein, um zu sterben.
Heimatliebe und Heimattreue, Scheu vor Gottesgnadentum
und durch Gott Gewordenem heißt ihn die Ordnungen
wohl wahrnehmen, treu auch im Kleinen sein, die Unterschiede
der Stände achten, verbietet ihm in Karlstadt-Münzer'scher
OSchwärmerei alles zu nivellieren. Der „Nachbar
Andres,“ der das Predigergewand abtut und im
Bauernkittel aufs Feld geht, um so sozial zu wirken, ist
ihm Gegenstand mitleidigen Spottes: „Glaube an den
Herrn Jesum Christum und tue die Werke deines Berufs.“
Andererseits weist er Meister Peter Balbierer in
seine Schranken, wenn er zu viel sich unterfängt. Den
Bauern ist er ein treuer Anwalt wider Druchk und Drang,
sind doch „seine Ahnen rechtschaffene Bauern gewest,“ und
manch einer hat's erfahren dürfen, Michael Kohlhas voran,
wie er sie vertrat und versprach. Wenn sie aber den Gehorsam
wild verweigern und mit dem Schwert ein Recht
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